Prognosen immer brutaler

Minus 30 Grad Kälte und Schnee – neue Warnung vor Extremwinter

Ist der Winter gekommen, um zu bleiben? Das sagen Wetter-Experten zum Kältehoch im Osten – und so kalt soll es jetzt in Deutschland werden.

Author - Florian Thalmann
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Schon Anfang Januar gab es auch in Berlin einen heftigen Wintereinbruch mit viel Schnee. Und der Winter ist noch lange nicht vorbei.
Schon Anfang Januar gab es auch in Berlin einen heftigen Wintereinbruch mit viel Schnee. Und der Winter ist noch lange nicht vorbei.Florian Gaertner/imago

Der Februar hat begonnen – und noch immer steht eine Frage im Raum: Bringt der Monat uns noch einmal einen richtig harten Winter? Seit Wochen wird über ein Kältehoch in Osteuropa geredet, das laut Vorhersagen nach Deutschland kommen und uns Kälte und Schnee bringen sollte. Nun ist der Winter da … und er könnte zu einer richtig langwierigen Angelegenheit werden. Eine Wetterforscherin warnt jetzt vor einem neuen Extremwinter im Februar.

Heftige Kälte liegt direkt für unserer Haustür

Das Problem: Die heftige Kälte liegt direkt vor unserer Haustür, warnt Meteorologe Dominik Jung bei der „Westfälischen Allgemeinen“. Über der Ukraine, Russland und Polen habe sich eine „massive Kältezone“ aufgebaut, in der die Temperaturen auf bis zu minus 30 Grad sinken sollen. In einzelnen Gebieten könne es sogar noch kälter werden. Und dieser Extrem-winter lauert nur wenige hundert Kilometer von Deutschland entfernt. Noch immer hält das Hoch über Osteuropa die Kälte fest – Bewegung gibt es bei der Wetterlage hingegen kaum.

Das Problem laut Jung: Solche Wetterlagen seien bekannt dafür, dass sie sich kaum rühren – und vor allem in der kälteren Jahreszeit lange bestehen bleiben. Kommt es aber zu kleinen Verschiebungen bei der Wetterlage, könne das schon dazu führen, dass sich die Kälte rasant auch in Richtung Westen ausbreitet. Und dann könnte auch Deutschland in den nächsten Winter rutschen. „Die Nähe der extremen Kälte macht die Situation besonders brisant“, sagt Jung.

Auch in Berlin gab es in den vergangenen Tagen neuen Schnee - es dürfte nicht der letzte Winter-Gruß bleiben, denn in Sachen Kälte hat die Hauptstadt einen Platz in der ersten Reihe.
Auch in Berlin gab es in den vergangenen Tagen neuen Schnee - es dürfte nicht der letzte Winter-Gruß bleiben, denn in Sachen Kälte hat die Hauptstadt einen Platz in der ersten Reihe.Markus Lenhard/dpa

Und die Angst vor der Bibberkälte wird immer größer. Wetter-Expertin Kathy Schrey kündigte schon am Wochenende einen echten Winterhammer an, für den sich Deutschland rüsten sollte – wenn es denn so kommt. Aktuelle Wetterkarten zeigen, dass sich die Polarluft aus Osteuropa Mitte Februar in ganz Deutschland ausgebreitet haben könnte. Dann soll laut Schrey eine Kältezunge über Deutschland liegen.

Temperaturen von minus 20 Grad in Deutschland

Die Folgen wären verheerend:  Im Nordosten Europas sollen die Temperaturen in zwei Metern Höhe bei sagenhaften minus 35 Grad liegen, der Nordosten Deutschlands hätte Werte von bis zu minus 18 Grad. Am Freitag (13. Februar) könnte dann auch Mitteldeutschland bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad zittern (KURIER berichtete). „Das wäre echt der Hammer – wenn das so kommen würde“, sagte Wetterforscherin Kathy Schrey bei wetter.net.

Auch der Winterdienst könnte in Berlin noch einmal Arbeit bekommen. Es wird weiterhin vor Glätte und neuem Schnee und Eisregen gewarnt.
Auch der Winterdienst könnte in Berlin noch einmal Arbeit bekommen. Es wird weiterhin vor Glätte und neuem Schnee und Eisregen gewarnt.Markus Lenhardt/dpa

Doch Wetterfans wissen: Es kann sich noch einiges ändern. Schon Mitte Januar wurde eine extreme Kältewelle angekündigt. Es wurde und ist zwar noch immer frisch, doch die heftige Kälte, die das Hoch aus Osteuropa eigentlich zu uns bringen sollte, hat sich immer wieder nach hinten verschoben. Das weiß auch Dominik Jung. „Trotz der bedrohlichen Nähe der Kälte ist noch nichts entschieden“, stellt er klar. „Ebenso gut könnte sich die Wetterlage kurzfristig drehen. Gelangen atlantische Tiefdruckgebiete stärker nach Mitteleuropa, würde die Kälte nach Osten zurückgedrängt.“

Klar ist aber: Mütze und Schal sollten aktuell noch nicht in den Schrank wandern. Denn der Winter wird in seiner aktuellen Ausprägung auf jeden Fall noch ein paar Tage bleiben! Schon diese Woche kann es auch wieder winterliche Wetterphänomene geben. „Ganz trocken wird es in den nächsten Wochen bei uns nicht werden“, sagt Schrey.

Schnee und Eisregen: Der Winter gibt noch nicht auf

Regen soll fallen – und der kommt bei eisigen Temperaturen natürlich in Form von Schnee nach Deutschland. Auch Eisregen sei durchaus wieder möglich – am Dienstag, sagt Schrey. Mit Glätte müsse gerechnet werden. Am Mittwochabend dann ein neues Schneefeld über Deutschland.

Und wie sehen die konkreten Prognosen für die kommenden Tage aus? Am Montag sollen bereits Temperaturen zwischen -11 Grad und 8 Grad auf Deutschland zukommen, je nach Region – ab und an könnte sich aber zumindest die Sonne zeigen. Am Dienstag setzt sich die kalte Luft aus dem Osten schon etwas durch, die Werte liegen bei -7 bis 7 Grad. Auch in den kommenden Tagen bleibt es im Nordosten frostig, während es in anderen Regionen am Donnerstag bei bis zu 10 Grad schon einen „kleinen Frühlingsgruß“ gibt, sagt Kathy Schrey.

Was halten Sie vom aktuellen Wetter und den Vorhersagen? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!