Das Eis und die Glätte beherrschen Berlin, halten die Hauptstadt fest im Griff – Berlin steckt im Winter fest. Und er fordert seine Opfer: Laut Unfallkrankenhaus Berlin verletzte sich ein Patient bei einem Sturz so schwer, dass er nun querschnittsgelähmt ist. Und es wird noch schlimmer: Am Donnerstag soll der Eisregen ein weiteres Mal Berlin kalt erwischen. Früh am Morgen schneit es schon, diesmal ist es aber mehr feuchter Schneegriesel.
DWD-Expertin warnt: Bleiben Sie in Ihren Häusern!
Die Berliner sollten deshalb besser zuhause bleiben. Davor, die Wohnung zu verlassen, warnt jetzt eine Expertin des Deutschen Wetterdienst in einem Gespräch mit dem Nachrichtenportal t-online. Laut der Sprecherin des DWD liegt Berlin genau an einer Wettergrenze. Regional kann Schnee fallen, es droht aber auch neuer Eisregen – in der vergangenen Woche brachte gefrierender Regen sogar den Tram-Verkehr in der Hauptstadt zum Erliegen, weil die Oberleitungen einfroren. Am Donnerstagmorgen nun gibt es große Probleme bei S- und U-Bahn.
Die DWD-Expertin warnte vor unwetterartigem Glatteis – und rät dazu, dass die Berlinerinnen und Berliner gar nicht erst das Haus verlassen sollten, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Vor allem Kinder und ältere Menschen sollten demnach besonders vorsichtig sein. Besonders gefährlich: Schneit es auf die zugefrorenen und vereisten Flächen, kann man das spiegelglatte Eis nicht mehr sehen. Lockerer Schnee sorgt obendrein für zusätzliche Rutschgefahr.

Auch Wetter-Experte Dominik Jung von wetter.net warnt. Schon in der Nacht sollten sich neue Niederschläge nach Osten und Nordosten verlagern, schrieb er in einer Wetterkolumne im Westfälischen Anzeiger. Hier sollen die Niederschläge dann auch über Donnerstag und Freitag anhalten. „In der Osthälfte Deutschlands steigt die Wahrscheinlichkeit für eine ausgeprägte Glatteislage nochmals an“, sagt er. Und: auch intensiver Schneefall ist möglich.
Die Kombination aus Schnee, Eisregen und gefrierender Nässe macht diese Region besonders anfällig für Verkehrschaos, Stromausfälle und Behinderungen im Alltag.
Vor allem den Osten und Nordosten Deutschlands könnte es richtig hart erwischen. „Die Kombination aus Schnee, Eisregen und gefrierender Nässe macht diese Region besonders anfällig für Verkehrschaos, Stromausfälle und Behinderungen im Alltag“, warnt Dominik Jung. Und mahnt zu umsichtigem Verhalten: „Vorsicht und Zurückhaltung im Straßenverkehr sind dringend angeraten.“
Das bekamen viele Berliner im Osten der Stadt schon am Mittwochabend zu spüren: Plötzlich sprang die Warn-App Katwarn an, vermeldete für den kompletten Osten Berlins eine „amtliche Unwettewarnung vor Glatteis“. Auch hier hieß es: „Gefahr für Leib und Leben durch plötzlich gefrierenden Regen“ - und die Berliner wurden gebeten, Aufenthalte im Freien zu vermeiden. Autofahrer sollen demnach darauf achten, Decken und warme Getränke mitzuführen.
Neue Glätte und Eiseskälte: Berlin in Alarmbereitschaft
Aufgrund der drohenden neuen Glätte ist die ganze Stadt bereits in Alarmbereitschaft. Beispiel BVG: Nachdem in der vergangenen Woche die Oberleitungen der Straßenbahn einfroren und über Tage hinweg mühevoll enteist werden mussten, stehen nun zusätzliche Fahrer und Fahrerinnen sowie weitere Fahrzeuge bereit. Der Plan: Das Unternehmen will die Leitungen durch zusätzliche Fahrten möglichst eisfrei halten. Außerdem habe man mit der BSR vereinbart, besonders kritische Bereiche frühzeitig zu streuen, um Probleme mit dem Glatteis zu vermeiden.

Bitter auch: Weil der BSR nun so viel Arbeit droht, wurde auch die Unterstützung der Bezirke vorerst eingestellt. Seit dem vergangenen Wochenende kümmerte sich das Unternehmen auch um Stellen, an denen es sonst nicht für das Räumen von Schnee und Eis zuständig ist. Die Bezirke selbst kommen mit den Kontrollen der Räumpflicht gar nicht mehr hinterher, weil das Personal fehlt. Aus Friedrichshain-Kreuzberg hieß es zuletzt unter anderem, man könne Meldungen über nicht geräumte Gehwege nicht schnell und konsequent genug verfolgen.
„Wegen des erneuten Schneefalls und des ab morgen drohenden Eisregens wird die BSR diese zusätzliche Unterstützung vorerst aussetzen, um ihre eigenen Aufgaben im Winterdienst gemäß gesetzlicher Festlegung prioritär zu erfüllen“, sagt eine Sprecherin der Stadtreinigung. An vielen Stellen müssen die Berliner nun aber mit vereisten Gehwegen rechnen – weil die BSR sich nicht kümmern kann.
Berlin hätte das Streusalz jetzt dringend gebraucht
Und das ausgerechnet nach einem Tag, an dem auf Initiative von Naturschützern die Erlaubnis für die Nutzung von Streusalz wieder gekippt wurde. Die Krankenhäuser der Stadt dürfen in den kommenden Tagen jedenfalls ordentlich Arbeit bekommen.




