Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr bekommen viele Eltern in Berlin und Brandenburg ein Betreuungsproblem. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft diese Woche wieder zum Streik auf. Zahlreiche Kitas und Schulen werden keine Kinder aufnehmen können. Hier kommt der Überblick zur großen Streikwoche.
Lehrer und Erzieher streiken, viele Eltern betroffen
Kurz vor Beginn der dritten Verhandlungsrunde der Länder im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes erhöhen die Gewerkschaften den Druck: Mit bundesweiten Warnstreiks wollen sie die Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zwingen. Für diese Woche sind von Dienstag bis Donnerstag Arbeitsniederlegungen in zahlreichen Bereichen geplant – auch in Berlin und Brandenburg.

Betroffen sind nach Gewerkschaftsangaben vor allem die Bereiche Gesundheit, Hochschulen sowie Kitas, Schulen und weitere Bildungseinrichtungen. In Berlin ist an allen drei Tagen mit Aktionen, Kundgebungen und Demonstrationen zu rechnen.
So schlimm wird es von Dienstag bis Donnerstag in Berlin
Den Auftakt macht am Dienstag, 27. Januar, ein bundesweiter Streiktag im Gesundheitssektor. In Berlin sind zusätzlich Beschäftigte aus dem Sozial- und Erziehungsdienst zum Kita-Streiktag aufgerufen. Geplant ist ab 9 Uhr eine Demonstration vor der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, die anschließend zum Roten Rathaus ziehen soll.
Am Mittwoch, 28. Januar, steht der bundesweite Hochschulaktionstag an. Bereits am Morgen soll es an den Berliner Hochschulen zu Streikaktionen kommen, bevor mittags eine zentrale Kundgebung auf dem Bebelplatz stattfindet. Betroffen sind Tarifbeschäftigte der Hochschulen sowie studentische Beschäftigte.

Den Abschluss der Streikwoche bildet am Donnerstag, 29. Januar, der bundesweite Bildungsstreiktag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). In Berlin startet die Demonstration um 11 Uhr am Hermannplatz und führt weiter zum Oranienplatz. Aufgerufen sind Tarifbeschäftigte aus Kitas, Schulen, Hochschulen, Bezirksämtern und weiteren Bildungseinrichtungen.
Warum schon wieder gestreikt wird
Der Hintergrund des Streiks im Bildungssektor: Beschäftigte arbeiten seit Jahren am Limit, so die GEW. Bildungseinrichtungen seien marode und es fehle an Schul- und Kitaplätzen. Der Warnstreik sei ein „notwendiges Signal“ für bessere Arbeitsbedingungen und für die Zukunft von Kindern und Jugendlichen.
In der zweiten Verhandlungsrunde Mitte Januar hatte die Tarifgemeinschaft deutscher Länder laut Gewerkschaft kein verbindliches Angebot vorgelegt. Verdi fordert unter anderem Gehaltserhöhungen von sieben Prozent, monatlich mindestens 300 Euro.


