Operationen, Notfälle – und plötzlich ist der Strom weg! Auch wenn bei Stromausfällen die Notstromaggregate sofort anspringen – es kann zu einer „kritischen Situation“ für Patienten werden, wenn in Kliniken und Pflegeeinrichtungen plötzlich der Saft abgedreht wird. Was bei einem Blackout in Kliniken passiert, berichtet Roy J. Noack (57) dem KURIER. Er ist Geschäftsführer des Immanuel-Krankenhauses in Berlin-Wannsee. Sie war vom Stromausfall im Südwesten Berlins betroffen.
Etwa 180 Betten hat das Immanuel-Krankenhaus an der Königstraße unweit des Wannsees. Es ist eine Spezialklinik für Hand-, Fuß- und Gelenkerkrankungen. Es hat eine Unfallchirurgie. Gerade jetzt im Winter wichtig, wenn Menschen durch die Glätte stürzen und sich die Knochen brechen.
Und das Immanuel hatte samt Personal und Patienten Riesenglück im Unglück. Als vergangenen Samstagmorgen dort der Strom aufgrund eines heimtückischen Brandanschlags ausfiel (dazu bekannte sich eine mutmaßlich linksextreme Gruppe), sprang im Bruchteil einer Sekunde sofort das Notstromaggregat an.
Kein Strom: Berliner Klinik meldete sich für Notfälle ab
„Alles hat im Ernstfall so funktioniert, wie wir es in unserer Klinik jeden Monat üben“, sagt Noack. „Es gab keine Patientengefährdung. Die Dieselvorräte für das Notstromaggregat hätten für Tage gereicht. Zum Glück waren nur wenige Patienten in der Klinik, weil wir zwischen den Jahren den Betrieb heruntergefahren hatten.“

Dennoch hätte es kritisch werden können. Etwa, wenn es mitten in einer OP zu einem Stromausfall gekommen wäre – auch wenn dann sofort das Notstromaggregat anspringt. „Dann gilt: Die OP wird beendet. Aber es gibt keine weiteren Operationen, solange das Krankenhaus unter Notstrom läuft“, sagt der Klinik-Geschäftsführer. „Geplante OPs werden dann abgesagt.“ Aus Sicherheitsgründen.
Soweit wäre es auch fast im Immanuel-Krankenhaus gekommen. Für Sonntagmittag war sogar eine Krisensitzung dazu geplant. „Doch dann wurde das Krankenhaus über eine Sonderstrombrücke an das reguläre Netz wieder angeschaltet“, sagt Noack. „Wir haben seit Sonntag wieder richtig Strom. Ich bin den zahlreichen Helfern für ihre schnelle Hilfe dankbar.“
Strom weg: Hospiz-Bewohner wurden in Klinik evakuiert
Von dem Anschlag waren noch weitere Kliniken betroffen: das Helios Klinikum Emil von Behring, das Evangelische Krankenhaus Hubertus, das Krankenhaus Waldfriede. Auch sie sind wieder am Netz.

„Zuverlässig sprang die Notstromversorgung an und lieferte sicher Strom“, schildert Klinik-Sprecherin Birgit Gugath die Situation am Helios-Klinikum. „Der Betrieb lief weiter. Als vorbeugende Maßnahme meldete sich das Krankenhaus zwar von der Notfallversorgung ab, aber für Notfälle, die selbst zum Klinikum kamen, blieb die Notaufnahme geöffnet.“
Die Sprecherin erklärt weiter: „Niemand der rund 300 Patientinnen und Patienten musste verlegt werden, auch die Intensivpatienten nicht. Operationen konnten durchgeführt werden.“





