Berlin ist am Limit, die Kliniken der Stadt sind es auch - wegen der zahllosen Glatteis-Unfälle. „Die Krankenhäuser berichten von verstärkter Belastung der Notaufnahmen und der stationären Bereiche durch Glätteunfälle“, sagte Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft.
Die Krankenhäuser ächzen unter der Last. Immer mehr Patienten müssen aufgenommen werden. Betroffen seien vor allem die Regionen, in denen es in den vergangenen Tagen Eisregen und Dauerfrost gab. Besonders betroffen: Ostdeutschland und Berlin.
Kritik an Stadt und Grundstückseigentümer
Folge: „Leider muss man als Fußgänger in Berlin auch den Eindruck haben, dass die Stadt und die privaten Grundstückseigentümer es nicht schaffen, ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen“, kritisierte Gaß. Davon seien auch Radfahrer betroffen. Die Kritik richtete sich vor allem aber an die Berliner Stadtreinigung (BSR) und die BVG, die Tage gebraucht haben, um den öffentlichen Nahverkehr wieder in Gang zu kriegen.
Unfallkrankenhaus ist jeden Tag voll
Welche Folgen die tagelangen Eisflächen auf Straßen und Gehwegen haben, sieht man im Unfallkrankenhaus Berlin. Das sei jeden Tag voll, sagte Sprecherin Angela Kijewski am Donnerstag.
Betten und Personalkapazitäten seien mehr als ausgelastet. „Die Chirurgen arbeiten die Nächte durch“, sagte die Sprecherin.
Unglaublich, was die Kolleg. der @Berliner_Fw in Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen momentan wieder für ein Programm abspulen. Die Krankenhäuser, die nach IVENA angefahren werden sollen, haben schon keine Kapazitäten mehr - Einsätze der letzten drei Tage: 1875, 1800, 1955 pic.twitter.com/A8WpVu4Anl
— Benjamin Jendro (@Djeron7) January 29, 2026
Große Sorgen bei der Polizei
Große Sorgen gibt es auch bei Benjamin Jendro. Der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), zu der auch die Feuerwehrleute gehören, schlägt Alarm. „Unglaublich, was die Kollegen der Berliner Feuerwehr in Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen momentan wieder für ein Programm abspulen“, schrieb er am Donnerstag auf X (ehemals Twitter).
„Die Krankenhäuser, die nach Ivena angefahren werden sollen, haben schon keine Kapazitäten mehr – Einsätze der letzten drei Tage: 1875, 1800, 1955.“ Das System Ivena zeigt an, wie hoch die Auslastung in den Kliniken ist.

Damit nicht genug: Laut dem GdP-Sprecher habe es am Freitagvormittag keine verfügbaren Rettungswagen mehr gegeben. „Nachdem gegen 11 Uhr nicht ein einziger RTW in der Hauptstadt verfügbar war, sind es aktuell wieder eine Handvoll – Nähern uns am Vormittag bereits der vierstelligen Einsatzzahl – @Berliner_Fw reagiert, LHFs dürfen Patiententransporte fahren“, schrieb Jendro.


