Immer mehr junge Menschen scheitern am Deutschtest für den Polizeidienst. Nicht nur in Berlin, auch in Brandenburg. Die Zahl der Durchfaller steigt seit zwei bis drei Jahren deutlich, sagt Mathias Ziolkowski von der Gewerkschaft der Polizei Brandenburg (GdP). Erst am Montag hatte Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel öffentlich beklagt, wie schlecht viele Bewerber schreiben – völlig unabhängig von ihrer Herkunft.
Deutsch-Test bei der Polizei: 14 Fehler sind erlaubt
Das Diktat in Brandenburg umfasst rund 200 Wörter. Geschrieben wird am Computer. Für den mittleren Dienst gilt: Mehr als 14 Fehler – und man ist raus. Für den gehobenen Dienst liegt die Grenze bei 11 Fehlern. Das bedeutet: Selbst wer jedes 20. Wort falsch schreibt, kommt noch für den gehobenen Dienst infrage. „Es ist kein schwieriges Diktat“, sagt Ziolkowski. Wie viele Bewerber jährlich scheitern, könne er aber nicht genau beziffern.
Für den Polizei-Gewerkschafter liegt das Problem an der „Handy‑Gesellschaft“. Die könne kaum noch längere Texte schreiben. Und auch verstehen. Kurznachrichten, Emojis, TikTok – alles schnell, alles kurz. Die Schreibfähigkeit leide. Auch die Schulen müssten sich Fragen gefallen lassen. Berlins Polizeipräsidentin formuliert es vorsichtig: „Ich will kein Schul-Bashing, aber das Bildungsniveau vieler Schulabgänger ist ein Problem.“
Die Anforderungen zu senken, komme nicht infrage. „Sonst sehen wir höhere Abbruchquoten“, warnt Slowik Meisel. Um die Bewerber zu unterstützen, bietet die Berliner Polizei inzwischen freiwillige Deutsch‑Nachhilfekurse an. Die Hoffnung: Weniger Durchfaller, mehr Nachwuchs.

Von 1224 Berliner Ausbildungsplätzen wurden im vergangenen Jahr nur 936 besetzt, sagt Innensenatorin Iris Spranger (SPD). Die Polizei werbe auf allen Kanälen – doch die Konkurrenz sei groß. Gerade in Berlin, wo Bundesbehörden und Bundespolizei ebenfalls um junge Leute kämpfen.


