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DDR-Sängerin verlor den Kampf gegen den Krebs

Christine Wachholz, Rocksängerin und Halbschwester von DDR-Star Bärbel Wachholz, starb mit 70 Jahren an Lungenkrebs.

Author - Norbert Koch-Klaucke
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Christine Wachholz-Siara starb mit 70 Jahren an Krebs.
Christine Wachholz-Siara starb mit 70 Jahren an Krebs.privat

Die Musikwelt im Osten Deutschlands trauert um die Sängerin Christine Wachholz-Siara. Wie der KURIER jetzt erfuhr, starb die Künstlerin kurz vor ihrem 71. Geburtstag. Sie war die Halbschwester von DDR-Schlager-Legende Bärbel Wachholz („Damals“).

Ihre Kinder hatten in einem kleinen Kreis den Tod ihrer Mutter vor kurzem öffentlich gemacht. Demnach starb Christine Wachholz bereits am 21. Dezember 2025, fünf Tage vor ihrem Geburtstag, „im Kreise ihrer Familie“ nach schwerer Krankheit. „Sie hatte Lungenkrebs“, berichteten Freunde der Sängerin.

Christine Wachholz: „Der Rock ’n’ Roll war meine Welt“

Anders als ihre Schwester Bärbel (starb 1984) hatte Christine Wachholz viel Rock ’n’ Roll im Blut. „Mit Schlagern kann ich nichts anfangen. Ich kam 16 Jahre nach Bärbel auf die Welt, bin mit den Beatles aufgewachsen. Das hat mich geprägt“, sagte Wachholz vor über einem Jahr dem KURIER.

Ihr Mega-Hit war „Damals“: DDR-Schlagerstar Bärbel Wachholz war die Halbschwester von Christine Wachholz.
Ihr Mega-Hit war „Damals“: DDR-Schlagerstar Bärbel Wachholz war die Halbschwester von Christine Wachholz.Gueffroy/imago

Als Rocksängerin tourte sie durchs Leben. Nach der Wende war Christine Wachholz unter anderem 28 Jahre lang mit der Band Fifties And Later unterwegs.

„Wenn ich auf der Bühne auch Songs von Bärbel mit der Band sang und diese jetzt auch solo singe, klangen diese natürlich richtig rockig“, sagt Wachholz-Siara. „Blues, Rock und Soul sind mein Leben.“

Christine Wachholz trainierte die Stimmen der DDR-Promis

Und wenn Christine Wachholz nicht auf der Bühne stand, arbeitete sie als Gesangslehrerin an verschiedenen Musikschulen. Auch die Stimme von Prominenten trainierte sie – etwa die von Entertainerin Dagmar Gelbke (76) und DDR-Jazz-Queen Uschi Brüning (78). „Eine tolle Kollegin hat uns für immer verlassen“, sagt Dagmar Gelbke dem KURIER.

Christine Wachholz mit Entertainerin Dagmar Gelbke und DDR-Jazz-Queen Uschi Brüning (v.l.n.r.)
Christine Wachholz mit Entertainerin Dagmar Gelbke und DDR-Jazz-Queen Uschi Brüning (v.l.n.r.)privat/Dagmar Gelbke

Ihre Familie schrieb zum Tod von Christine Wachholz: „Sie wird uns allen schmerzlich fehlen, nicht nur als geschätzte Kollegin und Freundin, sondern vor allem auch als Mama, Schwiegermama und Oma, und besonders als der fabelhafte Mensch, der sie immer war.“

Und: „Wir verneigen uns vor einer wirklich starken Frau und wünschen Christine alles Gute für ihre letzte Reise. Auf dass sie dort die Menschen wiedertrifft, die sie selbst viel zu früh verabschieden musste, und all jenen begegnet, mit denen sie immer schon Musik machen wollte. Muss ab jetzt eine Wahnsinns-Party sein dort oben …“

Laut der Familie soll Christine Wachholz-Siara im Frühjahr beigesetzt werden.