Es ist das Ende einer Ära: Nach 56 Jahren stellt am Freitag ein Berliner Krankenhaus seinen Betrieb ein. Für Patienten gibt es in der Schlosspark-Klinik in Charlottenburg dann keine Hilfe mehr, berichtet die B.Z. Die Notaufnahme ist schon seit dem 15. Januar dicht. Hintergrund der Schließung ist ein Insolvenzverfahren.
Klinik in Charlottenburg macht am Freitag dicht
Dass die in privater Trägerschaft geführte Klinik im Heubnerweg Insolvenz anmeldet, war schon im Juni vergangenen Jahres bekannt geworden. Konkret wurde ein Antrag für ein sogenanntes Eigenverwaltungsverfahren gestellt – das ist ein Insolvenzverfahren, bei dem ein Unternehmen die Sanierung selbst gestalten kann. Hintergrund der Insolvenz sind laut einer Sprecherin des Krankenhauses hohe Personal- und Materialkosten.
Schon seit Mitte Januar ist die Notaufnahme des Krankenhauses dicht. Patienten, die auf der Website der Schlosspark-Klinik Hilfe suchen, finden eine Notiz. „Die Notaufnahme der Schlosspark-Klinik ist für psychiatrische Notfälle 24/7 zu erreichen“, heißt es dort. „Alle anderen Patientinnen und Patienten nutzen bitte die umliegenden Krankenhäuser, wie das Alexianer St. Gertrauden-Krankenhaus, Paretzer Str. 12.“ Ein Zettel an der Notaufnahme informierte die Patienten, dass die Einrichtung „betriebsbedingt geschlossen“ sei.

Schlosspark-Klinik zog jetzt die Reißleine
Nun haben die Verantwortlichen vollends die Reißleine gezogen, berichtet die B.Z.: Schon am Freitag macht das Krankenhaus zu großen Teilen dicht. „Es gibt keine Sprechstunden mehr, es werden keine OPs und keine Therapien mehr durchgeführt“, sagte eine Sprecherin der Klinik. Betroffen sein sollen Allgemein- und Viszeralchirurgie, Anästhesiologie, Intensivmedizin, Augenheilkunde, Gefäßchirurgie, Radiologie, Gastroenterologie, Kardiologie, Neurochirurgie und Orthopädie.
Einzig und allein die Bereiche Neurologie und Psychiatrie bleiben erhalten. Im Gespräch ist, dass die Abteilungen an das Alexianer St. Gertrauden-Krankenhaus übergehen. Unklar ist laut Berichten bisher, wie viele der aktuell rund 800 Beschäftigten ihre Kündigungen erhalten. Man wolle sich mit dem neuen Träger auf ein Personalkonzept einigen, hieß es aus der Geschäftsführung. Für Teile des Klinik-Personals wird demnach eine Übernahme angestrebt.




