Es geht nur langsam voran

Berlin spürt noch immer die Folgen des Wetterchaos

Auch am Dienstag ging auf Berlins Straßen kaum etwas. Nur schleppend wurde es besser. Und wie wird es am Mittwoch?

Author - Stefan Henseke
Teilen
Eine der ersten Bahnen der M5, die am Hackeschen Markt angekommen sind.
Eine der ersten Bahnen der M5, die am Hackeschen Markt angekommen sind.Sebastian Karkos

Langsam tauen Berlins Straßen und Schienen wieder auf – damit auch der öffentliche Nahverkehr. Während am Dienstag noch vielerorts die Folgen des Winterchaos zu spüren waren, wird es am Mittwoch zunehmend entspannter. Aber Achtung: Die nächste Kaltfront kommt bereits!

Viele Straßenbahnen nehmen Betrieb wieder auf

Am Dienstag haben vor allem die Straßenbahnen ihren Dienst wieder aufgenommen. Jetzt fahren auch die M2 (Am Steinberg und Alexanderplatz), M4 (Sulzfelder Straße und Hackescher Markt), M5 (Hackescher Markt und Betriebshof Lichtenberg), M8 (Alt-Marzahn und Landsberger Allee/Petersburger Straße), 21 (Marktstraße und S+U Lichtenberg/Gudrunstraße) und 50 (S+U Pankow und Virchow-Klinikum) wieder.

Auf den Linien Tram 62 (S Mahlsdorf und Müggelheimer Straße/Wendenschloßstraße), 68 (S Grünau und Alt-Schmöckwitz via Schappachstraße, Lübbenauer Weg, Adlergestell/Vetschauer Allee und Zum Seeblick) und 50 (Französisch Buchholz und S Pankow) fährt hingegen Ersatzverkehr.

„Wir versuchen jetzt Stück für Stück, die Straßenbahnen vom Hof zu bekommen“, hatte am Dienstagvormittag eine BVG-Betriebsaufsicht zum KURIER gesagt. Viele Oberleitungen waren noch immer vereist. Deshalb kam die Inbetriebnahme weiterer Linien nur schleppend voran.

U-Bahnen fahren wieder

Wie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) am Dienstagabend mitteilte, fahren die U-Bahnen im gesamten Netz wieder planmäßig. Lange Zeit war es aber so, dass es Probleme mit der U2 gab. Dort führen zunächst keine Züge zwischen Potsdamer Platz und Wittenbergplatz. Die BVG wollte mit Probefahrten testen, ob der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Die Probleme sind nun behoben.

Das gilt auch für den Busverkehr. Der lief „den gesamten Tag über stabil und planmäßig“, hieß es von der BVG.

Drei dieser Turmwagen sind auf den Gleisen unterwegs, um die Oberleitungen von Eis zu befreien.
Drei dieser Turmwagen sind auf den Gleisen unterwegs, um die Oberleitungen von Eis zu befreien.Florian Bündig/BVG

Havel-Oder-Wasserstraße bleibt lange gesperrt

Probleme gibt es dennoch: Wie die Verkehrsinformationszentrale Berlin mitteilte, bleibt die  Havel-Oder-Wasserstraße (HOW) voraussichtlich bis zum 27. Februar für den gesamten Schiffverkehr gesperrt. ‪Grund seien die zunehmenden Eisbildung und die Wetterprognosen für die kommenden Tage. Mit weiteren Sperrungen sei zu rechnen.

Aufgrund der zunehmenden #Eisbildung und Wetterprognosenbleibt die #Havel-Oder-Wasserstraße (HOW) bis voraussichtlich 27.02.2026 für die gesamte #Schifffahrt gesperrt. Mit weiteren Sperrungen ist zu rechnen.

— Verkehrsinformationszentrale Berlin (@vizberlin.bsky.social) 27. Januar 2026 um 14:21

Tagsüber hatte es auch an anderer Stelle Probleme gegeben. Die Information und die Verbindungssuche der Fahrgäste über Apps und Internetseiten funktionierte nicht richtig. Wegen der extremen Wetterlage in ganz Deutschland und den außergewöhnlich vielen Anfragen seien die IT-Systeme der externen Firma an ihre Grenzen gekommen, hieß es von der BVG.

Fernverkehr rollt wieder, aber nicht überall

Im Fernverkehr der Deutschen Bahn hat sich die Lage „erheblich verbessert“, wie ein Bahnsprecher am Morgen erklärte. Selbst die wichtigen Verbindungen an die Ostsee fahren wieder – allerdings mit deutlichen Einschränkungen. Besonders auf den Linien RE3, RE30 und RE5

Am Montag hatte Wintertief „Leonie“ vielerorts für gesperrte Strecken und massive Verspätungen gesorgt.

Mitarbeiter befreien im Hauptbahnhof Hannover Weichen und Gleise der Deutschen Bahn von Schnee und Eis. Durch Schnee und Eis kam es am Montag zu Verspätungen und Ausfällen im Nah- und Fernverkehr.
Mitarbeiter befreien im Hauptbahnhof Hannover Weichen und Gleise der Deutschen Bahn von Schnee und Eis. Durch Schnee und Eis kam es am Montag zu Verspätungen und Ausfällen im Nah- und Fernverkehr.Julian Stratenschulte/dpa

Vor allem im Nordosten klempte es. Vereiste Oberleitungen legten einzelne Verbindungen zwischen Berlin und Rostock, Stralsund sowie Binz lahm. Erst am Montag hatte die Bahn den kompletten Ostsee‑Fernverkehr gestoppt.

Auch auf anderen Strecken war noch nicht alles im Takt. Reisende müssten vereinzelt mit fünf bis zehn Minuten Verspätung rechnen.

Arbeiten sind noch lange nicht abgeschlossen

Die Arbeit sind noch lange nicht abgeschlossen. In der Nacht zum Mittwoch gehen  sie weiter. Laut BVG seien „alle verfügbaren Teams im Einsatz“, um die Schäden des Winters zu beseitigen. Turmwagen seien im Straßenbahnnetz unterwegs, um Oberleitungen zu prüfen und freizuhalten.

Die Trams werden durchgängig in der Nacht fahren. So auch die U-Bahnen, um die Anlagen über Nacht in Betrieb zu halten und erneute Vereisungen zu vermeiden, erklärte die BVG.

„Alles, was heute fährt, sollte auch morgen fahren“, hieß es in einer Mitteilung der BVG. Parallel würden die Teams weiter daran arbeiten, das Straßenbahnnetz Schritt für Schritt wieder vollständig in den regulären Betrieb zu überführen.