Eisglätte legt seit Tagen Berlin lahm – und bringt Kliniken an ihre Grenzen. Im BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin herrscht Ausnahmezustand.
„Wir haben jeden Tag volles Haus“, sagte die Sprecherin Angela Kijewski. Täglich müssten zwischen 30 und 40 Menschen nach Glätteunfällen behandelt werden. Betten und Personal seien mehr als ausgelastet. „Die Chirurgen arbeiten die Nächte durch.“
Viele Patienten mit Knochenbrüchen eingeliefert
Besonders häufig kommen Patienten mit Knochenbrüchen in die Klinik, vor allem an Händen und Armen. Der Grund: Viele Stürzende versuchen reflexartig, sich abzustützen. Auch Gehirnerschütterungen nach Stürzen auf den Hinterkopf, Gesichtsverletzungen sowie Hüftbrüche seien keine Seltenheit. In einigen Fällen sei es sogar nur knapp an einer Querschnittslähmung vorbeigegangen, so Kijewski. Stürze auf spiegelglattem Untergrund könnten schwere Verletzungen an der Wirbelsäule verursachen.

Pinguingang und Spikes schützen
Angesichts der gefährlichen Lage richtet das Krankenhaus einen dringenden Appell an die Berlinerinnen und Berliner. „Passt auf euch auf und verhaltet euch an die Lage angepasst“, mahnte Kijewski. Empfohlen werden festes, rutschhemmendes Schuhwerk und im Idealfall Spikes für besseren Halt. Außerdem rät sie zum sogenannten Pinguingang: mit leicht nach vorn geneigtem Oberkörper und gebeugten Knien vorsichtig über vereiste Flächen gehen.
Die Altersstruktur der Verletzten sei derzeit sehr gemischt. Zwar treffe es häufig ältere Menschen, doch auch viele Jüngere würden behandelt. Zusätzlich registriert die Klinik zahlreiche Fahrradstürze. Davor warnt Kijewski eindringlich: „Bitte nicht mit dem Fahrrad fahren bei diesem Wetter.“



