Wer in diesem Sommer fliegen will, sollte seinen Buchungsbestätigungen besondere Aufmerksamkeit schenken. Weltweit haben Airlines bereits rund 13.000 Flüge aus dem Mai-Flugplan gestrichen. Laut Daten des Luftfahrtanalysten Cirium sind in nur zwei Wochen fast zwei Millionen Sitzplätze weggefallen. Und das könnte erst der Anfang sein.
Kerosinpreis hat sich verdoppelt – das steckt dahinter
Der Grund liegt im Iran-Konflikt, der seit Ende Februar die Straße von Hormus faktisch blockiert. Durch die Meerenge laufen rund 40 Prozent der europäischen Kerosinimporte. Seit Ende Februar hat sich der Kerosinpreis etwa verdoppelt. Der europäische Dachverband für Flughafenbetreiber ACI Europe warnte bereits, dass ab Anfang Mai eine Kerosinknappheit eintreten könnte, wenn Tanker nicht wieder durch die Meerenge fahren.
Zu den europäischen Fluggesellschaften, die bereits Flüge gestrichen haben, gehören Turkish Airlines, Lufthansa, British Airways und KLM. Der Lufthansa-Konzern lässt 27 Flugzeuge der Regionaltochter Cityline am Boden und will weitere Spritfresser aus der Flotte streichen.
Besonders hart trifft es Kurzstreckenrouten. Auch Langstreckenflüge nach Südostasien könnten betroffen sein, da der Kerosinmangel dort bereits akut ist. Das Problem: Lufthansa fliegt beispielsweise nach Bangkok – und bekommt dort nicht mehr den Sprit für den Rückflug.

Wer einen Flug gebucht hat, muss damit rechnen, auf einen anderen Tag umgebucht zu werden – was den Urlaub kürzer machen kann. Für Kerosinmangel haben Reiseveranstalter keine Verantwortung, sie werden behandelt wie bei Unwettern – es gibt keine Entschädigungszahlungen. Pauschalurlauber sind besser geschützt als Individualreisende, da ihre Reisen versichert sein müssen.
Was Reisende jetzt tun sollten
Experten empfehlen, gebuchte Flüge regelmäßig zu überprüfen und Benachrichtigungen der Airlines aktiv einzuschalten. Flexible Tarife sind zwar teurer, ermöglichen im Ernstfall aber kostenlose Umbuchungen. In Großbritannien hat Verkehrsministerin Heidi Alexander bereits angekündigt, die Slot-Regel vorübergehend auszusetzen – Airlines wie British Airways können damit Flüge streichen, ohne ihre Start- und Landerechte zu verlieren.



