E-Paper-Teaser
BERLINER KURIER - Berlins ehrliche Boulevardzeitung im Netz

Rebecca seit einer Woche vermisst: „Wir vermuten, dass sie jemanden treffen wollte“

Fliesenleger Bernd Reusch (45) zeigt ein Plakat, mit dem er und seine Familie nach Rebecca suchen.

Fliesenleger Bernd Reusch (45) zeigt ein Plakat, mit dem er und seine Familie nach Rebecca suchen.

Foto:

Eric Richard

Berlin -

„Sie rief immer an – auch wenn sie sich nur ein paar Minuten verspätet hat“, sagt Bernd Reusch (45). Der Fliesenlegermeister aus Rudow glaubt, dass seine Tochter Rebecca (15) gegen ihren Willen festgehalten wird. Jetzt ermittelt eine Mordkommission. Die Polizei will herausfinden, mit wem sie am Morgen ihres Verschwindens Nachrichten schrieb. Und warum sie eine Decke einsteckte, obwohl sie zur Schule gehen wollte.

Hinweise gaben der Polizei keinen Aufschluss gegeben

Aus Stunden wurden Tage, aus Hoffnung Verzweiflung. Familie Reusch aus Neukölln ist erschöpft, weiß nicht mehr weiter. Sie bitten alle Berliner bei der Suche nach „Becci“, wie sie liebevoll von Freunden und Angehörigen genannt wird, zu helfen. Ihr Vater bittet alle Berliner, in leerstehenden Gebäuden, Kellern und Kleingartenanlagen – also in Räumen, die im Winter nicht oder weniger genutzt werden, nach seiner Tochter zu suchen.

Rebecca Reusch (15) verschwand am 18. Februar auf dem Weg zur Schule. Sie verließ die Wohnung ungewöhnlich früh.

Rebecca Reusch (15) verschwand am 18. Februar auf dem Weg zur Schule. Sie verließ die Wohnung ungewöhnlich früh.

Foto:

Polizei

Die ersten 17 Hinweise aus der Bevölkerung hatten bis gestern Abend keinen Aufschluss über ihren Aufenthaltsort gegeben. Die Polizei hatte am Wochenende Fotos von Rebecca und ihren Kleidungsstücken veröffentlicht, die sie morgens am Tag ihres Verschwindens angezogen hatte.

Rebecca erschien nicht zur Schule

Sicher ist: Das Mädchen hatte sich auf jeden Fall am Montagmorgen vergangener Woche in der Wohnung ihrer Schwester (27) am Maurerweg in Britz aufgehalten. Rebecca hatte nach Absprache mit ihren Eltern dort übernachtet. Nach dem Auslesen der Daten des WLAN-Routers steht fest, dass sie morgens Nachrichten per WhatsApp schrieb. Als ihr Schwager an dem Morgen um 7.15 Uhr in das Zimmer schaute, war die 15-Jährige bereits weg. „Das ist ungewöhnlich, denn sie steht eigentlich nicht so gerne früh auf“, sagt ihr Vater.

Zumal ihr Unterricht in der Walter-Gropius-Schule an der Fritz-Erler-Allee erst um 9.50 Uhr begonnen hätte. Dort kam sie jedoch nie an. Ihre Wechselwäsche und Zahnbürste ließ sie in der Wohnung ihrer Schwester zurück. Sie nahm nur einen roten Rucksack der Marke Vans mit.

Polizei befragte auch Rebeccas Mitschüler

Ihr Vater zum KURIER: „Wir sind uns sicher, dass sie nicht weggelaufen ist.“ Die Schülerin aus der zehnten Klasse sei zuverlässig und habe sich immer telefonisch abgemeldet, wenn sie später kam, versichern ihre Eltern und die beiden Schwestern. Außerdem wollte sie Montag nach der Schule unbedingt ihr Zimmer mit Fotos neu gestalten. Darauf habe sie sich gefreut, so der Vater. Dafür hatte sie sich extra Bilder in den Gropius Passagen ausdrucken lassen.

Einen festen Freund habe sie nicht, glaubt ihre Familie. Ungewöhnlich sei aber, dass sie eine Decke mit zur Schule nahm. „Wir vermuten, dass sie jemanden treffen wollte“, sagt ihr Vater. Der Fliesenlegermeister gab an, gehört zu haben, dass Rebecca in der Schule Streit hatte. Die Polizei befragte daraufhin Mitschüler, da es Hinweise auf Mobbing gab. „Sie wollte die Schule wechseln, um Fachabitur zu machen“, so der 45-Jährige.

Rebecca ist etwa 1,75 Meter groß, schlank und wirkt älter, als sie ist. Nach Polizeiangaben könne sie für eine 18-Jährige gehalten werden