Nach Anschlag auf Stromnetz

Berlin sucht Strom-Terroristen: Eine Million Euro Belohnung

Zur Aufklärung des linksextremistischen Anschlags auf das Berliner Stromnetz ist Berlin nun bereit, zu zahlen: Eine Million Euro gibt es für nützliche Hinweise.

Author - Jana Hollstein
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Bauarbeiten am Heizkraftwerk Lichterfelde am Teltowkanal während des Blackouts
Bauarbeiten am Heizkraftwerk Lichterfelde am Teltowkanal während des BlackoutsBritta Pedersen/dpa

Tagelang legte ein linksterroristischer Anschlag die Stromversorgung im Berliner Südwesten lahm. Nun ergreift die Stadt drastische Maßnahmen, um die Verantwortlichen zu schnappen. Eine Belohnung von einer Million Euro wurde ausgesetzt für Hinweise, die zur Aufklärung des Anschlags führen. Das bestätigte Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.

Vor drei Wochen wurde die Stromversorgung von Zehntausenden Haushalten im Südwesten Berlins durch einen Anschlag tagelang lahmgelegt. Die gesellschaftlichen und persönlichen Auswirkungen sind tragisch, die politischen Auswirkungen werden noch diskutiert – und zeigen sich möglicherweise bei den nächsten Bürgermeisterwahlen. Doch mindestens genauso zäh scheinen sich die polizeilichen Ermittlungen zu gestalten. Eine Million Euro Belohnung wurden nun ausgeschrieben, um die Täter zu finden.

Strom-Anschlag in Berlin: „Vulkangruppe“ bekennt sich

Am Tag des Anschlags wurde ein Bekennerschreiben der sogenannten Vulkangruppe bekannt, das der Staatsschutz für authentisch hält. Sie wollen „den Herrschenden den Saft abdrehen“, schreiben sie. Der Name Vulkangruppe ist Ermittlern seit 2011 bekannt, die Linksextremisten verüben seither in Berlin und Brandenburg Brandanschläge, entgehen der Polizei dabei immer wieder.

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD)
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD)Andreas Gora

Nun ermittelt der Generalbundesanwalt wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage, der Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe.

Belohnung für Terrorismus-Aufklärung ist „einmalig“

Die Ausschreibung der Belohnung von einer Million Euro ist laut Iris Spranger ein „einmaliger Vorgang“. Sie könne sich nicht erinnern, dass der Bund einen Zeugenaufruf „in so einer Größenordnung und in so einer Situation“ schon mal gemacht habe. So wolle man einen Akt von „Terrorismus“ aufklären.

Ob die Millionen-Belohnung tatsächlich zur Ergreifung der Täter führt, ist unklar, aber unmöglich ist es nicht. Erst 2024 hat die Festnahme der Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette in Berlin gezeigt, dass Geld durchaus zur Klärung beitragen kann. Damals soll ein Tippgeber eine Belohnung bekommen haben.

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