„Bei uns gibt’s so was ned!“

Bayern-Ministerin rechnet wegen Glätte mit Berlin ab

Michaela Kaniber blieb wegen Eis und Schnee am Flughafen BER stecken – und kritisierte die Situation in einem Video auf Instagram.

Author - Florian Thalmann
Teilen
Michaela Kaniber (CSU), bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, strandete schon am Donnerstag am BER.
Michaela Kaniber (CSU), bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, strandete schon am Donnerstag am BER.Peter Kneffel/dpa

Das Schnee-und-Glätte-Chaos, es stürzt Berlin auch am Freitag ein weiteres Mal ins Unglück. Noch am Morgen ist der Betrieb am Flughafen BER eingestellt, es gibt keine Starts und Landungen. Dass das nicht nur Urlauber trifft und nervt, zeigte schon am Donnerstag die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. Sie strandete am Flughafen – und beschwerte sich auf Instagram.

„Jetzt steh i do in Berlin“: Ministerin am BER gestrandet

Die CSU-Politikerin veröffentlichte ein Video von sich am Flughafen – erklärt in feinstem Bayrisch ihr Problem: Sie war am Berliner Flughafen gestrandet! „Jetzt steh i do in Berlin und bin da quasi verhaftet wegen ein bisslern Schnee und Eisregen“, erklärt Kaniber in dem Video. „I moag einfach hoam!“

Den Seitenhieb auf Berlin kann sie sich nicht verkneifen. Sie wolle heim nach Bayern. „Bei uns gibt’s so was ned!“ Im kurzen Text zu dem Videoclip wird die CSU-Politikerin noch deutlicher. „Ich will heim! Heimflug gecancelt wegen Schnee am Berliner Flughafen. Es kann doch nicht sein, dass jeder kalte Wintertag und jeder Neuschnee Deutschland aus der Bahn wirft.“ Kaniber ist sicher: „Es muss sich echt was ändern in unserem Land.“

Etliche Reisende strandeten am Morgen am Flughafen BER, weil der Flugbetrieb eingestellt wurde.
Etliche Reisende strandeten am Morgen am Flughafen BER, weil der Flugbetrieb eingestellt wurde.Carsten Koall/dpa

Der Clip sorgt für gemischte Reaktionen. Einige Nutzer pflichten der Ministerin bei. „Das schönste an Berlin ist der Weg nach Bayern“, schreibt jemand. Ein anderer Kommentar: „Bayern kann Schnee. Berlin kann BER. Mehr kann/muss man nicht sagen.“

Nach Schnee-Ärger: Es gibt auch Kritik an Kaniber

Doch es hagelt auch kritische Kommentare. „Ja, es muss sich was ändern, zum Beispiel dass Landwirtschaftsminister/innen den 3:55h ICE Sprinter nutzen, anstelle von Limousinenshuttle und Flügen“, heißt es in einem Kommentar. „Vor allem, wenn einem die gesunde Landwirtschaft etwas wert ist.“

Eine andere Nutzerin bezeichnet die Beschwerde der Ministerin als „wahnsinnig überhebliche Aussage bei den aktuellen Wetterverhältnissen und ihrer langen Konstanz“. Unmengen von Arbeitskräften seien in Deutschland seit Tagen damit beschäftigt, Abhilfe zu schaffen. „Aber in Bayern kann offensichtlich jede und jeder alles, wird dann Ministerin/Minister und kann natürlich auch zaubern. Toll wäre hier etwas Empathie und Verständnis für die Umstände gewesen.“ Sie empfiehlt die Rückreise über die vereisten Bundesstraßen und Autobahnen.

Am Freitag gibt es am BER massive Probleme

Tatsache ist aber: Auch am Freitag gibt es am Flughafen BER massive Probleme. Noch am Morgen ist der Flugbetrieb eingestellt. Schon am Donnerstagabend gab es aufgrund von Blitzeis keine Starts und Landungen mehr. Auch am gesamten Tag gab es Probleme: Nach gefrierendem Regen konnten am Morgen keine Maschinen starten.

Die erste hob am späten Vormittag ab. Doch der Flugplan geriet dadurch kräftig durcheinander. Manche Flüge verspäteten sich um mehrere Stunden, viele andere wurden gestrichen. Vor allem für Reisende kann also schnell der Eindruck entstehen, dass Berlin die Probleme mit der Glätte nicht im Griff hat.

Hat die bayerische Ministerin recht – bekommt Berlin das Glätte-Chaos nicht in den Griff? Schicken Sie uns Ihre Meinung an leser-bk@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!