Berlin bekommt einen neuen Luxus-Knast für die gefährlichsten Straftäter der Stadt. Der Senat plant einen rund 15 Millionen Euro teuren Neubau für Sicherungsverwahrte auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Tegel. Das berichtet bild.de. Grund dafür sind die steigende Zahl dieser besonders gefährlichen Häftlinge und ihr zunehmendes Alter.
Mehr Komfort als im normalen Knast
In der Sicherungsverwahrung landen Täter, die ihre Haftstrafe bereits abgesessen haben, von Gerichten aber weiterhin als hochgefährlich eingestuft werden. Sie dürfen nicht entlassen werden, müssen laut Gesetz aber besser untergebracht werden als normale Gefangene.
Es gibt deshalb also mehr Platz, eigene Möbel, Gemeinschaftsküchen, Gärten, Sportmöglichkeiten und sogar die Möglichkeit, Essen zu bestellen. Schon heute leben die Männer in Tegel deutlich komfortabler als andere Häftlinge.

Bereits vor rund zehn Jahren investierte Berlin etwa 14 Millionen Euro in ein eigenes Gebäude mit 60 Plätzen für Sicherungsverwahrte. Doch das reicht inzwischen nicht mehr aus. Laut dem Bericht ist ihre Zahl in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen – von etwas mehr als 30 auf mittlerweile fast 60. Einige von ihnen sitzen seit Jahrzehnten in Verwahrung, der älteste soll 86 Jahre alt sein. Seit 2013 wurden zwar auch Insassen entlassen, andere starben in Haft, doch der Trend zeigt weiter nach oben.
Strenge Regeln für Schwerverbrecher
Sicherungsverwahrte werden strikt von anderen Gefangenen getrennt. Selbst im Notfall dürfen sie nicht in den normalen Strafvollzug verlegt werden. Der Staat betrachtet diese Form der Unterbringung als „Sonderopfer“, weil die Betroffenen ihre Strafe verbüßt haben, aber aus Sicherheitsgründen weiter festgehalten werden. Jedes Jahr prüfen Gutachter und Gerichte, ob noch Gefahr von ihnen ausgeht. Erst dann ist eine Entlassung möglich.


