Wedding

Wie die „Soko Müll“ jetzt verstärkt gegen illegalen Müll durchgreift

Die Gustav-Meyer-Allee bleibt ein Berliner Müll-Hotspot. Der Bezirk verdoppelt jetzt die „Soko Müll“, um illegale Ablagerungen stärker zu kontrollieren.

Author - Sebastian Karkos
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Diese Büroeinrichtung liegt in der Gustav-Meyer-Allee. Zwei Sätze Reifen gibt es dazu.
Diese Büroeinrichtung liegt in der Gustav-Meyer-Allee. Zwei Sätze Reifen gibt es dazu.Sebastian Karkos

Die Gustav-Meyer-Allee in Wedding ist rund einen Kilometer lang und wirkt auf den ersten Blick unauffällig. Auf der einen Seite der Humboldthain, auf der anderen das alte Nixdorf-Gelände.

Die Gustav-Meyer-Allee ist als Müll-Hotspot bekannt

Aber: Die Straße ist seit Jahren als Müll-Hotspot bekannt. So auch beim Besuch des KURIERS. An der Parkseite liegt zum Beispiel eine Büroeinrichtung inklusive vier Stühlen. Ein paar Meter weiter hat augenscheinlich eine Baufirma ihre Reste entsorgt. Es liegen sogar Teile einer Mauer dort. Eine Waschmaschine wurde auch dort abgelegt.

Warum die Gustav-Meyer-Allee so beliebt ist bei den illegalen Müllentsorgern, ist schnell klar. Es gibt keine Anwohner und wenig Autos. Kaum Störfaktoren also.

Nimmt man den neuen seit November 2025 gültigen Berliner Bußgeld-Katalog für illegale Müll-Entsorgung zugrunde, liegen alleine hier mehrere tausend Euro auf der Straße …

Diese Couch liegt an der Panke-Brücke in der Schönwalder Straße.
Diese Couch liegt an der Panke-Brücke in der Schönwalder Straße.Sebastian Karkos

Dieser Müll-Hotspot ist seit Jahren ein Problem. Oder wie das Bezirksamt Mitte sagt: „Die Beschwerdelage zur Gustav-Meyer-Allee ist dem Bezirk bekannt. Es ist festzustellen, dass es im gesamten Bezirk Mitte generell eine hohe Auftragslage gibt, insbesondere in den Bereichen des Alt-Bezirkes Wedding.“

10 Reissäcke liegen in der Gustav-Mayer-Allee – gefüllt mit Bauschutt.
10 Reissäcke liegen in der Gustav-Mayer-Allee – gefüllt mit Bauschutt.Sebastian Karkos

Wo die anderen Hotspots sind, verrät der Bezirk nicht, auch um keine Nachahmer anzulocken: „Aus ermittlungstaktischen Gründen erfolgen keine Mitteilung zu ,Müll-Hotspots‘ oder über gezielte Schwerpunktaktionen im Rahmen des ,Soko Müll‘-Einsatzes und des Einsatzes der Dienstkräfte des Allgemeinen Ordnungsdienstes.“

2025 nahm die „Soko Müll“ ihre Tätigkeit auf

Zwei „Müll-Sheriffs“ kümmerten sich bislang darum, Kontrollen durchzuführen, aber auch darum, die Einhaltung von Sauberkeitsvorgaben zu überwachen. Jetzt wird die Anzahl der Mitarbeiter verdoppelt. Das Bezirksamt: „Die Soko Müll hat ihre Tätigkeit im März 2025 aufgenommen und ist aktuell noch mit zwei Dienstkräften des Außendienstes besetzt. Eine Aufstockung auf vier Dienstkräfte ist im Rahmen der Fortsetzung der Zielvereinbarung 4 (Sauberkeit und Ordnung im öffentlichen Raum) für 2026 geplant und befindet sich aktuell in der Umsetzung.“

In der Utrechter Straße hat jemand seine Wohnung entrümpelt.
In der Utrechter Straße hat jemand seine Wohnung entrümpelt.Sebastian Karkos

Zudem gehört noch ein Innendienst-Mitarbeiter zur „Soko Müll“, der für die Bearbeitung der Anzeigen verantwortlich ist. Über zu wenig Arbeit wird dieser sich bestimmt nicht beklagen.

Würden Sie zugreifen? Laut Zettel wird dieses Lattenrost in der Utrechter Straße verschenkt.
Würden Sie zugreifen? Laut Zettel wird dieses Lattenrost in der Utrechter Straße verschenkt.Sebastian Karkos

Wer sich durch Wedding bewegt, sieht einiges an Müll. An der Schönwalder Straße zum Beispiel. Oder in der Utrechter Straße. An einer Grünanlage in der Maxstraße hat jemand einfach Müllsäcke entsorgt. Viel zu tun also für die „Müll-Sheriffs“ in Wedding.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Sind die illegalen Müllentsorgungen in den Griff zu bekommen? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com