Ein falscher Schritt, ein kurzer Moment der Unachtsamkeit – und plötzlich ist nichts mehr wie vorher. In Berlin endete ein Sturz auf den spiegelglatten Gehwegen in einer Tragödie: Ein Mensch ist nach einem Glätte-Unfall querschnittsgelähmt. Das teilte das Unfallkrankenhaus dem Berliner KURIER mit. Dort suchen derzeit täglich zahlreiche Verletzte Hilfe, die auf vereisten Straßen und Gehwegen ausgerutscht sind.
Kliniken kämpfen mit Glätte-Folgen
Nach Angaben des UKB in Marzahn kommen aktuell rund 30 bis 40 Patienten pro Tag allein wegen Glätte-Unfällen in die Notaufnahme. Betroffen sind Menschen im Alter zwischen 35 und 72 Jahren.
Die Verletzungen reichen von Stürzen auf Hüfte und Knie über gebrochene Sprung- und Handgelenke bis hin zu Platzwunden am Kopf, ausgekugelten Schultern, Gesichtsverletzungen, Daumenverstauchungen und starken Rückenschmerzen. Besonders häufig werden auch Oberschenkelhalsfrakturen behandelt. In einem besonders schweren Fall führte der Sturz sogar zu einer Querschnittslähmung – mit vermutlich lebenslangen Folgen für den Betroffenen.
Für das Klinikpersonal bedeutet die aktuelle Lage eine enorme Belastung. Ärzte, Pflegekräfte und OP-Teams arbeiten am Limit. Tag und Nacht wird operiert. Viele Eingriffe finden inzwischen auch nachts statt, weil die Kapazitäten tagsüber kaum ausreichen. Zwar sei die Situation laut UKB im Moment etwas entspannter als noch vor einer Woche, doch von Entlastung könne keine Rede sein. Alle Beteiligten seien weiterhin stark gefordert.

Auch außerhalb der Kliniken spitzt sich die Lage weiter zu. Wie Hausärztin Nicola Blumenthal, Co-Vorsitzende des Hausärzteverbandes Berlin und Brandenburg, sagte, seien viele Praxen derzeit überlastet. Zum einen müssten zahlreiche aus den Krankenhäusern entlassene Glätte-Patienten nachversorgt werden, zum anderen kämen aktuell viele Menschen mit Atemwegserkrankungen.

