Ein US‑Billigflieger, einst Hoffnungsträger für Sparfüchse, ist endgültig abgestürzt. Am Samstag stellte Spirit Airlines den Betrieb ein – alle Flüge gestrichen, alle Gates leer, alle Hotlines tot. Tausende Passagiere strandeten an Flughäfen von Detroit bis Orlando. Familien, Geschäftsreisende, Urlauber: sitzen geblieben.
Kerosin-Schock reißt Airline in den Abgrund
An den Flughäfen leuchten die roten Schriftzüge: „Cancelled“. Von Nashville bis San Juan. Der Grund für das Chaos: Der Iran‑Krieg ließ die Kerosinpreise explodieren. Spirit hatte mit rund 2,20 Dollar pro Gallone kalkuliert. Am Ende waren es über 4,50 Dollar. Ein Preis-Hammer, der das ohnehin wacklige Geschäftsmodell zertrümmerte.
Spirit‑Chef Dave Davis sprach von einem „plötzlichen und anhaltenden“ Preisschock. Die Airline hatte sich nicht ausreichend abgesichert. Das Ergebnis: Totalschaden.
Betroffen auch Zehntausende Touristen aus aller Welt, die sich Anschlüssflüge für ihren USA-Urlaub in den kommenden Wochen und Monaten gebucht hatten. Oftmals bot Spirit Airlines die einstige günstige Alternative.
US‑Präsident Donald Trump wollte Spirit noch mit einem 500‑Millionen‑Dollar‑Kredit retten. Im Gegenzug sollte der Staat bis zu 90 Prozent der Airline übernehmen. Doch große Gläubiger – darunter der Hedgefonds Citadel – blockierten. Sie fürchteten, dass ihre Forderungen entwertet würden. Damit war der Deal geplatzt. Die Insolvenz unausweichlich.
Über 4000 Flüge in 14 Tagen gecancelt
Mit der Liquidation verschwinden rund 15.000 Arbeitsplätze. Spirit bediente zuletzt fünf Prozent aller US‑Inlandsflüge. Eine Airline dieser Größe wurde in den USA seit zwei Jahrzehnten nicht mehr abgewickelt.
Allein bis zum 15. Mai waren 4119 Inlandsflüge mit über 800.000 Sitzplätzen geplant. Jetzt: alles rot auf den Anzeigetafeln.

United, Delta, JetBlue und Southwest bieten nun gedeckelte Ticketpreise für gestrandete Spirit‑Kunden an. Wer seine alte Buchungsnummer zeigt, bekommt einen Sondertarif. Für Spirit‑Mitarbeiter gibt es sogar Gratisplätze, damit sie nach Hause kommen.
„Die Branche springt ein“, sagte Verkehrsminister Sean Duffy. Gleichzeitig schob er der Vorgängerregierung die Schuld zu: Die Blockade der geplanten Fusion zwischen JetBlue und Spirit habe den Kollaps beschleunigt.



