Erst traf es im September den Südosten Berlins, jetzt erwischt es den Südwesten mit voller Wucht. Ein Anschlag legt große Teile der Stromversorgung lahm – und zeigt brutal, wie verletzlich die Hauptstadt ist. Ein Knall, ein Kabel brennt, und plötzlich steht das Leben still. Kühlschränke warm, Telefone tot, kein Kaffee am Morgen, kein Licht am Abend. Berlin merkt: Ein Blackout ist kein Szenario aus Filmen. Er kann jeden treffen. Jederzeit.
Zehntausende spüren am Samstag, wie schnell der Alltag kippt. Wohnungen bleiben kalt, Fernseher und Computer sind nutzlos, Ampeln fallen aus. Supermärkte sind geschlossen, weil Kassen und Kühlregale streiken. Die Öffis kämpfen mit Ausfällen, Verspätungen, Stillstand. Ein Stromausfall ist mehr als Dunkelheit – er ist ein Stresstest für eine ganze Stadt.
Im Notfall: So bekommen Sie Licht und Strom
Kann man sich darauf vorbereiten? Ja, sagt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Die Behörde erklärt, wie man mit einfachen Mitteln für den Ernstfall vorsorgt.
Ganz oben auf der Liste: Licht. Wer im Dunkeln sitzt, braucht Alternativen. Taschenlampen mit Batterien, am besten gleich mehrere. Ersatzbatterien nicht vergessen. Solar- oder Kurbelgeräte sind ebenfalls hilfreich. Und natürlich Kerzen, Streichhölzer, Feuerzeuge. Auch Camping- oder Petroleumlampen funktionieren – aber Vorsicht: Offene Flammen niemals unbeaufsichtigt lassen. Brandgefahr!
Für längere Ausfälle sind sogenannte Powerstations empfehlenswert. Kleine Kraftpakete mit bis zu 2000 Wattstunden. Damit lässt sich ein Laptop bis zu 40 Stunden betreiben. Modelle wie die solarunterstützte EcoFlow Delta 3 Plus (599 Euro) laden sich in 1,5 Stunden Sonne wieder auf. Wer weniger ausgeben will, greift zu Powerbanks.

Damit die Küche nicht komplett kalt bleibt, rät die Behörde zu Campingkochern oder Tischgrills. Gas oder Holzkohle – beides geht. Aber niemals in geschlossenen Räumen! Kohlenmonoxid ist unsichtbar und tödlich. Also nur draußen nutzen, auf dem Balkon oder im Garten.
Stromausfall: Diese Lebensmittel brauchen Sie im Notfall
Wichtig ist auch ein Vorrat an Lebensmitteln und Wasser. Das Bundesamt empfiehlt 20 Liter Wasser pro Person – genug für zehn Tage. 1,5 Liter pro Tag zum Trinken, der Rest zum Kochen. Dazu rund 3,5 Kilo Getreideprodukte, Kartoffeln, Nudeln oder Reis. Vier Kilo Gemüse und Hülsenfrüchte. 2,5 Kilo Obst und Nüsse. 2,6 Kilo Milch und Milchprodukte.
Besonders praktisch sind Lebensmittel, die man auch kalt essen kann. Dosenprodukte, Brot, Konserven. Berlins Krisenmanager Albrecht Broemme bringt es auf den Punkt: „Ich empfehle Dosen mit Pumpernickel oder mit Rind- oder Schweinefleisch. Die kann man auch kalt sehr gut essen.“ Und er rät zu Reis statt Nudeln. Reis quillt auf, Nudeln müssen gekocht werden – ohne Energie kaum machbar.






