Langsam tauen Berlins Straßen und Schienen wieder auf – damit auch der öffentliche Nahverkehr. Während am Dienstag noch vielerorts die Folgen des Winterchaos zu spüren waren, wird es am Mittwoch zunehmend entspannter. Aber Achtung: Die nächste Kaltfront kommt bereits!
Viele Straßenbahnen nehmen Betrieb wieder auf
Am Dienstag haben vor allem die Straßenbahnen ihren Dienst wieder aufgenommen. Jetzt fahren auch die M2 (Am Steinberg und Alexanderplatz), M4 (Sulzfelder Straße und Hackescher Markt), M5 (Hackescher Markt und Betriebshof Lichtenberg), M8 (Alt-Marzahn und Landsberger Allee/Petersburger Straße), 21 (Marktstraße und S+U Lichtenberg/Gudrunstraße) und 50 (S+U Pankow und Virchow-Klinikum) wieder.
Auf den Linien Tram 62 (S Mahlsdorf und Müggelheimer Straße/Wendenschloßstraße), 68 (S Grünau und Alt-Schmöckwitz via Schappachstraße, Lübbenauer Weg, Adlergestell/Vetschauer Allee und Zum Seeblick) und 50 (Französisch Buchholz und S Pankow) fährt hingegen Ersatzverkehr.
„Wir versuchen jetzt Stück für Stück, die Straßenbahnen vom Hof zu bekommen“, hatte am Dienstagvormittag eine BVG-Betriebsaufsicht zum KURIER gesagt. Viele Oberleitungen waren noch immer vereist. Deshalb kam die Inbetriebnahme weiterer Linien nur schleppend voran.
U-Bahnen fahren wieder
Wie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) am Dienstagabend mitteilte, fahren die U-Bahnen im gesamten Netz wieder planmäßig. Lange Zeit war es aber so, dass es Probleme mit der U2 gab. Dort führen zunächst keine Züge zwischen Potsdamer Platz und Wittenbergplatz. Die BVG wollte mit Probefahrten testen, ob der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Die Probleme sind nun behoben.
Das gilt auch für den Busverkehr. Der lief „den gesamten Tag über stabil und planmäßig“, hieß es von der BVG.

Havel-Oder-Wasserstraße bleibt lange gesperrt
Probleme gibt es dennoch: Wie die Verkehrsinformationszentrale Berlin mitteilte, bleibt die Havel-Oder-Wasserstraße (HOW) voraussichtlich bis zum 27. Februar für den gesamten Schiffverkehr gesperrt. Grund seien die zunehmenden Eisbildung und die Wetterprognosen für die kommenden Tage. Mit weiteren Sperrungen sei zu rechnen.
Aufgrund der zunehmenden #Eisbildung und Wetterprognosenbleibt die #Havel-Oder-Wasserstraße (HOW) bis voraussichtlich 27.02.2026 für die gesamte #Schifffahrt gesperrt. Mit weiteren Sperrungen ist zu rechnen.
— Verkehrsinformationszentrale Berlin (@vizberlin.bsky.social) 27. Januar 2026 um 14:21
Tagsüber hatte es auch an anderer Stelle Probleme gegeben. Die Information und die Verbindungssuche der Fahrgäste über Apps und Internetseiten funktionierte nicht richtig. Wegen der extremen Wetterlage in ganz Deutschland und den außergewöhnlich vielen Anfragen seien die IT-Systeme der externen Firma an ihre Grenzen gekommen, hieß es von der BVG.
Fernverkehr rollt wieder, aber nicht überall
Im Fernverkehr der Deutschen Bahn hat sich die Lage „erheblich verbessert“, wie ein Bahnsprecher am Morgen erklärte. Selbst die wichtigen Verbindungen an die Ostsee fahren wieder – allerdings mit deutlichen Einschränkungen. Besonders auf den Linien RE3, RE30 und RE5.
Am Montag hatte Wintertief „Leonie“ vielerorts für gesperrte Strecken und massive Verspätungen gesorgt.

Vor allem im Nordosten klempte es. Vereiste Oberleitungen legten einzelne Verbindungen zwischen Berlin und Rostock, Stralsund sowie Binz lahm. Erst am Montag hatte die Bahn den kompletten Ostsee‑Fernverkehr gestoppt.
Auch auf anderen Strecken war noch nicht alles im Takt. Reisende müssten vereinzelt mit fünf bis zehn Minuten Verspätung rechnen.
Arbeiten sind noch lange nicht abgeschlossen
Die Arbeit sind noch lange nicht abgeschlossen. In der Nacht zum Mittwoch gehen sie weiter. Laut BVG seien „alle verfügbaren Teams im Einsatz“, um die Schäden des Winters zu beseitigen. Turmwagen seien im Straßenbahnnetz unterwegs, um Oberleitungen zu prüfen und freizuhalten.



