Ganz Berlin fiebert mit um das Galeria-Kaufhaus am Alexanderplatz. Jetzt gibt es vorerst ein positives Update zu dem Sorgenkind in der Hauptstadt.
244 Mitarbeiter sind aus dem Schneider
Gute Nachrichten für Berlins Shopping-Hotspot: Das Galeria-Kaufhaus am Alexanderplatz bleibt vorerst bestehen. Denn der Mietvertrag wurde verlängert, mindestens bis Ende 2026. Das bedeutet: Die rund 244 Mitarbeiter können erst einmal aufatmen.

Kündigungen, die wegen langer Fristen schon im Januar hätten ausgesprochen werden müssen, sind vom Tisch. Doch die Verlängerung ist nur ein Zwischenschritt. Denn die große Frage bleibt: Was passiert danach?
Warum die Bibliothek plötzlich entscheidend ist
Hinter den Kulissen läuft ein Pokerspiel um die Zukunft des Standorts. Eigentümer Commerz Real und der Berliner Senat verhandeln über eine Mischnutzung: Neben Galeria soll die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) ins Gebäude ziehen.
Die Bibliothek ist derzeit auf zwei marode Standorte verteilt und braucht dringend ein neues Zuhause. Der Alexanderplatz wäre perfekt – zentral, gut erreichbar, ein kulturelles Statement. Doch das Angebot von Commerz Real ist teuer.

Der Senat nennt es „nicht einlassungsfähig“. Übersetzt: So geht’s nicht. Die Kosten könnten deutlich über den bisherigen 6 bis 7 Millionen Euro liegen, die Berlin jährlich für die ZLB zahlt. Jetzt heißt es: Nachbessern! Bis Sommer 2026 muss eine Lösung stehen. Sonst droht das Aus für die große Vision und für viele Jobs.
Die große Vision: Kultur trifft Konsum
Die Pläne klingen verlockend: ein modernes Flaggschiff am Alex, das Shopping, Kultur und Genuss vereint. Galeria bleibt, die ZLB zieht ein, dazu ein Edel-Lidl mit Broiler- und Weinbar sowie eine Food-Markthalle im Untergeschoss.
Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) schwärmt: „Galeria hat im Jahr etwa 5 Millionen Besucher, die ZLB über 1,5 Millionen. Zusammen könnten sie ein unvergleichliches Flaggschiff von Kultur- und Einzelhandelsstandort in Berlin werden.“

Doch die Zeit läuft. Vor der Wahl im September muss das Parlament über die Finanzierung entscheiden. Scheitert der Deal, wäre das bitter: Dann drohen Kündigungen im Sommer und das Ende einer 55-jährigen Kaufhaus-Tradition am Alexanderplatz. Für die Beschäftigten, die im Schnitt seit fast 25 Jahren im Haus arbeiten, wäre das ein harter Schlag.


