Hoch, immer höher. Am Bahnhof Warschauer Straße in Friedrichshain entsteht der nächste Wohnturm. Und er wird Höhenmaßstäbe setzen. Das Haus auf dem Grundstück Rudolfstraße 17–18 soll 167 Meter hoch werden. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat dafür nun das Bebauungsplanverfahren neu eingeleitet.
Damit wird das geplante Projekt in der Hauptstadt nur vom Neubau des Estrel Towers (176 Meter) in Neukölln überboten. Zum Vergleich: Das Park-Inn-Hotel am Alexanderplatz misst 125 Meter. In unmittelbarer Nähe entsteht gerade der Büroturm The Berlinian. Zielhöhe: 146 Meter.
Der Wohnturm an der Warschauer Straße wird also einen enormen Einfluss auf die Gegend haben. Rund 1000 Wohnungen sind geplant, 30 Prozent davon sind sozial gefördert. Nur 30 Prozent. Damit ist klar, wer die neuen Käufer bzw. Mieter sein werden: Gut- bis Topverdiener. War Friedrichshain zu DDR-Zeiten und nach der Wende in weiten Teilen noch ein Arbeiterbezirk, wird mittlerweile – gerade rund um die Warschauer Straße – hochpreisig gebaut.

Zur Erinnerung: Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist flächenmäßig der kleinste Bezirk Berlins, aber der mit der höchsten Einwohnerdichte. Friedrichshain-Kreuzberg gehört zu den Bezirken mit der höchsten Bautätigkeit im Büro- und Gewerbesektor, gerade entlang der Spree oder am Ostbahnhof.
Im Wohnturm sind verschiedene Wohnformen geplant
Der Wohnturm an der Rudolfstraße passt da ins Bild. Geplant hat die Berliner Atrium Development Group GmbH verschiedene Wohnformen, darunter Studenten- und Seniorenwohnungen. Hinzu soll Gewerbe kommen, auch kulturelle und soziale Einrichtungen sind vorgesehen. Das Architektenbüro Henning Larsen mit Hauptsitz in Kopenhagen übernimmt die Umsetzung.

Das Projekt ist umstritten. Im April 2025 entzog die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen dem Bezirk offiziell die Zuständigkeit. Zur Begründung hieß es damals, dass ein „Gesamtinteresse des Wohnungsbaus“ vorliege. Der Bezirk sah darin einen massiven Eingriff in seine Planungshoheit.
Auch die Anwohner im benachbarten Lasker- und Rudolfkiez sehen das Projekt kritisch und betrachten den Wohnturm als nächsten Beweis der voranschreitenden Gentrifizierung im Kiez.
Öffentlichkeit kann sich am Projekt beteiligen
Sie und die gesamte Öffentlichkeit haben nun bis zum 6. Februar 2026 Zeit, sich auf der Beteiligungsplattform meinBerlin (https://mein.berlin.de/vorhaben/2025-01297/) zu informieren und zu äußern. Die Äußerungen sollen in die weitere Planung einfließen.




