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Liveticker zum Streik bei der BVG in Berlin: Was kostet das pro Tag?

Was passiert am Streik-Tag in uns um Berlin? Hier sind alle wichtigen Infos zum Warnstreik der BVG.

Author - Florian Thalmann
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Die Busse der BVG bleiben am Montag ein weiteres Mal im Depot. Schon im vergangenen Jahr gab es Streiks beim Unternehmen.
Die Busse der BVG bleiben am Montag ein weiteres Mal im Depot. Schon im vergangenen Jahr gab es Streiks beim Unternehmen.Markus Waechter/Berliner KURIER

Seit den frühen Morgenstunden steht Berlin still: Die Gewerkschaft Verdi hat bei vielen Verkehrsunternehmen bundesweit, auch bei der BVG in Berlin zum Streik aufgerufen. Busse und Bahnen fahren nicht - nur einzelne Linien, die von anderen Unternehmen betrieben werden, und die Berliner S-Bahn fahren noch. Hier gibt es die wichtigsten Nachrichten zum Streik der BVG in Berlin im Überblick.

02.02.2026, 8.50 Uhr: Was kostet ein Streik pro Tag?

Ein Streik sorgt nicht nur für schlechte Stimmung bei den Menschen, die nicht vernünftig zur Arbeit kommen - sondern verursacht auch hohe Kosten. Prof. Clemens Fuest vom Wirtschaftsforschungsinstitut ifo sagte gegenüber BILD, dass die Kosten in die Millionen gehen. „Vergangene Streiks haben nach Schätzungen 100 bis 200 Millionen Euro pro Tag gekostet. Das sind Wertschöpfungsverluste wegen entfallender Transportleistungen.“ Allerdings hänge der Preis der Streiks auch immer davon ab, welche Leistungen genau ausfallen.

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02.02.2026, 8.39 Uhr: Angestellte dürfen trotz Streik nicht zu spät kommen

Was tun, wenn die Bahn nicht fährt - ist es in Ordnung, zu spät zur Arbeit zu kommen? Leider nicht, sagt Volker Görzel vom Verband deutscher Arbeitsrechtsanwälte. Grundsätzlich gilt, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst dafür verantwortlich sind, pünktlich im Betrieb anzukommen, sie tragen das sogenannte „Wegerisiko“. Das gilt bei Streik genauso wie etwa bei Schnee und Glätte. Heißt: Auch wenn Busse und Bahnen nicht fahren, dürfen Angestellte also nicht automatisch zu spät kommen.

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02.02.2026, 8.32 Uhr: Berlin hat im Streik großes Glück

Es klingt unglaublich, doch es ist wahr: Berlin gehört beim XXL-Streik zu den Regionen, die noch großes Glück haben. Der Grund: Die Gewerkschaft Verdi bestreikt ganz Deutschland, Millionen Arbeitnehmer haben am Montagmorgen massive Probleme, zur Arbeit zu kommen. Doch die Hauptstadt gehört zu jenen Regionen, die zumindest noch eine funktionierende S-Bahn haben. „Die S-Bahnen in Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Köln, Nürnberg, Rhein-Main und der Regional- und Fernverkehr der DB werden als Unternehmen nicht von Verdi vertreten und sind daher von dem Streik nicht betroffen“, teilte der Konzern mit. Regionen, in denen es keine gute Anbindung per S-Bahn gibt, sind angeschmiert.

Riesiges Gedränge an der S-Bahn Berlin: Fahrgäste steigen am Morgen am Bahnhof Gesundbrunnen ein und aus.
Riesiges Gedränge an der S-Bahn Berlin: Fahrgäste steigen am Morgen am Bahnhof Gesundbrunnen ein und aus.Sebastian Christoph Gollnow/dpa

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02.02.2026, 8.19 Uhr: FDP kritisiert den Streik

Kritik am Streik der Gewerkschaft Verdi kommt auch von der FDP. „Während viele Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft Überstunden machen, auf Gehaltserhöhungen verzichten oder sogar um ihren Job fürchten, legen Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr der BVG bei Minusgraden erneut Berlin lahm“, schreibt der Berliner Ortsverband „FDP Hackescher Markt“ beim Kurznachrichtendienst X. Das Streikrecht sei wichtig, doch aus der Sicht vieler hart arbeitender Menschen wirke es „wie ein schlechter Scherz, wenn andere gerade froh sind, überhaupt Arbeit zu haben“.

Man hätte einen besseren Zeitpunkt für den Streik finden können, heißt es weiter – „als bei –8 °C, während viele Arbeitnehmer ohnehin am Limit sind, weil in dieser Stadt nichts so funktioniert, wie es sollte“. Auch Kritik an der BVG gibt es: Der Streik sei insbesondere nach einer Zeit ungünstig, wo das Unternehmen nicht in der Lage gewesen sei, die Straßenbahnen in Berlin fahren zu lassen.

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02.02.2026, 8.10 Uhr: Darum geht es beim Streik der BVG

Wieder werden Streitigkeiten zwischen Gewerkschaft und Unternehmen auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen. Verdi verhandelt derzeit in allen Ländern parallel mit den Verkehrsunternehmen über neue Tarife. In Berlin dabei wird der Manteltarifvertrag neu verhandelt, der die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten regelt. Verdi will für rund 16.000 BVG-Beschäftigte unter anderem eine Begrenzung der Schichtlänge auf zwölf Stunden, mehr Urlaubstage, eine Mindestruhezeit zwischen den Schichten von elf Stunden sowie mehr Urlaubsgeld mit Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage. Bisher liefen die Verhandlungen ohne Erfolg.

Was halten Sie vom Streik der BVG? Schicken Sie uns Ihre Meinung an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!

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02.02.2026, 8.03 Uhr: Pendler leiden unter dem Streik

Berufspendler in Berlin und Brandenburg leiden bei den Bibber-Temperaturen massiv unter dem Streik. „Ich hatte ein bisschen Schwierigkeiten, heute zur Arbeit zu kommen“, sagte eine Frau am frühen Morgen am Alexanderplatz. Sie habe eine Stunde früher losfahren, schon um 4 Uhr aufstehen müssen. Nach mehreren S-Bahn-Fahrten war sie noch nicht am Ziel. „Jetzt muss ich noch mal 20 Minuten laufen.“ Was erleben Sie im Streik der BVG? Schicken Sie uns Ihre Erlebnisse an wirvonhier@berlinerverlag.com!

Es fährt kein Zug nach nirgendwo: Blick in den menschenleeren U-Bahnhof Hohenzollerndamm in Wilmersdorf. Aufgrund des Streiks bei der BVG fahren die U-Bahnen nicht.
Es fährt kein Zug nach nirgendwo: Blick in den menschenleeren U-Bahnhof Hohenzollerndamm in Wilmersdorf. Aufgrund des Streiks bei der BVG fahren die U-Bahnen nicht.Markus Wächter/Berliner KURIER

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02.02.2026, 7.58 Uhr: S46 und S47 fahren wieder

Entwarnung bei der S-Bahn Berlin: Auf den Linien S46 und S47 wurde der Verkehr wieder aufgenommen. Hier gab es am Morgen Probleme wegen einer technischen Störung an einem Zug.

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02.02.2026, 7.47 Uhr: Verband kritisiert Verdi scharf

Die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB) kritisiert den Streik der Gewerkschaft Verdi scharf. „Bei Minusgraden sowie vereisten Straßen und Gehwegen bundesweit den Nahverkehr lahmzulegen, erfordert schon eine besondere emotionale Kälte seitens der Gewerkschaft Verdi“, sagt der stellvertretende UVB-Hauptgeschäftsführer Andreas Schulz der „Berliner Zeitung“. Millionen Arbeitnehmer seien damit großen Gefahren ausgesetzt – und das sei zutiefst egoistisch.

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Einige Nachtbusse der BVG sollen trotz Streik im Einsatz sein.
Einige Nachtbusse der BVG sollen trotz Streik im Einsatz sein.Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

02.02.2026, 7.34 Uhr: Diese Linien fahren trotz Streik

Nicht das gesamte Berliner Verkehrssystem liegt am Montag brach – einige Linien, die von anderen Unternehmen bedient werden, fahren trotz Ausstand. Im Einsatz sind die Linien 106, 114, 118, 124, 133, 175, 184, 204, 234, 275, 316, 318, 326, 161, 363. In der Nacht werden trotz Streik auch die Nachtbusse N12, N23, N35, N39, N53, N61, N69, N84, N91, N95 und N97 fahren. Und: Abgesehen von mehreren Störungen ist die S-Bahn nicht betroffen, die Züge sollen fahren.

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02.02.2026, 7.18 Uhr: Störung bei S46 und S47

Auch auf den Linien S46 und S47 gibt es am Morgen Einschränkungen. „Wegen einer technischen Störung an einem Zug in Baumschulenweg ist der Zugverkehr zwischen Neukölln und Baumschulenweg derzeit unterbrochen“, meldet die S-Bahn Berlin beim Kurznachrichtendienst X. Wichtig für Fahrgäste: Noch bis zum 6. Februar wird auf mehreren Linien gebaut, es besteht Ersatzverkehr mit Bussen. Betroffen sind die S46 und die S47, aber auch die S8, die S85 und die S9. Es geht um den Abschnitt zwischen den Bahnhöfen Baumschulenweg und Grünau, Spindlersfeld und Grünbergallee. Alle Infos gibt es bei der S-Bahn.

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02.02.2026, 7.10 Uhr: Schicken Sie uns Ihre Streik-Erlebnisse!

Wer trotz Streik zur Arbeit muss und dafür den öffentlichen Nahverkehr nutzt, wird in Berlin am Montag Nerven lassen. Was erleben Sie im Streik? Und wie finden Sie es, dass die Gewerkschaft Verdi ein weiteres Mal lahmlegt? Schicken Sie uns Ihre Erlebnisse und Ihre Meinung an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!

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Der Streik bei der BVG in Berlin startete bereits in den frühen Morgenstunden.
Der Streik bei der BVG in Berlin startete bereits in den frühen Morgenstunden.Sebastian Gollnow/dpa

02.02.2026, 7.05 Uhr: Die wichtigsten Fragen

Welche Verkehrsmittel fahren in Berlin jetzt überhaupt noch? Wie lange soll der aktuelle Streik dauern? Wie kommt man jetzt noch sicher von A nach B - und droht bereits ein neuer Streik? Wir haben alle wichtigen Informationen zum aktuellen Ausstand der BVG zusammengefasst.

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02.02.2026, 6.45 Uhr: Probleme bei der S-Bahn

Die S-Bahn ist für viele Berlinerinnen und Berliner der letzte Rettungsanker am streik-Tag. Doch auch hier gibt es jetzt Probleme. Am Morgen kam es zu Störungen auf mehreren Linien. Etwa bei der Linie S5: Aufgrund einer Reparatur an der Strecke bei Biesdorf kann der 10-Minuten-Takt auf der Strecke aktuell nur zwischen Ostbahnhof und Westkreuz angeboten werden.

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02.02.2026, 6.35 Uhr: BVG kritisiert den Streik

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben den ganztägigen Warnstreik der Gewerkschaft Verdi kritisiert. „Die BVG verurteilt die unverhältnismäßige Eskalation in den gerade erst begonnenen Tarifverhandlungen“, erklärte das landeseigene Unternehmen am Morgen. „Die Arbeitgeberseite ruft die Gewerkschaft Verdi auf, gemeinsam am Verhandlungstisch nach realistischen Lösungen zu suchen, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden nachhaltig weiter zu verbessern.“

Mit Feuer gegen die Kälte: BVG-Mitarbeiter stehen während eines Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) vor dem Betriebshof Lichtenberg.
Mit Feuer gegen die Kälte: BVG-Mitarbeiter stehen während eines Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) vor dem Betriebshof Lichtenberg.Sebastian Christoph Gollnow/dpa

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02.02.2026, 6.10 Uhr: Verdi hat „keine andere Wahl“

Am frühen Morgen hat sich die Gewerkschaft Verdi zum angelaufenen Streik geäußert. „Unsere Priorität ist, am Verhandlungstisch voranzukommen“, sagte Verhandlungsführer Serat Canyurt. „Die Kolleginnen und Kollegen können sich Besseres vorstellen, als bei diesem Wetter zu streiken.“ Die BVG habe sich bisher geweigert, sich mit den Forderungen der Gewerkschaft auseinanderzusetzen. „Da bleibt uns keine andere Wahl.“

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Die Straßenbahnen sollen auch am Streik-Tag durch Berlin rollen, die OBerleitungen eisfrei halten.
Die Straßenbahnen sollen auch am Streik-Tag durch Berlin rollen, die OBerleitungen eisfrei halten.Sebastian Gollnow/dpa

02.02.2026, 5.15 Uhr: Geister-Trams in Berlin

Es gibt eine Ausnahme im Streik bei der BVG: Trotz Arbeitskampf sollen die Straßenbahnen durch Berlin rollen. Sie dürfen allerdings keine Fahrgäste mitnehmen. Hintergrund ist die Wetterlage der vergangenen Woche: Nach heftigem Eisregen froren die Oberleitungen ein, mussten Stück für Stück vom Eis befreit werden. Die BVG fürchtete, dass es aufgrund der kalten Temperaturen zu weiteren Wetter-Katastrophen kommen könnte. Mit Verdi wurde deshalb der Kompromiss geschlossen: Die Bahnen dürfen fahren, nur eben ohne Fahrgäste.

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02.02.2026, 4.10 Uhr: In Brandenburg wird doppelt gestreikt

In Brandenburg ist die Belastung für Pendler am Montagmorgen noch größer. Im öffentlichen Nahverkehr sind voraussichtlich zahlreiche Busse und Straßenbahnen im ganzen Land von Arbeitsniederlegungen der Gewerkschaft Verdi betroffen. Dazu kommt: Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat zu einem Warnstreik für Montag von 7 Uhr bis 9.30 Uhr aufgerufen, was möglicherweise Auswirkungen auf den Regionalverkehr im Nordwesten hat.

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02.02.2026, 3 Uhr: Streik der BVG hat begonnen

Der Berliner Nahverkehr ist seit den frühen Morgenstunden aufgrund eines Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi nahezu vollständig eingestellt. Der Arbeitskampf sei um 3 Uhr wie geplant angelaufen, sagte Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt der Deutschen Presse-Agentur. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hatten zuvor angekündigt, Busse und Bahnen infolge des Warnstreiks bis Dienstagmorgen in den Depots zu lassen.

Schicken Sie uns Ihre Meinung zum Streik bei der BVG an leser-bk@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!