Immer wieder wird über die Rundfunkgebühr in Deutschland diskutiert – vielen Menschen ist sie ein Dorn im Auge. Doch auch der eine oder andere Hund hat inzwischen mit den Forderungen des Beitragsservice zu kämpfen. Aktueller Fall: Lotti Schlotterbeck! Die sechs Jahre alte Mops-Dame wurde in Büchern wie „Lotti Schlotterbeck und die Tote am See“ zum Krimi-Star. Und bekam nun einen überraschenden Brief: Sie soll Rundfunkgebühr zahlen ...
Brief der GEZ: Mops Lotti soll Rundfunkgebühr zahlen
Es hört sich nach einem Witz an – und auch Frauchen Emma Kane (50) hat herzlich über das Schreiben gelacht, das erst vor Tagen in ihrem Briefkasten in Köln landete. „Es hat mich kalt erwischt, weil ich zuerst dachte, dass ich vergessen habe, meinen Beitrag zu bezahlen“, sagte sie dem KURIER. Doch dann sah sie, dass der Brief gar nicht an sie selbst, sondern an Hündin Lotti adressiert war. „Da habe ich mich kaputtgelacht.“
Seit Jahren sind Emma Kane und Lotto unzertrennlich. „Sie ist bereits meine zweite Hündin“, erzählt sie. „Die erste war ebenfalls ein Mops. Als sie starb, ging es mir wirklich schlecht, ich konnte ihren Tod nicht ertragen. Und wollte eigentlich nie wieder einen Hund haben.“ Ein halbes Jahr später erfuhr sie über Freunde, dass Lotti ein neues Zuhause suchte. „Sie hatte schon vier Vorbesitzer, sollte ins Tierheim – da war wirklich Not am Mann.“ Also gab sie der Hündin ein Zuhause. „Lotti war das Beste, was mir passieren konnte. Sie hat mich aus meinem emotionalen Loch geholt.“

Und Emma Kane? Sie hat eigentlich BWL studiert, arbeitete lange in Amerika an der Wall Street. Sie selbst habe sich aber im künstlerischen Bereich immer für talentfrei gehalten, sagt sie. Doch dann hatte sie einen Traum: „Ich war auf der Frankfurter Buchmesse, die Leute standen Schlange nach Autogrammen.“ Allerdings wollten sie nicht Autogramme von ihr, sondern von Lotti. Am nächsten Morgen lachte sie über den Traum, doch er ließ sie nicht los. „Ich wusste noch, dass auf dem Tisch ein Buch lag – Lotti Schlotterbeck und die Tote am See.“
So wurde Lotti Schlotterbeck zum Krimi-Star
Kane setzte sich hin und schrieb. Nach der Toten am See folgten „Lotti Schlotterbeck und der falsche Rembrandt“ und „Lotti Schlotterbeck und der unschuldige Bankräuber“. Inzwischen hat sich die Mops-Dame auch um den „Fluch der Mumie“ und den „Schatz im Schloss“ gekümmert. Die Bücher von Lotti Schlotterbeck sind unter anderem bei Amazon erhältlich, kosten rund zehn Euro – der sechste Band der Schlotterbeck-Reihe entsteht gerade. Sie selbst liebt „Cozy Crime“, verrät Kane – gemütliche, nicht blutrünstige Krimis, bei denen man rätseln, aber auch etwas schmunzeln kann.
Dass die Hündin berühmt ist, hat nun auch die GEZ erkannt: In dem Schreiben wird die Zahlung der Gebühr gefordert – und die Anmeldung der Betriebsstätte. „Ich zahle natürlich die Rundfunkgebühr“, sagt Emma Kane. „Das Schreiben muss ein Versehen sein. Ich denke, dass im Netz automatisch nach Namen gesucht wird, bei denen etwas darauf hindeutet, dass jemand ein Gewerbe hat. Und wenn der Name bisher nicht auftaucht, wird eine solche Aufforderung verschickt.“
Emma Kane antwortete auf den Brief der GEZ
Das Frauchen hat trotzdem auf den Brief geantwortet – natürlich im Namen von Lotti. „Ich sehe mich gezwungen, einen schwerwiegenden Irrtum aufzuklären: Ich bin ein Hund“, schreibt sie. Sie verfüge nicht über einen Fernseher, die Informationsaufnahme erfolge nur über Gerüche, „gelegentlich ergänzt durch intensives Starren“. „Eine Erwerbstätigkeit übe ich nicht aus. Mein einziges Talent ist Niedlichkeit.“ Auch juristisch sei sie problematisch aufgestellt, denn „bei Formularen kaue ich Ecken an“.
Weiter schreibt Lotti Schlotterbeck: „Sollten Sie dennoch auf einer Beitragspflicht bestehen, bitte ich um Zustellung aller Schreiben auf Leberwurstpapier, Kommunikation ausschließlich in freundlichem Ton und Hinzufügung von Leckerlis in den Briefumschlag, da ich ihn sonst nicht öffne.“ Der Brief ist unterwegs zum Beitragsservice – und Emma Kane hofft schon jetzt auf eine Antwort.
Wird sich die GEZ bei Lotti Schlotterbeck melden?
„Wenn ich Sachbearbeiterin bei der GEZ wäre: Ich würde mich freuen wie Bolle“, sagt sie und lacht. Das Schreiben veröffentlichte sie auch auf Facebook, bekam dafür viel Zuspruch. „Toll wäre, wenn ein Brief mit Leckerlis zurückkommt“, sagt Kann. Damit könne man auch mal zeigen, dass die GEZ nicht so doof sei, wie viele immer behaupten. Übrigens: Fernsehen schaut Lotti zwischendurch doch ganz gern. „Wenn Tiere zu sehen sind, drückt sie die Nase an die Scheibe – und rennt sogar hinter den Fernseher, um zu gucken.“ Eines sei trotzdem klar: „Der Fernseher gehört mir“, sagt Kane und lacht.




