Die Gustav-Meyer-Allee in Wedding ist rund einen Kilometer lang und wirkt auf den ersten Blick unauffällig. Auf der einen Seite der Humboldthain, auf der anderen das alte Nixdorf-Gelände.
Die Gustav-Meyer-Allee ist als Müll-Hotspot bekannt
Aber: Die Straße ist seit Jahren als Müll-Hotspot bekannt. So auch beim Besuch des KURIERS. An der Parkseite liegt zum Beispiel eine Büroeinrichtung inklusive vier Stühlen. Ein paar Meter weiter hat augenscheinlich eine Baufirma ihre Reste entsorgt. Es liegen sogar Teile einer Mauer dort. Eine Waschmaschine wurde auch dort abgelegt.
Warum die Gustav-Meyer-Allee so beliebt ist bei den illegalen Müllentsorgern, ist schnell klar. Es gibt keine Anwohner und wenig Autos. Kaum Störfaktoren also.
Nimmt man den neuen seit November 2025 gültigen Berliner Bußgeld-Katalog für illegale Müll-Entsorgung zugrunde, liegen alleine hier mehrere tausend Euro auf der Straße …

Dieser Müll-Hotspot ist seit Jahren ein Problem. Oder wie das Bezirksamt Mitte sagt: „Die Beschwerdelage zur Gustav-Meyer-Allee ist dem Bezirk bekannt. Es ist festzustellen, dass es im gesamten Bezirk Mitte generell eine hohe Auftragslage gibt, insbesondere in den Bereichen des Alt-Bezirkes Wedding.“

Wo die anderen Hotspots sind, verrät der Bezirk nicht, auch um keine Nachahmer anzulocken: „Aus ermittlungstaktischen Gründen erfolgen keine Mitteilung zu ,Müll-Hotspots‘ oder über gezielte Schwerpunktaktionen im Rahmen des ,Soko Müll‘-Einsatzes und des Einsatzes der Dienstkräfte des Allgemeinen Ordnungsdienstes.“
2025 nahm die „Soko Müll“ ihre Tätigkeit auf
Zwei „Müll-Sheriffs“ kümmerten sich bislang darum, Kontrollen durchzuführen, aber auch darum, die Einhaltung von Sauberkeitsvorgaben zu überwachen. Jetzt wird die Anzahl der Mitarbeiter verdoppelt. Das Bezirksamt: „Die Soko Müll hat ihre Tätigkeit im März 2025 aufgenommen und ist aktuell noch mit zwei Dienstkräften des Außendienstes besetzt. Eine Aufstockung auf vier Dienstkräfte ist im Rahmen der Fortsetzung der Zielvereinbarung 4 (Sauberkeit und Ordnung im öffentlichen Raum) für 2026 geplant und befindet sich aktuell in der Umsetzung.“

Zudem gehört noch ein Innendienst-Mitarbeiter zur „Soko Müll“, der für die Bearbeitung der Anzeigen verantwortlich ist. Über zu wenig Arbeit wird dieser sich bestimmt nicht beklagen.



