Chaos durch Glatteis

BSR verteilt nur noch an drei Höfen kostenlosen Splitt gegen Eisglätte

Die Berliner Stadtreinigung spendiert weiterhin kostenlos Streugut, schränkt das Angebot aber ein.

Author - Stefan Doerr
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Auf vielen Berliner Gehwegen ist es immer noch spiegelglatt.
Auf vielen Berliner Gehwegen ist es immer noch spiegelglatt.Benjamin Pritzkuleit/Berliner Zeitung

Die Berliner Stadtreinigung reagiert weiter auf die anhaltende Eisglätte in der Hauptstadt und gibt auch in den kommenden Tagen kostenlos Splitt ab. Ab Montag wird das Angebot allerdings deutlich eingeschränkt.

An diesen drei Betriebshöfen gibt es den Gratis-Splitt

Statt an zehn Standorten wie zum Auftakt am Samstag, 31. Januar, gibt es das Streugut dann nur noch an drei BSR-Betriebshöfen. Das teilte BSR-Sprecherin Frauke Bank mit. „Wir müssen für uns eine gewisse Mindestmenge zurückhalten.“

Splitt erhalten Berlinerinnen und Berliner weiterhin an den Betriebshöfen Forckenbekstraße 2 in Wilmersdorf, Mühlenstraße 8 in Friedrichshain sowie Nobelstraße 59-61 in Neukölln. Abgegeben werden haushaltsübliche Mengen von bis zu zehn Litern – solange der Vorrat reicht.

Ein BSR-Mitarbeiter hält Streugut in der Hand – zehn Kilo gibt es gratis für alle Berliner.
Ein BSR-Mitarbeiter hält Streugut in der Hand – zehn Kilo gibt es gratis für alle Berliner.dpa

Betriebshöfe sind von 8 bis 16 Uhr geöffnet

Wer sich eindecken will, muss selbst vorsorgen: Der Splitt kann ausschließlich in mitgebrachte Eimer oder Behälter gefüllt werden, Transportmittel stellt die BSR nicht zur Verfügung. Die Betriebshöfe sind werktags von 8 bis 16 Uhr geöffnet.

Der Schritt sei auch eine Reaktion auf die angespannte Versorgungslage im Handel, erklärte Bank. „Wenn Sie in den Baumarkt gehen, ist es aktuell schwierig, Streumittel zu bekommen“, sagte sie. „Das war ein Grund für uns, zu sagen, wir geben von dem, was wir haben, ein bisschen was ab.“

Für Taumittel wie Streusalz gilt das Angebot jedoch ausdrücklich nicht. Auch hier sei die Lage angespannt. „Auch Salz ist am Markt derzeit knapp“, sagte Bank. „Wer sich jetzt Streusalz besorgen möchte, hat es schwer.“ Die vorhandenen Bestände brauche die Stadtreinigung für den eigenen Winterdienst.

Der Splitt auf den Gehwegen der Stadt wird hauptsächlich von den Berlinern selbst gestreut.
Der Splitt auf den Gehwegen der Stadt wird hauptsächlich von den Berlinern selbst gestreut.Revierfoto/Imago

Streusalz hilft kaum bei dicken Eisschichten

Zwar habe die Verkehrs- und Umweltverwaltung den Einsatz von Streusalz auf Gehwegen rechtlich ermöglicht, doch die BSR sieht das kritisch. Streusalz sei umweltschädlich und sollte nur als letztes Mittel eingesetzt werden, betonte Bank. „Und es hilft bei dicken Eisschichten auch nur bedingt.“

Stattdessen empfiehlt die Stadtreinigung Handarbeit: „Bevor man Salz auf Gehwegen einsetzt, sollte man versuchen, das Eis mechanisch aufzubrechen, also mit der Schaufel- oder Spatenkante oder einer Eisscharre.“ Anschließend sollten die Eisreste möglichst vollständig entfernt werden.

BSR verweigert Winterdienst auf Gehwegen

Eine klare Absage erteilt die BSR auch politischen Vorstößen, die Stadtreinigung solle den Winterdienst auf Gehwegen grundsätzlich übernehmen – wie zuletzt aus Reihen der Berliner Grünen gefordert. „Wir halten das mit Blick auf das dafür nötige Personal und finanziell nicht für realistisch“, erklärte Bank. Allein die Länge der Berliner Gehwege spreche dagegen: Rund 12.000 Kilometer – das sei fast die Strecke von Berlin nach New York und zurück.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com