Einzigartiges Mosaik-Heft

Heft Nr. 1 des neuen Digedags-Abenteuers ist eine wertvolle Rarität

Das Erscheinen dieser Digedags-Ausgabe ist eine Sensation. Das erste gedruckte Heft ist für Fans besonders begehrt.

Author - Norbert Koch-Klaucke
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Buchbinder Markus Armstroff (37), Druckerei-Chef Sven Regen (51) und Azubi Vanessa Nowrat (18) vor dem ersten gedruckten Heft des letzten Digedags-Abenteuers.
Buchbinder Markus Armstroff (37), Druckerei-Chef Sven Regen (51) und Azubi Vanessa Nowrat (18) vor dem ersten gedruckten Heft des letzten Digedags-Abenteuers.Norbert Koch-Klaucke

Für Fans ein echter Schatz! Das erste Heft des gerade herausgebrachten letzten Digedags-Abenteuers, das die Druckmaschine verlassen hat. Keine Frage: Diese wertvolle Rarität hätte garantiert jeder Fan des DDR-Kultcomics Mosaik in seinem Besitz.

Das Abenteuer „Das Konzert unter Wasser“: Der KURIER war vor wenigen Tagen dabei, als Hunderte Hefte der Mosaik-Ausgabe im PIEREG-Druckcenter in Berlin-Marienfelde aus der Maschine liefen.

Eine Sensation für die Liebhaber der Digedags, den Comic-Helden aus der DDR. Denn dieses Abenteuer durfte vor 62 Jahren im Osten nicht erscheinen.

Grund war ein Streit zwischen dem Mosaik-Gründer Hannes Hegen (eigentlich Johannes Hegenbarth, 1925–2014) und dem Verlag Junge Welt, der damals die Digedags-Hefte vertrieb.

Die erste Doppelseite des letzten Digedags-Abenteuers.
Die erste Doppelseite des letzten Digedags-Abenteuers.Norbert Koch-Klaucke

Jetzt ist also die Mosaik-Ausgabe Nummer 91 da, die eigentlich im Juni 1964 das Licht der Welt erblicken sollte. Auf 24 Seiten findet nicht nur die bisher unvollendete Geschichte um den deutschen U-Boot-Erfinder Wilhelm Bauer (1822–1875) ihren Abschluss. Sie ist auch das große Finale der sogenannten Erfinderserie, die in den 60er-Jahren erschien. Endlich bekommen die Fans damit auch den richtigen Übergang zur nächsten Serie zu sehen – den beliebten Digedags-Abenteuern mit Ritter Runkel.

Nr. 1 des letzten Digedags-Abenteuers: So wertvoll ist es

Schon allein das macht diese Mosaik-Ausgabe bei Fans so wertvoll. Ein richtiger Schatz wird sie aber, wenn man das erste Heft dieser Ausgabe besitzt, das aus der Druckmaschine kam – nicht nur, weil es fast genauso wie die Mosaik-Hefte zu DDR-Zeiten duftet. „Dieses Heft ist beim Einrichtungsprozess entstanden, gehört nicht zu denen, die jetzt in den Verkauf kommen“, sagt Druckerei-Chef Sven Regen (51).

Solche Raritäten sind bei den Fans absolut begehrt. Das sagt auch Pfarrer Matthias Friske (57). Der Gottesmann aus Salzwedel ist als Autor des Buches „Die Geschichte des Mosaik von Hannes Hegen“ (2010) in Fan-Kreisen sehr geschätzt. Auch er hat sich schon das letzte Digedags-Abenteuer im Internet (digedags.mosaik.eu) bestellt, das stolze 15 Euro kostet und über den „Steinchen für Steinchen“-Verlag (hier erscheinen die Mosaik-Hefte mit den Abrafaxen) vertrieben wird.

Das erste Mosaik-Heft aus dem Jahr 1955: Für 2200 Euro bietet ein Internet-Händler dieses nur „gut“ erhaltene Exemplar an.
Das erste Mosaik-Heft aus dem Jahr 1955: Für 2200 Euro bietet ein Internet-Händler dieses nur „gut“ erhaltene Exemplar an.privat

„Sicher, viele würden sogar richtig Geld für das erste gedruckte Heft dieser Nummer ausgeben“, sagt Friske. „Die Mosaik-Fangemeinschaft ist schon hinter Besonderheiten hinterher. Auch die alten Hefte mit den Digedags haben bei ihnen einen hohen Stellenwert.“

Erstes Mosaik-Heft von 1955 ist bis zu 10.000 Euro wert

Wie hoch, sieht man bei den Angeboten bei Ebay. Für die Mosaik-Ausgabe Nr. 6 („Dig, Dag, Digedag und der überlistete Krake“) aus dem Jahr 1957 wird 490 Euro verlangt. Für die zweite Nummer  („Windstärke 12“, 1956) werden bei einem Anbieter schon stolze 3264 Euro aufgerufen. Und utopisch hohe Preise werden für das erste Mosaik-Heft „Auf der Jagd nach dem Golde“ verlangt, das 1955 erschien.

Da ist es – das erste gedruckte Mosaik-Heft vom letzten Abenteuer der Digedags.
Da ist es – das erste gedruckte Mosaik-Heft vom letzten Abenteuer der Digedags.Norbert Koch-Klaucke

„Wenn dieses Heft noch Kiosk-Qualität hat, werden Summen von  6000 bis 10.000 Euro aufgerufen“, sagt Frank Wochatz (55), Ladeninhaber von „Comics & Graphics“ an der Prenzlauer Allee. „Meines Wissens gehören das erste Mosaik-Heft und das erste deutsche Micky-Maus-Heft von 1951 zu den teuersten gehandelten Comic-Heften in Deutschland.“

Und wie ist es mit dem ersten gedruckten Heft des gerade erscheinenden letzten Digedags-Abenteuers? Das könnte schon in den dreistelligen Bereich gehen, meint der Händler. „Aber ehrlich, wer gibt denn einen solchen Schatz her?“

Übrigens: Bis auf Heft Nr. 1 wird die neue Digedags-Ausgabe „Das Konzert unter Wasser“ natürlich ganz normal verkauft. Der „Steinchen für Steinchen“-Verlag (hier erscheinen die Mosaik-Hefte mit den Abrafaxen) stellt für das Digedags-Heft einen Verkaufsshop im Internet zur Verfügung. Unter digedags.mosaik.eu kann das Heft (kostet 15 Euro) bestellt werden.

Freuen Sie sich auch schon über das neue Digedags-Abenteuer? Sind Sie ein Fan der Digedags? Schicken Sie uns einen Leserbrief an leser-bk@berlinerverlag.com.