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Deutschunterricht: Hälfte der Drittklässler kann nicht richtig schreiben

Grundschüler im Unterricht

Grundschüler im Unterricht (Symbolbild)

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dpa

Berlin -

Ausgerechnet ein Parteifreund hat Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) dazu gezwungen, die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten für Drittklässler zu veröffentlichen. Dazu musste der Neuköllner SPD-Abgeordnete Joschka Langenbrinck erst auf eine jüngste Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu Auskunftsrechten von Parlamentariern verweisen. Die sogenannten Vera 3-Ergebnisse im aus dem Jahr 2017 fallen in Berlin denn auch mehr als ernüchternd aus: Die Hälfte der getesteten Drittklässler (48 Prozent) schaffte demnach in Rechtschreibung noch nicht einmal die Mindeststandards, konnte also kaum zusammenhängende Texte lesen. Jungs schnitten dabei mit 52 Prozent noch mal schlechter ab als Mädchen (44 Prozent). Bei den Drittklässlern, die zu Hause nicht hauptsächlich Deutsch sprechen, waren es sogar fast zwei Drittel (61 Prozent). Insgesamt erreichen genau zwei Drittel der getesteten Drittklässlern in Rechtschreibung nicht die Regelstandards.

In Mathe erreichen 36 Prozent keine Mindeststandards

Auch in Mathe erreichen im Bereich „Größen und Messen“ 36 Prozent die Mindeststandards nicht, unter den Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache sind es wieder 52 Prozent. Im Bereich „Muster und Strukturen“ sind die Mathe-Ergebnisse indes deutlich besser. Auch beim Lesen fallen die Testergebnisse etwas besser aus. Insgesamt aber verbleiben die Resultate trotz erheblicher Anstrengungen auf dem dürftigen Niveau der Vorjahre. Getestet wird bei den Vera-3-Tests, inwieweit Drittklässler schon über Kompetenzen verfügen, die sie am Ende der 4. Klassen haben müssen. Die Bildungsverwaltung verwies darauf, dass die Kultusministerkonferenz sich darauf geeinigt habe, die Ergebnisse nicht mehr öffentlich zu machen. Zuletzt waren Berlin und Brandenburg noch die einzigen Länder, die dies taten. „Ich will mich nicht damit abfinden, dass viele Schüler noch große Schwierigkeiten beim Schreiben, Rechnen und Lesen haben“, teilte Langenbrinck auf Twitter mit. Die Schüler bräuchte noch mehr Förderung.