Der Frühling ist da – und damit beginnt auch die Saison der schönen Ausflüge in die Natur. Wer aber glaubt, dass es draußen nur schön ist, der lernt jetzt etwas dazu – denn mit dem schönen Wetter kommt auch die Zeckensaison näher! Und es gibt da draußen einen Zeitgenossen, von dem viele noch nichts gehört haben. Eine Grusel-Zecke, die ihre Opfer gezielt ausspäht, sie 100 Meter weit verfolgt.
Zecken verfolgen ihre Opfer 100 Meter weit
Zecken lauern normalerweise im hohen Gras – läuft man durch, heften sie sich beispielsweise an die Hosenbeine. Allerdings passiert das durch Zufall. Anders bei der Jagdzecke Hyalomma: Im Gegensatz zu anderen Zecken kann sie sehen – und verfolgt ihre Opfer gezielt. Forscher sind sicher: Das Tierchen verfolgt auch Menschen bis zu 100 Meter weit! Aber: Wie gefährlich ist die Zecke für uns?
Seit 2018 ist die Zecke in Deutschland immer wieder Thema – damals wurde sie erstmals gefunden, was nicht nur zahlreiche Berichte auslöste, sondern auch dafür sorgte, dass sich viele Menschen an das Robert-Koch-Institut wandten. Etliche Zecken wurden an das Institut gemeldet, bei insgesamt 19 wurde klar, dass es sich tatsächlich um die Hyalomma-Zecke handelte.

„Diese Funde betrafen die Bundesländer, Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein“, schreibt das Robert-Koch-Institut in einer Risikoanalyse. Unklar ist, wie oft die Zecke schon vorher auftrat – erst seit den Berichten waren Teile der Bevölkerung entsprechend sensibilisiert.
Riesen-Zecken werden über Zugvögel eingeschleppt
Experten gehen davon aus, dass die besondere Zecke über Zugvögel eingeschleppt wurde und wird. Denn: Die Zecken, die übrigens für ihre gestreiften Beine bekannt sind, heften sich als Parasiten an Vögel.
Brisant: Eine Ausbreitung der Zecken in Deutschland ist nicht ausgeschlossen, weil sie bei einer Temperatur ab 15 Grad Celsius ihre Eier legen. Bei jeder Eiablage sind es laut RKI rund 2000 Eier. „Die hohe Zahl von Nachkommen ist ein Faktor, der der Zecke die Eroberung eines neuen Lebensraumes erleichtern kann“, heißt es.

Hyalomma-Zecken sind dreimal so groß wie andere
Das RKI urteilte, dass man sich auch aufgrund der Wetterbedingungen auf eine höhere Anzahl der Zecken einstellen müsse. Die Zecken haben nicht nur ein anderes Jagdverhalten als der in Deutschland verbreitete Gemeine Holzbock, sondern auch eine andere Größe: Hyalomma-Zecken sind etwa dreimal so groß wie andere hierzulande verbreitete Arten. Und sind damit besser zu sehen und zu erkennen als andere.
Und: Natürlich können sie auch Viren übertragen. Die Hyalomma-Zecke ist dafür bekannt, dass sie das sogenannte Krim-Kongo-Fieber überträgt, eine Krankheit, die durch das CCHF-Virus ausgelöst wird. Die Erkrankung bringt eine große Zahl an Symptomen mit sich. Laut Friedrich-Löffler-Institut treten unter anderem Kopfschmerzen, hohes Fieber, Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen und Magenschmerzen auf, außerdem kann es zu Erbrechen kommen. „Im fortgeschrittenen Stadium entwickeln sich schwere Blutergüsse, starkes Nasenbluten und generalisierte Blutungen“, teilt das Institut mit.
Riesen-Zecke: Sterblichkeit liegt bei bis zu 50 Prozent
Die Sterblichkeit beträgt zwischen zwei und 50 Prozent. Laut RKI zeigt die Türkei, wie schnell sich die Ausbreitung der Zecke verselbstständigen kann: 2002 seien hier erstmals Fälle registriert worden, Tausende Menschen sind seitdem erkrankt. Besonders groß ist die Gefahr für Menschen, die Kontakt zu Nutztieren haben – denn die werden besonders gern von den Zecken angegriffen.

Wie kann man Zeckenbisse in der Natur vermeiden?
Zeckenbisse lassen sich durch einige einfache Maßnahmen vermeiden. Tragen Sie bei Spaziergängen im Wald oder im hohen Gras lange Hosen, feste Schuhe und möglichst helle Kleidung, damit Zecken leichter sichtbar sind. Stecken Sie die Hosenbeine in die Socken. Verwenden Sie außerdem Insektenschutzmittel auf Haut und Kleidung. Bleiben Sie möglichst auf Wegen. Nach dem Aufenthalt im Freien sollten Sie Ihren Körper gründlich nach Zecken absuchen, besonders an warmen, versteckten Stellen wie Achseln, Kniekehlen und hinter den Ohren.




