917 Geburten

Eltern in Treptow-Köpenick setzen wieder auf alte Vornamen

Im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick liegen Karl und Emma vorn. Diese Vornamen-Trends zeigen, welche Klassiker bei Eltern wieder im Kommen sind.

Author - Stefan Henseke
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In Treptow-Köpenick wurden im Jahr 2025 insgesamt 917 Geburten beurkundet.
In Treptow-Köpenick wurden im Jahr 2025 insgesamt 917 Geburten beurkundet.Cavan Images/imago

Die Eltern in Treptow-Köpenick sind ein wenig anders als andere Mütter und Väter in Berlin und Brandenburg. Jedenfalls wenn es um die Wahl der Vornamen für ihre Babys geht. Hier im Südosten Berlins taucht kein Liam, kein Mohammed, keine Hannah und keine Mila in den Top 10 des Jahres auf.

Insgesamt 917 Geburten wurden im vergangenen Jahr vom Standesamt in Treptow-Köpenick beurkundet. Der Trend geht dabei zu mehreren Vornamen. Gut die Hälfte aller Neugeborenen (448 Kinder) erhielt nur einen Vornamen, für 410 Kinder wurden zwei Vornamen registriert. 41 Kinder gehen nun mit drei Vornamen durch die Welt, fünf Babys wurden sogar mit mehr als drei Vornamen beglückt.

Bei den Jungs liegt der alte Name Karl ganz vorne

Bei den Jungs liegen Namensklassiker ganz vorn in der Hitliste. Auf Platz 1: Karl. Dieser Name erlebt nach rund 100 Jahren wieder ein Comeback. Karl war schon Anfang des 20. Jahrhunderts populär. Von 1890 bis Ende der 1930er-Jahre hielt er sich in den Top 10 der beliebtesten Namen in Deutschland – oft auf Platz 1. Der Name leitet sich übrigens aus dem althochdeutschen Karal („Mann, Ehemann, Geliebter“) her – ebenso wie das Wort Kerl.

Auf den Plätzen 2 und 3 folgen in Treptow-Köpenick die Vornamen Alexander und Anton. Danach zeigt sich, dass Namen mit slawischer und italienischer Herkunft derzeit besonders beliebt sind: Emilio (Platz 4), Milan (5), Milo (6) oder Elio (10). Ebenfalls in den Top 10 sind die biblischen Vornamen Noah (7), Paul (8) und Ben (9).

Emma und Karl waren im vergangenen Jahr die beliebtesten Vornamen in Treptow-Köpenick.
Emma und Karl waren im vergangenen Jahr die beliebtesten Vornamen in Treptow-Köpenick.Bezirksamt Treptow-Köpenick

Bei den Mädchen liegt in Treptow-Köpenick ein Evergreen aus den letzten Jahren vorn: Emma. Deutschlandweit gehört Emma seit 2010 zu den zehn Favoriten. Ähnlich wie Karl gehörte Emma im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert zu den Namenshits in Deutschland, in den 1940ern geriet er außer Mode. Emma kommt aus dem Althochdeutschen, ist die Kurzform von Irmgard und bedeutet „allumfassend“ oder „groß“.

Bei den Mädchen sind Vornamen mit „mi“ beliebt

Auch bei den Mädchen erfolgt die Namensvergabe mit einem Blick in die Vergangenheit. Auf den Plätzen 2, 3 und 4 folgen in Treptow-Köpenick Nora,  Alma und Ida.

Äußerst beliebt sind ebenfalls Namen mit der Silbe mi: Mia (Platz 6), Mina (8), Mira (9) und Emilia (10). Außerdem in den Top 10: Luna (5) und Ella (7).

Etwas anders sieht es für die gesamte Region Berlin und Brandenburg aus. Hier liegen bei den Jungs Noah, Matteo, Liam, Leon, Emil und Mohammed vorn, bei den Mädchen Hannah, Emilia, Clara, Sophia, Emma und Lina.

Sind auch Sie kürzlich Eltern geworden? Wie haben Sie Ihr Kind genannt? Und was halten Sie von der Rückkehr alter Vornamen? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com