Spionage-Alarm

Berliner Krankenhäuser rüsten sich gegen hybride Kriegsführung

Drohnen, Cyberangriffe, Anschläge: Berliner Kliniken rüsten auf. Behörden warnen vor hybrider Kriegsführung und Sabotage in Krankenhäusern.

Author - Jana Hollstein
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Wenn das Stromnetz angegriffen wird, sind auch Berliner Krankenhäuser im Notfall-Modus.
Wenn das Stromnetz angegriffen wird, sind auch Berliner Krankenhäuser im Notfall-Modus.Chris Emil Janssen/imago

Berliner Kliniken im Krieg? Die Krankenhäuser der Hauptstadt beobachten immer mehr unerklärliche Vorgänge, die mit Spionage und Sabotage in Verbindung gebracht werden können: von Drohnenüberflügen, Cyberangriffen, aufgebrochenen Türen, unbekannten Personen in eigentlich nicht zugänglichen Bereichen bis hin zu Brand- und Kugelbombenanschlägen mit Pyrotechnik. Könnte das Teil einer hybriden Kriegsführung sein? Verfassungsschutzbehörden halten das durchaus für möglich. Nun müssen immer mehr Schutzmaßnahmen umgesetzt werden.

Angriff-Gefahr auf Berliner Krankenhäuser

Der Anschlag auf das Berliner Stromnetz hat gezeigt, wie verwundbar Krankenhäuser sind. Erst kürzlich erklärte der Geschäftsführer des Immanuel-Krankenhauses in Wannsee dem Berliner KURIER, wie schlimm es hätte kommen können. Der Schutz der Krankenhäuser ist in Berlin nicht mehr nur eine interne Aufgabe, sondern muss auch mit Sicherheitsbehörden angegangen werden.

Marc Schreiner ist Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft.
Marc Schreiner ist Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft.Funke Foto Services/imago

Marc Schreiner, Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft, erklärt dazu: „Hybride Angriffe zielen auf Destabilisierung – das dürfen wir nicht zulassen. Die Kliniken der Hauptstadt stehen aufgrund ihrer geopolitischen Lage besonders im Fokus. Sie müssen sensibel sein für Sabotage und Spionage und sich gegen Beschädigungen und Ausspähung schützen können.“

Berliner Kliniken bitten um mehr Hilfe im Kampf gegen Spionage

Damit Krankenhäuser gegen Krisen besser geschützt sind, müssten sie typische Spionagemuster erkennen, Sicherheitslücken auf den eigenen Geländen systematisch detektieren, Personal schulen und allgemein zu mehr Wachsamkeit aufrufen. Praxistaugliche Notfall- und Schutzkonzepte müssten jetzt in den Krankenhäusern entwickelt und in Abstimmung mit Sicherheitsbehörden zur Anwendung kommen.

Mit dem Rahmenplan Zivile Verteidigung, der Hinweise zur Organisation von Krankenhausversorgung unter schwierigen Bedingungen liefert, macht Berlin laut Krankenhausgesellschaft einen guten Anfang. Doch es werden auch gezielte Investitionen gebraucht. „Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif“, sagt Schreiner. „Wir brauchen unverzüglich einen Resilienzbooster.“

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