Der 1. Mai ist vorbei – und auf die Polizei kommt wieder der „normale“ Alltag in Berlin zu. Und das heißt in der Hauptstadt oft: Schießereien. Kein anderes Kriminalitätsdelikt ist in den vergangenen Monaten so stark angestiegen. In der Nacht zu Sonntag wurden zwei Männer in der Neuköllner Hermannstraße angeschossen und schwer verletzt.
Der U-Bahnhof Leinestraße wurde gesperrt
„Gegen 21.45 Uhr wurden Einsatzkräfte unseres A55 in die Hermannstraße nach Neukölln alarmiert“, berichtet die Berliner Polizei. Dort wurden zwei verletzte Männer vorgefunden. „Beide weisen Schussverletzungen im Bereich der Beine auf“, heißt es weiter. Einer davon befindet sich im kritischen Zustand.
Beide Männer wurden von Sanitätern in Krankenhäusern gebracht. Vor Ort ermittelte der Kriminaldauerdienst der Direktion 5, die Kriminaltechnik sicherte Spuren. Der U-Bahnhof Leinestraße blieb während der Spurensuche gesperrt, die U-Bahn fuhr durch.
Die Schusswaffenkriminalität in Berlin ist im vergangenen Jahr laut Polizeilicher Kriminalstatistik drastisch angestiegen – um 68 Prozent auf 1119 Fälle. In 515 Fällen wurde tatsächlich geschossen, in 604 Fällen wurde mit Schusswaffen gedroht.
Seit November 2025 ist deshalb bei der Polizei die Sondereinheit Ferrum im Einsatz. Die Besondere Aufbauorganisation (BAO) ist tags und besonders nachts in Berlin unterwegs, um gegen gewalttätige Gruppen und Schusswaffenkriminalität vorzugehen. Ferrum ist das lateinische Wort für Eisen – und auch ein Synonym für Waffen.

Erst vor zwei Tagen meldete die Berliner Polizei, dass die BAO Ferrum des Landeskrimnalamtes in zwei Fällen aus der Nacht ermittelt. In Spandau schoss ein Unbekannter auf ein Haus und flüchtete im Anschluss zu Fuß. „Unsere Einsatzkräfte stellten mehrere Einschusslöcher fest“, hieß es in der Polizeimeldung.


