Krankenhäuser voll

Super-Grippe überrollt Berlin

Immer mehr Grippepatienten landen in den Kliniken, besonders Kinder und ältere Menschen sind betroffen. Genannt wird sie Supergrippe.

Author - Tobias Esters
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Besonders Kinder sind von der aktuellen Grippewelle betroffen.
Besonders Kinder sind von der aktuellen Grippewelle betroffen.Sebastian Gollnow/dpa

Berlin steckt mitten in einer heftigen Grippewelle – und die Krankenhäuser spüren es deutlich. In den Vivantes-Kliniken steigen die Grippefälle seit Dezember spürbar an. Besonders ältere und vorerkrankte Patienten müssen stationär aufgenommen werden, einige sogar auf der Intensivstation.

Mehr Grippefälle auch bei den DRK-Kliniken

Auch die DRK-Kliniken melden mehr Fälle. Rund 50 Grippepatienten mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (Stand: 12. Januar). Viele Betroffene kämen zwar wegen anderer Beschwerden ins Krankenhaus – doch die Grippe laufe oft „nebenher“ mit. Gefährlich wird das vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen.

Diese Influenza-Viren treiben die aktuelle Grippewelle in Berlin an.
Diese Influenza-Viren treiben die aktuelle Grippewelle in Berlin an.NIH-NIAID/IMAGE POINT FR/IMAGO

Besonders dramatisch ist die Lage auch bei Kindern. Am Sana-Klinikum Lichtenberg schlägt Chefarzt Tobias Tenenbaum Alarm: „Wir sind bis aufs letzte Bett gefüllt.“ Die Kinderstationen seien stärker ausgelastet als im vergangenen Jahr.

Viele kleine Patienten leiden an schweren Lungenentzündungen, einige müssen sogar auf der Intensivstation behandelt und beatmet werden. Betroffen sind vor allem Säuglinge, Kleinkinder und jüngere Kinder.

Pankow besonders stark betroffen

Die Grippe trifft Berlin nicht überall gleich stark. Besonders heftig erwischt hat es derzeit Pankow. Dort liegt die Influenza-Inzidenz deutlich höher als in allen anderen Bezirken. Auch in Mitte, Neukölln und Lichtenberg sind die Zahlen überdurchschnittlich hoch. Vergleichsweise glimpflich kommen dagegen Bezirke wie Friedrichshain-Kreuzberg oder Steglitz-Zehlendorf davon.

Hinter der aktuellen Welle steckt offenbar auch eine besonders aggressive Virusvariante. Es geht um die sogenannte Influenza-Subklade K aus der H3N2-Gruppe. Sie breitet sich schneller aus als frühere Grippeviren und kann bestehende Antikörper leichter umgehen.

So erkennen Sie die Grippe

Die „Supergrippe“ kommt oft plötzlich und mit voller Wucht. Viele Betroffene berichten, sie fühlten sich „wie verprügelt“. Im Unterschied zur Erkältung beginnt die Grippe nicht schleichend, sondern abrupt. Anders als bei Covid treten Geruchs- und Geschmacksverlust eher selten auf.

Typische Symptome:
  • Fieber über 38,5 Grad, oft mit Schüttelfrost
  • Starkes Krankheitsgefühl, extreme Erschöpfung
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Trockener, quälender Husten
  • Halsschmerzen, manchmal Schnupfen
  • Bei Kindern: Übelkeit, Erbrechen, gelegentlich Durchfall

Treten diese Symptome plötzlich und heftig auf, ist Vorsicht geboten. Besonders bei Kindern, Älteren und Vorerkrankten sollten Betroffene nicht zögern, ärztlichen Rat einzuholen, und sich konsequent isolieren, um andere zu schützen.

So schützen Sie sich vor Grippe

Mit diesen Tipps kommen Sie besser durch die Grippezeit
  • Hände regelmäßig waschen
    Mindestens 20–30 Sekunden mit Seife, auch zwischen den Fingern. Unterwegs hilft Desinfektionsmittel.
  • Maske in vollen Räumen tragen
    Schützt vor Grippe und anderen Atemwegsinfekten.
  • Nicht ins Gesicht fassen
    Viren gelangen über Augen, Nase und Mund in den Körper.
  • Abstand zu Kranken halten
    Husten, Niesen, Menschenmengen möglichst meiden.
  • Kein Händeschütteln, keine Umarmungen
    Freundlich verzichten – das senkt das Ansteckungsrisiko deutlich.
  • Regelmäßig lüften und reinigen
    Mehrmals täglich stoßlüften, häufig berührte Flächen sauber halten.
  • Keine persönlichen Dinge teilen
    Zahnbürste, Handtücher, Schnupfenspray bleiben privat.
  • Immunsystem stärken
    Ausreichend schlafen, gesund essen, Stress vermeiden, warm anziehen. Bewegung hilft – bei Krankheit aber Ruhe gönnen.

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