Giftiges Zeug auf dem Balkon einer Kosmetikerin, ätzend und gefährlich: War es ein Säure-Angriffs des Nachbarn aus dem 5. Stock?
Der Streit in einem Hellersdorfer Plattenbau nun vor Gericht. Angeklagt: Familienvater Kevin B. (38), Mechaniker, arbeitslos. Er und Kosmetikerin Laura S. (44, Name geändert) waren mal befreundet, hatten auch eine Affäre. Bis sie Schluss machte. Die Frau: „Er hatte eine unangenehme Art, mich zu beleidigen und runterzumachen.“
Er aber soll immer wieder vor ihrer Tür aufgetaucht sein. Ihre Version: „Wenn ich nicht reagierte, hat er was gemacht.“ Zuletzt soll er einen halben Liter eines Rohrreinigers verschüttet haben, der hauptsächlich Schwefelsäure enthält. Von böser Absicht geht die Anklage aus: „Um Verätzungen hervorzurufen.“
Säure schwappte auf den Balkon
Als die Säure in der Nacht zum 7. Juli 2024 auf den Balkon im vierten Obergeschoss schwappte, schlief die Frau. Am Morgen der Schock: „Meine geliebten Pflanzen waren wie verbrannt.“ Zerstörte Lackfarbe – „überall Ätzflecken“. Sie habe barfuß auf dem Balkon gestanden – „Hornhaut löste sich ab“.
Sie rief die Feuerwehr. Eine Mieterin aus dem dritten OG meldete sich. Auch auf ihrer Balkon-Brüstung soll Säure gespritzt sein. Braune Flecken bildeten sich. Die Frau aus dem 3. OG kam laut Anklage mit der ätzenden Flüssigkeit in Berührung – „ihr Zeigefinger wurde für kurze Zeit etwas taub“.
Die Polizei fand in der Wohnung von B. den Rohrreiniger. Ein Polizist: „Aber er bestritt, mit der Sache tun zu haben.“ Auf die Frage, warum er die sehr säurehaltige Substanz hatte, habe B. erklärt: „Für berufliche Zwecke.“



