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Berlin rollt wieder – doch der nächste Streik bei der BVG droht

Nach dem BVG-Streik läuft der Verkehr wieder, aber neue Ausfälle sind möglich. Was Verdi sagt und warum die nächsten Streiks größer werden könnten.

Author - Florian Thalmann
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Ein absurdes Bild vom Streik-Tag am Montag: Damit die Oberleitungen frei bleiben, rollten Geister-Trams durch Berlin. Die Straßenbahnen durften aber keine Passagiere mitnehmen.
Ein absurdes Bild vom Streik-Tag am Montag: Damit die Oberleitungen frei bleiben, rollten Geister-Trams durch Berlin. Die Straßenbahnen durften aber keine Passagiere mitnehmen.Matthias Koch/imago

Die Berliner haben es überstanden – mal wieder: Am Montag stand nahezu die ganze Stadt still, weil die Gewerkschaft Verdi bundesweit zum Streik im Nahverkehr aufrief, auch die BVG in der Hauptstadt bestreikte. Und es ist noch nicht vorbei: Auch am Dienstag kann es weiter zu Einschränkungen kommen. Und auch ein neuer Streik ist nicht unwahrscheinlich.

Verkehr rollt wieder – sind neue Streiks geplant?

Die gute Nachricht zuerst: Der Öffi-Verkehr auf Schienen und Straßen – er rollt wieder! Viele Berliner dürften am frühen Dienstagmorgen froh gewesen sein, die erste Tram oder die erste U-Bahn des Tages zu erblicken. Tatsächlich ist die Arbeit der BVG schon gegen 3 Uhr am Dienstagmorgen wieder angelaufen – ob es aufgrund des Wetters zu Störungen kommt, wird sich im Laufe der nächsten Stunden zeigen.

Die BVG warnte im Vorfeld bereits. „Vor und nach dem Streik kann es zu Ausfällen kommen“, teilte das Unternehmen mit. Schon bei vergangenen Streiks passierte es immer wieder, dass in den ersten Stunden nach dem Ende des Arbeitskampfes noch nicht alles rund lief. Wer am Dienstagmorgen die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen will, sollte sich sicherheitshalber warm einpacken – bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt ist es an den Haltestellen alles andere als angenehm.

Die Busse der BVG rollten am Montag nicht, denn die Gewerkschaft Verdi hatte zum Streik aufgerufen.
Die Busse der BVG rollten am Montag nicht, denn die Gewerkschaft Verdi hatte zum Streik aufgerufen.Markus Wächter/Berliner KURIER

24 Stunden lang legten zahlreiche Mitarbeiter der BVG am Montag die Arbeit nieder. Dazu aufgerufen hatte die Gewerkschaft Verdi, die für bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kämpft. Es geht unter anderem um mehr Urlaubstage und verbesserte Pausenzeiten. Wie so oft, wenn es in Tarifverhandlungen zu Streiks kommt, scheinen die Fronten verhärtet.

BVG verurteilte Streik: „Unverhältnismäßige Eskalation“

Von Verdi hieß es bereits am Montag, man habe keine andere Wahl als zu streiken. Die BVG hingegen verurteilte den Streik als „unverhältnismäßige Eskalation“. „Die Arbeitgeberseite ruft die Gewerkschaft Verdi auf, gemeinsam am Verhandlungstisch nach realistischen Lösungen zu suchen, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden nachhaltig weiter zu verbessern“, hieß es vom Unternehmen.

Zahlreiche Mitarbeiter der BVG legten am Montag die Arbeit nieder. Unklar ist, ob es weitere Streiks dieser Art in Berlin geben wird.
Zahlreiche Mitarbeiter der BVG legten am Montag die Arbeit nieder. Unklar ist, ob es weitere Streiks dieser Art in Berlin geben wird.Sebastian Gollnow/dpa

Dass das nun passiert und man sich einigt, sollten auch die Berliner hoffen. Denn niemand möchte weitere Streiks. Viele fragen sich schon jetzt? War der Ausstand am Montag nur der Anfang einer neuen Reihe von Tagen, an denen der Öffi-Verkehr in Berlin stillsteht? Zumindest für den Moment gibt es teilweise Entwarnung: Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt kündigte an, dass es vor der nächsten Verhandlungsrunde keine weiteren Streiks geben soll.

Ob und wann es in Berlin neue Streiks geben wird und die Busse und Bahnen wieder stehen bleiben müssen, ist aktuell unklar.
Ob und wann es in Berlin neue Streiks geben wird und die Busse und Bahnen wieder stehen bleiben müssen, ist aktuell unklar.Michael Ukas/dpa

Neue Streiks bei der BVG sind nicht auszuschließen

Allerdings sagte er auch deutlich: „Auszuschließen ist tatsächlich auch nichts.“ Man wartet auch darauf, dass die BVG auf die Gewerkschaft zukommt, um schon vor der nächsten Gesprächsrunde zu verhandeln. „Die Signale können täglich kommen“, sagte der Vertreter von Verdi.

Sollte die Arbeitgeberseite weiter hart bleiben, werde man zu weiteren Maßnahmen greifen. Und dann geht es womöglich nicht nur um einen Tag. „Je nachdem, wie sich die Lage darstellt, könnte es sein, dass wir sie größer aufziehen“, so Serat Canyurt. Die Berliner wissen zumindest, dass es beim Thema Arbeitskampf immer wieder Überraschungen gibt. Vom Streik am Montag wurden viele auch eiskalt überrascht, denn er wurde sehr spontan am Freitag angekündigt.

Was halten Sie vom Streik bei der BVG? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!