Es wird knackigkalt. Über das Wochenende werden die Temperaturen in Berlin wieder stark sinken. Bis zu minus 8 Grad sind vorhergesagt. Glatteis, Dauerfrost und gefrierender Regen erschweren die Arbeiten der Berliner Stadtreinigung (BSR) zusätzlich. Aber endlich darf Streusalz auf den Berliner Gehwegen eingesetzt werden.
Nicht wenige Menschen fragen sich nach dieser Entscheidung der Politik nun: Ist die BSR gut auf die zweite Kältewelle binnen weniger Tage vorbereitet? Reicht das Streusalz aus? Und gibt es in Baumärkten überhaupt noch etwas, wenn ich es brauche? Der KURIER beantwortet die wichtigsten Streusalz-Fragen.
Hat die BSR genügend Streusalz?
Die BSR sieht sich für die kommenden Tage gut gewappnet. „Die BSR-Streugutlager sind derzeit ausreichend gefüllt. Wir ordern verbrauchtes Streugut kontinuierlich nach – und werden auch mit neuem Streugut beliefert“, sagt ein Unternehmenssprecher.
Das Unternehmen ist mit rund 2.300 Beschäftigten mit 540 Räum- und Streufahrzeugen unterwegs. Die Einsatzkräfte würden in mehreren Schichten unterwegs sein. „Auch rund um die Uhr“, betont der Sprecher.

Wer ist für das Streuen auf den Gewegen zuständig?
Das sind die Anlieger selbst. Sie sind dafür verantwortlich, dass die Wege vor ihrer Haustür schneefrei und sicher sind. Heißt: Sie müssen sich Streusalz oder Sand kaufen, um Wege zu sichern.
Und warum macht das die BSR nicht? Die ist nur für Fahrbahnen, Radfahrstreifen, Fußgängerüberwegen, Radwege, Haltestellen sowie bestimmte Plätze und Fußgängerzonen zuständig. Ob sich daran künftig etwas ändert, ist nun Teil politischer Diskussionen.
Gibt es noch Streusalz in Bau- und Supermärkten?
Der KURIER hat stichprobenartig den Test gemacht – mit erschreckendem Ergebnis. In den nachgefragten Baumärkten gab es kaum noch Streusalz. „Zehn, 25, 50 Kilo – alles weg“, sagt ein Verkäufer aus einem Baumarkt in Weißensee. „Kaum ist Ware da, ist sie auch schon weg. Kunden kaufen gleich drei bis vier Säcke!“
Ähnlich sieht es in einem Baumarkt am Kurfürstendamm in Charlottenburg-Wilmersdorf aus. „Nicht einmal die kleinen Becher sind noch da“, sagt eine Verkäuferin. „Heute ist alles weg.“ Und von einem Baumarkt in Bohnsdorf in Treptow-Köpenick heißt es: „Alles weg, seit Mittwoch!“ Wann die nächste Lieferung kommt? Das weiß der Verkäufer nicht.
Wann darf das Streusalz eingesetzt werden?
Gar nicht so leicht zu sagen. Irgendwie „ab sofort“, scheint die Antwort zu lauten. Die Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt bleibt ein wenig schwammig. Mit der Allgemeinverfügung hatte Umweltsenatorin Ute Bonde die Grundlage für den Einsatz von Streusalz ermöglicht. Ihre Senatsverwaltung „übernimmt zentral die Steuerung zur Bekämpfung der extremen und anhaltenden Glatteis-Situation. Zudem wird sie verschiedene Handlungsfelder koordinieren“, heißt es in der Mittelung.
Zur Abstimmung treffen sich am Freitag Bezirke und landeseigene Unternehmen, um „sämtliche verfügbaren Ressourcen für die Glättebekämpfung einzusetzen.“ Ziel ist ein abgestimmtes Vorgehen der öffentlichen Hand und der gleichzeitige Appell an die Berlinerinnen und Berliner, gemeinsam gegen die Glätte anzugehen. Und dann geht's vielleicht auch bald los mit dem Streusalz.




