Ungebetene und aggressive Gäste

Polizei räumt Jugend-Mob bei eskalierter Hausparty

Eine Privatfeier ist außer Kontrolle geraten, weil ungebetene Gäste sich danebenbenommen haben. Die Polizei musste hart durchgreifen.

Author - Sharone Treskow
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Polizeieinsatz in Kleinmachnow wegen einer eskalierten Hausparty (Symbolbild).
Polizeieinsatz in Kleinmachnow wegen einer eskalierten Hausparty (Symbolbild).Sven Käuler/dpa

Erinnern Sie sich noch an den Film „Project X“ von 2012? Da eskalierte  eine private Party völlig, weil der jugendliche Gastgeber ungeladene Gäste nicht mehr im Griff hatte. Südlich von Berlin ist jetzt etwas ganz Ähnliches passiert.

Hausparty gerät außer Kontrolle

Was als harmlose Privatfeier begann, endete in einem nervenaufreibenden Großeinsatz der Polizei. In Kleinmachnow, direkt an der südwestlichen Stadtgrenze Berlins, wollten am Wochenende einige Jugendliche eigentlich nur in einem Einfamilienhaus ausgelassen feiern.

Doch die Partystimmung sprach sich offenbar schneller herum, als den Gastgebern lieb war. Immer mehr ungebetene Gäste strömten auf das Grundstück – bis schließlich weit über hundert Personen vor Ort waren.

Ein Wohngebiet in Kleinmachnow. Hier mussten Polizisten eine Hausparty beenden, die wegen ungeladener Gäste im Jugendalter außer Kontrolle geraten war (Symbolbild).
Ein Wohngebiet in Kleinmachnow. Hier mussten Polizisten eine Hausparty beenden, die wegen ungeladener Gäste im Jugendalter außer Kontrolle geraten war (Symbolbild).Michael Handelmann/imago

Mit jedem weiteren Ankömmling wurde die Lage unübersichtlicher. Die Polizei berichtet, dass sich viele der Jugendlichen bereits deutlich alkoholisiert zeigten. Die Stimmung kippte und mit ihr der Geräuschpegel. Nachbarn meldeten erhebliche Ruhestörungen, während sich vor und auf dem Grundstück eine zunehmend aufgeheizte Menge drängte.

Lautsprecherdurchsagen – ohne Erfolg

Als die ersten Streifenwagen eintrafen, versuchten die Beamten, die Situation möglichst friedlich zu entschärfen. „Die ursprünglich als Privatfeier in einem Einfamilienhaus geplante Veranstaltung zog im Laufe des Samstagabends zahlreiche ungeladene Gäste, bis irgendwann mehr als hundert Personen vor Ort waren“, teilte die Polizei mit. Mit wiederholten Lautsprecherdurchsagen und Platzverweisen sollte der wachsende Mob zur Vernunft gebracht werden.

Doch die Maßnahmen verpufften weitgehend wirkungslos. Laut Polizei machten die Jugendlichen keinerlei Anstalten, den Ort zu verlassen. Die Einsatzkräfte mussten zunehmend damit rechnen, dass die Stimmung endgültig kippen könnte. Die Polizeidirektion West erklärte später, dass sich die Feiernden „höchst aggressiv verhalten haben“.

Großaufgebot beendet die Party

Schließlich blieb den Einsatzkräften nur noch eines: konsequentes Eingreifen. Da einige Gäste „durchaus gewaltbereit“ waren, wie die Polizei betonte, mussten die Feiernden „unter Androhung von körperlichem Zwang“ vom Grundstück gedrängt werden. Erst diese klare Ansage zeigte Wirkung. Die Menge löste sich nach und nach auf.

Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs ein. Trotz des massiven Einsatzes verlief die Räumung am Ende glimpflich. „Verletzte und Sachschäden wurden laut der Polizei nicht gemeldet“, heißt es abschließend. Ein turbulenter Abend – der für einige Jugendliche vermutlich ein Nachspiel haben dürfte.

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