Der Eis-Scheinheilige

Kai Wegners große Streusalz-Lüge

Das Winterchaos ist über Berlin hereingebrochen. Und nun sollen ganz schwere Geschütze aufgefahren werden, um die Lage in den Griff zu bekommen.

Author - Sebastian Krause
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Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner in Salzstreuer-Verkleidung. Seine Forderung nach Streusalz auf den Straßen dürfte nur heiße Luft sein. (KI-generiert)
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner in Salzstreuer-Verkleidung. Seine Forderung nach Streusalz auf den Straßen dürfte nur heiße Luft sein. (KI-generiert)Berliner Kurier / KI

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner spricht sich für den Einsatz von Streusalz in Berlin aus. Er fordert das Abgeordnetenhaus zu einer Ausnahme des Naturschutzgesetzes auf. Problem: So schnell geht das nicht, frühestens Ende Februar. Wegner scheint seine Tennis-Termine wohl besser zu kennen als seine politischen.

„Wir erleben in Berlin extreme Wetterbedingungen – mit Eisregen und anhaltendem Frost. Ich appelliere an das Abgeordnetenhaus, den Einsatz von Tausalz in Berlin in Ausnahmen möglich zu machen“, hatte Wegner auf der Internetplattform X (ehemals Twitter) geschrieben.

Wegner schließt sich Forderung von Verkehrssenatorin an

Wegen Eisregen und Glätte hatte es seit Wochenbeginn großes Chaos auf Berlins Straßen und Schienen gegeben. Vor allem Gehwege, Treppen und Straßen waren für Fußgänger gefährlich. Auch der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) kam nahezu völlig zum Erliegen. Nur langsam nahmen Busse und Bahnen ihren Betrieb wieder auf – auf einigen Strecken stockt es noch immer.

Als Reaktion darauf sagte der CDU-Politiker: „Es ist unsere Pflicht, dass die Menschen auch im Winter gut und sicher durch die Stadt kommen.“ Der Regierende Bürgermeister schloss sich damit den Forderungen von Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) an. Vor gut zwei Wochen hatte sie gefordert, dass in „Fällen von extremer Glätte“ ausnahmsweise auch Streusalz verwendet werden darf. Die CDU-Fraktion legte dazu am 13. Januar einen dringlichen Antrag vor, aber die SPD verweigert ihre Zustimmung.

So einfach ist das aber nicht. Das Straßenreinigungsgesetz könnte frühestens am 26. Februar im Abgeordnetenhaus geändert werden – bis dahin ist das Winterchaos wohl überstanden. Wegners Forderung wäre damit hinfällig. Also alles nur Show um vom Versagen im Blackout abzulenken und in der Eis-Krise den großen Macher mimen?

BSR sieht sich für die kommenden Tage gerüstet

Wie auch immer. Es dürfte so oder so noch einmal ungemütlich werden. In den kommenden Tagen sind wieder Schnee, Glätte und Eisregen vorhergesagt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor rutschigen Straßen.

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) sieht sich für die kommenden Tage indes gut gewappnet: Insgesamt 2300 Beschäftigte mit 540 Räum- und Streufahrzeugen kümmern sich um den Winterdienst, wie das Unternehmen auf KURIER-Anfrage erklärte.

Kai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister von Berlin will Streusalz. Bekommen wird er es wohl nicht.
Kai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister von Berlin will Streusalz. Bekommen wird er es wohl nicht.Sebastian Gollnow/dpa

Streugutlager sind bei der BSR gut gefüllt

„Unsere Einsatzkräfte sind in mehreren Schichten unterwegs – wenn es die Wetterlage erfordert, auch rund um die Uhr. Die BSR-Streugutlager sind derzeit ausreichend gefüllt. Wir ordern verbrauchtes Streugut kontinuierlich nach – und werden auch mit neuem Streugut beliefert“, sagte ein BSR-Sprecher dem KURIER.