Immer mehr Billig-Eier aus Käfighaltung landen falsch deklariert in der EU, also auch in Deutschland. Die Einfuhr wurde erleichtert, da seit Herbst 2025 neue zollfreie Importquoten für ukrainische Agrarprodukte in der Europäischen Union gelten. Bei Eiern und Eiprodukten ist jetzt die dreifache Menge (18.000 Tonnen pro Jahr) erlaubt, aber auch Geflügelfleisch, Getreide oder Zucker aus der Ukraine fluten jetzt unsere Märkte.
Die höhere Importquote begünstigt auch Betrüger
Problem: In der Ukraine gelten weniger strenge Vorschriften für die Qualität der Produkte, es wird nicht wie bei uns kontrolliert. Oft werden dort die Hühner in engen Käfigen gehalten, die bei uns gar nicht mehr erlaubt sind. Tierwohl, Hygiene und Rückverfolgbarkeit werden laxer gehandhabt.
Die höhere Importquote begünstigt auch Betrüger. Ukrainische Eier aus Legebatterien werden durch Tricksereien zu Bio-Eiern im EU-Markt. „In einigen Ländern akzeptieren Packstellen ungestempelte ukrainische Eier, um sie dann als Bio-Eier weiterzugeben“, erklärte gerade ein Experte vom flämischen Landesverband für Geflügelzucht in Belgien.
Brisant: Brüssel weiß nicht, welche EU-Staaten die Kennzeichnungspflicht anwenden und welche nicht, schreibt das Fachportal Geflügelnews.de.
Theoretisch erkennt man Eier aus der Ukraine sofort. An dem aufgedruckten Kürzel, mit dem jedes Ei gestempelt wird. Für die Ukraine steht das Kürzel UA. Davor müsste die Zahl für die Haltungsform stehen – 0 für Bio-Eier, 1 für Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung und 3 für Käfighaltung.
Flüssig-Eier sind das Problem für Deutschland
Doch mit ungestempelten Eiern wird dieses Prinzip, das Kunden im Supermarkt Sicherheit geben soll, ausgehebelt. Eier mit dem Aufdruck UA findet man in Deutschland praktisch nie. Bei uns werden vor allem Eier aus Deutschland und aus den Niederlanden verkauft.

Aber nicht die sogenannten Schaleneier, sondern Flüssig-Eier für die Lebensmittelindustrie sind deshalb für uns das viel größere Problem. In immer mehr Nudeln, Backwaren und Fertiggerichten landet Flüssig-Ei aus ukrainischer Produktion.
Doch Herkunft und Haltungsform der Eier müssen auf den Verpackungen nicht aufgedruckt werden. Keiner weiß also, welche Eier in seinen Spaghetti oder Kuchen aus dem Supermarkt landen.
Schon im August machten Eier aus der Ukraine Negativ-Schlagzeilen in der EU: In Ukraine-Eiern, die die Supermarktketten Carrefour und Leclerc anboten, wurden in der EU verbotene Antibiotika gefunden.
Ukraine verdoppelt die Ei-Importe
Das Nationale Komitee zur Förderung von Eiern, das in Frankreich Landwirte, Verarbeiter und Händler vertritt, warnte vor einem „erheblichen Gesundheitsrisiko für Verbraucher“. Die Eier könnten „Stoffe enthalten, die in Europa verboten sind“. Hunderttausende Eier gelangten damals in den Handel.
Frankreichs Agrarministerin Annie Genevard kritisierte die Supermärkte, weil diese nicht der französischen Produktion „Vorrang vor Importen von Lebensmitteln einräumen, die unsere Standards nicht erfüllen“.



