Er wird das Bild auf Berlins Straßen nachhaltig verändern: der Urbanliner. Die neue Straßenbahn der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit gigantischen Ausmaßen soll von Mitte Februar an die Menschen durch die Hauptstadt fahren und für mehr Komfort durch ein größeres Platzangebot sorgen.
Die Ausmaße der XXL-Tram sind geradezu monströs: knapp 51 Meter lang, 2,40 Meter breit, bis zu 100 Tonnen schwer. Mit ihr können maximal 312 Fahrgäste von A nach B gebracht werden.
Noch vor ein paar Jahren fuhren Tatra-Bahnen durch Berlin
Vor einigen Jahrzehnten waren diese Zahlen noch unvorstellbar. Wer erinnert sich nicht an die guten alten Tatra-Bahnen zurück, die noch bis Mitte 2021 durch die Hauptstadt fuhren? Verglichen mit dem neuen Urbanliner von Alstom sahen die Züge des tschechoslowakischen Straßenbahn-Fahrzeugherstellers ČKD Tatra wie Zwerge aus.
Wie viele Tatra-Züge würden heute in einen Urbanliner passen? Der KURIER hat Zahlen und Daten verglichen.
Urbanliner ist fünfmal so schwer wie eine Tatra-Bahn
Der Urbanliner bringt es auf 50,89 Meter und soll damit dem Wachstum auf Berlins Straßen gerecht werden. Der Tatra KT4D, der von 1974 bis 1990 gebaut wurde, brachte es hingegen auf eine Länge von nur 19,05 Metern. Er würde also 2,6 Mal in einen heutigen Urbanliner passen – ein Bild, das man sich kaum vorstellen kann.
Auch beim Gewicht trennen die beiden Straßenbahnen Welten. Der neue Urbanliner, von dem die BVG 65 Stück bestellt hat, bringt es maximal auf 100 Tonnen. Im Vergleich dazu waren die Tatra-Züge Leichtgewichte. Sie wogen gerade einmal 19,5 Tonnen. Heißt: Die neue XXL-Tram ist mehr als fünfmal so schwer.
Kapazität hat sich verdreifacht
Dieses Gewicht muss natürlich angetrieben werden – und dazu braucht es viel Kraft. Der gelbe Gigant verfügt über eine Antriebsleistung von insgesamt 880 Kilowatt (kW), 16 Asynchronmotoren mit je 55 kW Leistung sorgen für den Vortrieb. Und der Tatra KT4D? Der brachte es auf 140 kW. Er wurde von vier Motoren mit je 40 kW angetrieben. Somit hat der Urbanliner mehr als sechsmal so viel Leistung wie die alten DDR-Fahrzeuge.
Wenig überraschend sind auch die Unterschiede beim Platzangebot enorm. Während es der Urbanliner auf stolze 312 Fahrgäste bringt, schaffte es der Tatra auf nur 100 bis 110 (je nach Ausstattung). Somit befördert der Urbanliner heute dreimal mehr Personen als der Tatra früher. Ein Gigant in jeder Hinsicht.

