Zoff um Verantwortung

Bundestag streitet über Berliner Mega-Blackout

Als vor einigen Tagen in Teilen Berlins die Lichter ausgingen, war das Krisenmanagement der Politik durchaus überschaubar. Jetzt wurde abgerechnet.

Author - Kay Schöphörster
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Aktuelle Stunde im Deutschen Bundestag. Die Abgeordneten stritten um den Berliner Mega-Blackout Anfang Januar.
Aktuelle Stunde im Deutschen Bundestag. Die Abgeordneten stritten um den Berliner Mega-Blackout Anfang Januar.Andreas Gora/imago

Es war der Mega-Blackout, der Berlin Anfang Januar lahmlegte: Nach einem mutmaßlich linksextremen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Südwesten der Hauptstadt gingen am 3. Januar die Lichter aus. Rund 100.000 Berliner ohne Strom – mitten im Winter!

Am Mittwoch hatte die Stromlosigkeit in der Hauptstadt ein parlamentarisches Nachspiel während einer Aktuellen Stunde im Bundestag.

Es hagelte heftige Vorwürfe gegen den schwarz-roten Berliner Senat und die Bundesregierung. „Völliger Blackout an politischer Verantwortung“, polterte AfD-Mann Gottfried Curio. Der Linke-Abgeordnete Ferat Kocak legte nach: „Die Betroffenen wurden im Stich gelassen!“

Grüne gehen auf Minister Dobrindt los

Auch die Grünen schossen scharf – und zwar gegen Verkehrsminister Alexander Dobrindt. Innenpolitiker Marcel Emmerich wollte wissen: „Wo waren Sie eigentlich während der Krise? In Berlin oder bei Ihrer Klausur in Seeon?“ Dobrindt konterte: „Ich war bei Krisensitzungen in Berlin – und ja, auch in Seeon. Die Tagung war notwendig für mehr Sicherheit in Deutschland.“

Doch die Frage bleibt: Hat die Politik versagt, während Berlin frierend im Dunkeln saß? Die Kritik wird lauter, die Stimmung gereizt. Klar ist: Der Anschlag hat nicht nur Kabel zerstört – er legt auch die Schwachstellen im Krisenmanagement offen. Und die Debatte darüber dürfte noch lange weiterglühen.