Auch in Berlin

Die Eierpreise steigen, die Regale leeren sich

Die Eierkrise erreicht Deutschland: steigende Preise, leere Regale, Lieferengpässe. Bauern und Handel warnen – kurz vor Ostern wird es besonders knapp.

Author - Stefan Henseke
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Leere Regale: In vielen Supermärkten gibt es jetzt Lieferschwierigkeiten bei Eiern. Und die, die es gibt, sind teurer als vor der Vogelgrippe.
Leere Regale: In vielen Supermärkten gibt es jetzt Lieferschwierigkeiten bei Eiern. Und die, die es gibt, sind teurer als vor der Vogelgrippe.Roland Hartig/imago

In den USA waren die Eierregale im vergangenen Jahr leergebombt, jetzt holt auch uns die Eierkrise ein. Die Preise steigen an, die Regale werden leerer. Keine guten Nachrichten – gerade in Hinblick auf Ostern.

Insbesondere abends sind die Eierregale in vielen Märkten wie leer gefegt. Einige Supermärkte informieren Kunden jetzt mit Zetteln am Eier-Regal über Lieferengpässe. „Leider kommt es auf Grund der aktuellen Marktlage zu Lieferengpässen bei Eiern“, heißt es etwa bei Kaufland.

Zum Jahresbeginn erhöhte Aldi Nord den Preis für zehn Eier aus Bodenhaltung von 1,99 auf 2,49 Euro – ein Plus von rund 25 Prozent. Bei Rewe kosten zehn Eier ab 2,39 Euro, Netto wirbt gerade mit Kampfpreisen von 2,09 Euro um Kunden. Vor Corona gab es 10 Eier manchmal noch für unter 1 Euro.

Grüne Woche ganz ohne Geflügel

Für die hohen Preise sorgt ein Mix aus Gründen: Die Vogelgrippe ist noch nicht überwunden, zehntausende Tiere mussten getötet werden, viele Ställe werden umgebaut, über die Feiertage  vor dem Jahreswechsel gab es weniger Produktionstage.

Auch auf der Grünen Woche 2026, die gerade in den Hallen unter dem Funkturm stattfindet, gibt es wegen der Vogelgrippe keine Hühner oder anderes Geflügel in der Tierhalle.

Schafe, Pferde, Rinder: Die Tierhalle der Grünen Woche muss in diesem Jahr ohne Geflügel auskommen.
Schafe, Pferde, Rinder: Die Tierhalle der Grünen Woche muss in diesem Jahr ohne Geflügel auskommen.Political Moments/imago

Der Brandenburger Bio-Bauer Fabian Engelmann spürt die Folgen der aktuellen Lage direkt auf seinem Hof. Rund 6000 Legehennen leben in seinen mobilen Ställen, normalerweise liefern sie je nach Alter 80 bis 90 Prozent Legeleistung – aktuell etwa 5500 Eier am Tag. Doch die Stallpflicht macht ihm zu schaffen. „Wenn die Hühner nicht raus können, legen sie weniger Eier“, sagte Engelmann der Berliner Zeitung.

Der Lebensmitteleinzelhandel muss zurzeit höhere Preise an die Erzeuger zahlen, erklärt ein Sprecher des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft.  „Die Preiserhöhung kommt also direkt bei den Erzeugern an“, heißt es dort.

Deutsche essen immer mehr Eier

Dazu kommt: Die Deutschen essen immer mehr Eier. Der jährliche Verbrauch stieg zuletzt von 239 auf 249 Eier pro Person. 70 Prozent der Eier werden in Deutschland produziert, der Rest im Ausland. Vorwiegend aus den Niederlanden (rund 28 Prozent). Doch von dort kommt zurzeit weniger bei uns an, da auch die Niederlande mit Ausfällen zu kämpfen haben.

Zusätzlich macht das nahende Osterfest im April schon jetzt die Eier knapp. Die Lebensmittelindustrie bestellt mehr – für gefärbte und  gekochte Ostereier. Das aber normalisiere sich wieder – „auch wenn jetzt viel Alarm gemacht wird“, beruhigt Hans-Peter Goldnick, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft im Gespräch mit der B.Z.

Wie sieht es bei Ihnen im Supermarkt aus? Bitte schreiben Sie uns an:  leser-bk@berlinerverlag.com