Böse Überraschung für Bahnreisende am frühen Morgen: In verschiedenen Regionen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern guckten Menschen, die für die Fahrt zur Arbeit den Zug nutzen, doof aus der Wäsche. Denn: Eine Bahngewerkschaft hatte hier zum Streik aufgerufen, legte mit einem Ausstand in der Hauptverkehrszeit alles lahm. Wir verraten, wo bis 9.30 Uhr keine Züge rollen. Inzwischen geht auch der Streik im öffentlichen Dienst in Berlin und Brandenburg weiter.
Böse Überraschung: Bahn-Gewerkschaft streikt
Am Donnerstagmorgen kam es auf der Schiene in Teilen von Brandenburg zu Verzögerungen – die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte die Beschäftigten von Regio Infra Nord-Ost zum Streik aufgerufen. Dabei handelt es sich um einen privaten Schienennetzbetreiber, der sich unter anderem um Regionalbahnen und Stellwerke in der Prignitz und an der Mecklenburgischen Seenplatte kümmert.
Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) warnte vor dem Ausstand. „Durch den Streik kann es zu Zugausfällen und Verspätungen auf den Bahnstrecken Neuruppin Rheinsberger Tor – Löwenberg, Rheinsberg – Löwenberg und Meyenburg – Pritzwalk – Kyritz kommen“, hieß es. Auch Auswirkungen auf den Regionalverkehr der DB Regio, der ODEG und der Hanseatischen Eisenbahn seien möglich.

Die Deutsche Bahn widersprach. „Wir erwarten keine Auswirkungen“, hieß es. Bei der Ostdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft Odeg ist die Verbindung Waren (Müritz) - Inselstadt Malchow (RB 15) in Mecklenburg-Vorpommern betroffen, sagte eine Sprecherin. Der VBB rät Fahrgästen trotzdem dazu, sich vor der Fahrt zu informieren.
In Berlin wird Donnerstag weiter gestreikt
Auch in Berlin wird weiter gestreikt: Hier setzen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst ihren Arbeitskampf auch am Donnerstag fort. Der Hintergrund: Aufgrund eines Tarifkonflikts rufen mehrere Gewerkschaften in Berlin dazu auf, in der Senatsverwaltung, in Bezirksämtern, Kitas und Hochschulen die Arbeit niederzulegen.
Für die Berlinerinnen und Berliner bedeutet das: Es kann zu Einschränkungen etwa in Bürgerämtern und anderen entsprechenden Einrichtungen kommen. Bereits am Mittwoch waren rund 5000 Beschäftigte bei einer Demo zum Roten Rathaus gezogen. Unter anderem mussten einzelne Kitas geschlossen bleiben.
„In Kitas, in der öffentlichen Verwaltung und bei der Feuerwehr halten die Beschäftigten täglich das Land am Laufen – oft am Limit“, hieß es dazu von Andrea Kühnemann, der Landesbezirksleiterin von ver.di Berlin-Brandenburg. „Die Arbeitgeber der Länder verweigern sich der Notwendigkeit, dass die Lohnerhöhungen den gestiegenen Lebenshaltungskosten gerecht werden. Diese Blockade lassen wir nicht unwidersprochen.“ Deshalb werde in Berlin gestreikt.




