Dieser Winter hat Berlin in der vergangenen Nacht einen neuen Höhepunkt geschenkt. Die Minustemperaturen, Glätte und Schnee sind wir inzwischen gewohnt, die DWD-Unwetterwarnungen fühlen sich auf unserer Wetter-App schon zu Hause– der Eisregen aber war neu, zumindest in diesem Winter. Und hat bei vielen die Frage aufgeworfen: Wieso kamen in der vergangenen Nacht Eissplitter vom Himmel anstatt der fluffigen Schneeflocken?
Als Daumenregel kennt man: Ab null Grad ist es kalt genug, dass Niederschlag gefriert und zu Schnee wird. Manchmal stößt diese Orientierungshilfe aber natürlich an ihre Grenzen. Das hat mit den verschiedenen Luftschichten zu tun. Haben alle Schichten, vom Boden bis zu 2000 Meter Höhe, Frosttemperaturen, dann bekommen wir Niederschlag in Form von Schnee, erklärt Meteorologe Paul Heger von wetter.com.
Luftschichten bestimmen, ob es Schnee oder Eisregen gibt
Doch nicht immer sind alle Luftschichten derart kalt, und das hat auch Auswirkungen auf den Niederschlag. „Ganz gefährlich wird es, wenn wir in der mittleren Schicht relativ warme Luft haben“, führt Heger aus. Fällt Schnee also aus 2000 Meter Höhe, wo es immer kalt ist, durch mehrere Luftschichten, kommt er auch als Schnee bei uns an.

Die Gefahr kommt dadurch, wenn der Schnee in seinem Fall zwischendurch taut. Genau das geschieht bei Eisregen: Was in 2000 Meter Höhe noch Schnee ist, taut zwischendurch in einer warmen Luftschicht auf etwa 1000 bis 1750 Meter Höhe kurz auf und fällt dann wieder in die frostige Luft hinein, wo der Niederschlag wieder gefriert. Paul Heger sagt: „Wenn unten Eiskörner ankommen, dann sprechen wir vom Eisregen, und dann wird’s wirklich ganz schnell richtig glatt.“ Eisregen ist also durchaus gefährlicher als der normale Schnee.


