Es geht weiter

Wieder Streik – Züge fallen aus, Berlin wird lahmgelegt

Der Streik im öffentlichen Dienst wird in Berlin fortgesetzt – und Pendler in Brandenburg erwartete am Morgen eine böse Überraschung.

Author - Florian Thalmann
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In Berlin legten schon am Mittwoch Beschäftigte des öffentlichen Dienstes die Arbeit nieder.
In Berlin legten schon am Mittwoch Beschäftigte des öffentlichen Dienstes die Arbeit nieder.Britta Pedersen/dpa

Böse Überraschung für Bahnreisende am frühen Morgen: In verschiedenen Regionen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern guckten Menschen, die für die Fahrt zur Arbeit den Zug nutzen, doof aus der Wäsche. Denn: Eine Bahngewerkschaft hatte hier zum Streik aufgerufen, legte mit einem Ausstand in der Hauptverkehrszeit alles lahm. Wir verraten, wo bis 9.30 Uhr keine Züge rollen. Inzwischen geht auch der Streik im öffentlichen Dienst in Berlin und Brandenburg weiter.

Böse Überraschung: Bahn-Gewerkschaft streikt

Am Donnerstagmorgen kam es auf der Schiene in Teilen von Brandenburg zu Verzögerungen – die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte die Beschäftigten von Regio Infra Nord-Ost zum Streik aufgerufen. Dabei handelt es sich um einen privaten Schienennetzbetreiber, der sich unter anderem um Regionalbahnen und Stellwerke in der Prignitz und an der Mecklenburgischen Seenplatte kümmert.

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) warnte vor dem Ausstand. „Durch den Streik kann es zu Zugausfällen und Verspätungen auf den Bahnstrecken Neuruppin Rheinsberger Tor – Löwenberg, Rheinsberg – Löwenberg und Meyenburg – Pritzwalk – Kyritz kommen“, hieß es. Auch Auswirkungen auf den Regionalverkehr der DB Regio, der ODEG und der Hanseatischen Eisenbahn seien möglich.

Mehrere Kindertagesstätten blieben am Mittwoch in Berlin geschlossen. Am Donnerstag soll der Streik fortgesetzt werden.
Mehrere Kindertagesstätten blieben am Mittwoch in Berlin geschlossen. Am Donnerstag soll der Streik fortgesetzt werden.Sebastian Gollnow/dpa

Die Deutsche Bahn widersprach. „Wir erwarten keine Auswirkungen“, hieß es. Bei der Ostdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft Odeg ist die Verbindung Waren (Müritz) - Inselstadt Malchow (RB 15) in Mecklenburg-Vorpommern betroffen, sagte eine Sprecherin. Der VBB rät Fahrgästen trotzdem dazu, sich vor der Fahrt zu informieren.

In Berlin wird Donnerstag weiter gestreikt

Auch in Berlin wird weiter gestreikt: Hier setzen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst ihren Arbeitskampf auch am Donnerstag fort. Der Hintergrund: Aufgrund eines Tarifkonflikts rufen mehrere Gewerkschaften in Berlin dazu auf, in der Senatsverwaltung, in Bezirksämtern, Kitas und Hochschulen die Arbeit niederzulegen.

Für die Berlinerinnen und Berliner bedeutet das: Es kann zu Einschränkungen etwa in Bürgerämtern und anderen entsprechenden Einrichtungen kommen. Bereits am Mittwoch waren rund 5000 Beschäftigte bei einer Demo zum Roten Rathaus gezogen. Unter anderem mussten einzelne Kitas geschlossen bleiben.

„In Kitas, in der öffentlichen Verwaltung und bei der Feuerwehr halten die Beschäftigten täglich das Land am Laufen – oft am Limit“, hieß es dazu von Andrea Kühnemann, der Landesbezirksleiterin von ver.di Berlin-Brandenburg. „Die Arbeitgeber der Länder verweigern sich der Notwendigkeit, dass die Lohnerhöhungen den gestiegenen Lebenshaltungskosten gerecht werden. Diese Blockade lassen wir nicht unwidersprochen.“ Deshalb werde in Berlin gestreikt.

Tarifstreit mit ver.di: Bisher keine Fortschritte

Verdi fordert in den Tarifverhandlungen für die Angestellten der Länder sieben Prozent mehr Geld im Monat, zur Stärkung unterer Lohngruppen mindestens 300 Euro. Am Donnerstag beginnt in Potsdam die zweite Verhandlungsrunde. Bei der ersten Verhandlungsrunde am 3. Dezember gab es keine nennenswerten Fortschritte. (mit dpa)