Berlin startet in den letzten Arbeitstag der Woche – und die Glätte gibt und gibt nicht auf! In der Nacht hat neuer gefrierender Regen die Schneeschicht mit einem glänzenden Eisfilm überzogen. Die Folgen der neuen Glätte: Am BER bleibt der Flugbetrieb auch am Freitagmorgen unterbrochen – und der Wahnsinn ist noch nicht vorbei!
Es bleibt weiter glatt in Berlin – Lebensgefahr
Der Winter bleibt also lebensgefährlich. Für die Region Berlin-Brandenburg meldet der Deutsche Wetterdienst für Freitag erneut „Zeit- und gebietsweise etwas Regen oder Sprühregen mit der Gefahr von Glatteis“. In der Nacht zum Samstag soll es dann erneut zusätzliche Glätte durch überfrierende Nässe geben. Das Phänomen zeigte sich schon am Freitagmorgen mit einem besonderen Schauspiel: Weil der Schnee vielerorts mit einer dünnen Eisschicht überzogen ist, sehen manche Gegenden so aus, als hätte man Berlin in weißes Plastik gehüllt.

Doch es bleibt gefährlich: Am Freitagmorgen gab es auch in der Warn-App Katwarn wieder Glätte-Alarm. Um kurz vor 7 Uhr hieß es hier, es gebe wieder „hohe Glättegefahr durch gefrierenden Regen“. Es bestehe Gefahr für Leib und Leben. Empfohlen wird, aufenthalte im Freien zu vermeiden, das Verhalten im Straßenverkehr anzupassen und im Auto warme Getränke und Decken für den notfall mitzuführen. Die Warnung soll vorherst bis 9 Uhr bestehen.
Warnung vor Verkehrschaos, 82-Jährige stirbt bei Crash
Auch die Berliner Verkehrsinformationszentrale warnte vor dem Verkehrschaos, das die Glätte auslösen kann. „Der Deutsche Wetterdienst warnt aktuell aktuell wieder vor Glatteis in Berlin und Brandenburg. Seid vorsichtig und informiert euch vor Fahrtantritt über mögliche Verkehrseinschränkungen“, heißt es auf Bluesky.
Wie gefährlich die Glätte auf der Straße sein kann, zeigt ein aktueller Fall, über den die Polizei jetzt informierte: Eine 82-Jährige ist bei einem Unfall in Neustadt/Dosse (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) tödlich verunglückt. Sie verlor, vermutlich aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse, die Kontrolle über ihren Wagen, krachte in einen anderen Pkw. Sie starb an ihren schweren Verletzungen. Der Fahrer des anderen Wagens, ein 32 Jahre alter Mann, wurde verletzt.
Die BSR war laut eigener Aussage schon in der acht zu Freitag im Dauereinsatz. Man sei „mit allen Kräften unter Volllast“ , hieß es. Erst wurden vor allem die Hauptstraßen in Berlin beräumt, seit dem frühen Vormittag auch die Nebenstraßen. „Die Situation auf den Gehwegen bleibt indes angespannt“, heißt es von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt.

„Einmal mehr gebührt den Mitarbeitenden der BSR größter Dank und Respekt für ihre unersetzbare Arbeit für unsere Stadt“, sagte Verkehrssenatorin Ute Bonde. Und warnte zugleich: „Auch am Wochenende besteht weiter die Gefahr von überfrierendem Regen.“
Probleme am Morgen auf der Autobahn A100
Auch auf der Berliner Autobahn gab es in der Nacht und am frühen Morgen Probleme. Ein Video aus dem Netz zeigt einen Auffahrunfall in der vergangenen Nacht – mehrere Autos crashten ineinander. Am Morgen musste der Abschnitt zwischen Treptower Park und Sonnenallee gesperrt werden - laut Verkehrsinformationszentrale war ein technisches Problem der Grund. Informationen über den konkreten Grund der Störung wurden zunächst nicht mitgeteilt. Gegen 9 Uhr gab es dann entwarnung: Die Strecke ist wieder frei.
Immerhin: Wie die BVG vermeldet, ist die Lage in der Stadt inzwischen besser im Griff. Die Vorbereitungen für die neue Glättewelle zahlten sich offenbar aus, denn am Donnerstag gab es nur auf wenigen Linien der U-Bahn einschränkungen. „Aktuell unterbrochen ist damit nur noch die U3 zwischen Warschauer Straße und Gleisdreieck“, meldete das Unternehmen am Abend.

Der Eisregen hate schon am Donnerstag massive Folgen für Pendler. Zahlreiche Busunternehmen mussten ihren Betrieb einstellen. Die Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft stoppte den Linienverkehr bis Freitagmorgen komplett. Auch in der Prignitz stehen die Busse still– die Arge Prignitzbus reagierte am Nachmittag auf die immer glatter werdenden Straßen.
Massen-Crash auf der A 10 mit über 20 Autos
Eine erste Massenkarambolage hat es am Donnerstag auf der A 10 gegeben. Bei spiegelglatter Straßer wurde die Autobahn bei Potsdam zur lebensgefährlichen Rutschbahn. Zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam krachten am Donnerstagnachmittag in beiden Fahrtrichtungen 21 Fahrzeuge ineinander. Ein Eisfilm auf der Straße machte Bremsen nahezu unmöglich. Neben einer Reihe von Pkw waren an den Unfällen auch ein Lkw und zwei Kleintransporter beteiligt.
Feuerwehr und Rettungskräfte rückten mit einem Großaufgebot an. Auch für sie war die Arbeit lebensgefährlich. Insgesamt wurden 19 Menschen bei den Unfällen leicht verletzt. Vier von ihnen mussten in ein Krankenhaus gebracht werden. Die A10 wurde in dem betroffenen Abschnitt für mehrere Stunden vollständig gesperrt.
Flughafenbetrieb am BER auch am Freitag eingestellt
Zum Erliegen kam auch der Betrieb am Berliner Flughafen BER. Seit Donnerstag 19.30 Uhr seien keine Flüge mehr gestartet oder gelandet, sagte eine Flughafensprecherin. „Der Flughafenbetrieb ist im Prinzip eingestellt, es ist spiegelglatt“, sagte sie. Bis dahin waren bereits „mehrere Dutzend“ Flüge ausgefallen. Mit Schnee und Eis könne der Flughafen umgehen, aber Eisregen am Abend sei besonders gefährlich.
Auch am Freitagmorgen gab es hier noch keine Entwarnung: Der Flugbetrieb ist weiterhin eingestellt, Starts und Landungen fallen flach. Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann: unklar. Bilder vom Flughafen zeigen die aktuelle Situation: Etliche Flüge fallen aus, viele Passagiere sind gestrandet. Vor allem am Wochenende dürfte eine Unterbrechung des Flugbetriebes zum Problem werden, denn in Berlin enden die Winterferien.

DWD warnt wieder vor extremer Glätte
Bereits am Morgen hatte der DWD für Berlin und das östliche Brandenburg vor extremer Glätte gewarnt. Am Donnerstagnachmittag wurde die Warnung deutlich ausgeweitet – nun auch für Teile Sachsen-Anhalts und fast ganz Mecklenburg-Vorpommern. Entlang der vorpommerschen Küste und auf Fehmarn werden bis zu zehn Zentimeter Neuschnee, in Einzelfällen sogar fünfzehn Zentimeter, erwartet. Die Lage bleibt angespannt – Berlin und Brandenburg rutschen weiter durch den Winter.





