Jüterbog

Größter Waldbrand der Saison: Über 30 Hektar brennen südlich von Berlin

Auf einem munitionsbelasteten Gelände in Brandenburg brennt es auf 30 Hektar. Explosionen erschweren den Einsatz, die Feuerwehr kämpft seit zwei Tagen.

Author - Mariella Mandurino
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In den Wäldern rings um Brandenburg hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gebrannt (Symbolfoto). Weil hier viele Böden munitionsbelastet sind, gibt es Schwierigkeiten beim Löschen.
In den Wäldern rings um Brandenburg hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gebrannt (Symbolfoto). Weil hier viele Böden munitionsbelastet sind, gibt es Schwierigkeiten beim Löschen.Marius Schwarz/Imago

Dichter Rauch und ein Feuer, das sich weiterfrisst: Ein Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz im Südwesten Brandenburgs bei Jüterbog sorgt für einen Großeinsatz und stellt die Feuerwehr vor besondere Probleme.

Explosionen im Wald erschweren die Löscharbeiten

Am Freitag war das Feuer in dem kampfmittelbelasteten Gebiet ausgebrochen. Inzwischen hat sich die Lage deutlich verschärft: Mehr als 30 Hektar stehen laut Behörden bereits in Flammen, das entspricht einer Fläche von rund 40 Fußballfeldern. Damit handelt es sich um den größten Waldbrand der bisherigen Saison in Brandenburg.

Besonders gefährlich: Im Boden liegen noch alte Munitionsreste. Immer wieder höre man Explosionen, wie Feuerwehrmann und Stadtbrandmeister Rico Walentin berichtet. Für die Einsatzkräfte bedeutet es, dass das Löschen aus nächster Nähe oft unmöglich ist.

Stattdessen setzt die Feuerwehr auf eine bewährte Strategie. Schneisen und sogenannte Schutzstreifen sollen das Feuer stoppen. „Das spielt uns in die Karten. Das Konzept hat immer gegriffen“, sagte Walentin.

Entweder erlischt das Feuer dort von selbst, auch durch den Einfluss von höherer Luftfeuchtigkeit in der Nacht, oder es muss weiterhin gezielt bekämpft werden. Über dem früheren Truppenübungsplatz „Altes Lager“ waren riesige Rauchwolken zu sehen und auch Explosionen zu hören.

Rauch steigt aus einem Waldgebiet bei Jüterbog auf. Auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz brennt es – doch die Feuerwehr kommt nicht an den Brandherd heran, da der Boden munitionsbelastet ist.
Rauch steigt aus einem Waldgebiet bei Jüterbog auf. Auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz brennt es – doch die Feuerwehr kommt nicht an den Brandherd heran, da der Boden munitionsbelastet ist.Manuel Genolet/dpa

Zur Unterstützung ist auch moderne Technik im Einsatz. Eine Drohne liefert Luftbilder zur Einschätzung der Lage. Rund 28 Feuerwehrleute sowie mehrere Tanklöschfahrzeuge sind vor Ort. Ein Einsatz von Löschhubschraubern ist derzeit jedoch nicht geplant.

Trotz der dramatischen Bilder versucht die Stadt, die Lage bei Jüterbog einzuordnen. „Es gibt keinen Grund zur Panik“, erklärt Bürgermeisterin Christiane Lindner-Klopsch (parteilos). „Wir können damit umgehen.“

In Brandenburg kommt es immer wieder zu Waldbränden

Allerdings könnte der Einsatz noch dauern. „Wir gehen davon aus, dass es sich im schlimmsten Fall noch über mehrere Tage hinziehen kann“, so Walentin. Vor allem das Wetter macht den Einsatzkräften zu schaffen, die hohen Temperaturen sorgen weiterhin für eine angespannte Lage. In vielen Teilen Brandenburgs gilt aktuell hohe Waldbrandgefahr.

Ein Feuerwehrfahrzeug steht auf einem Weg bei einem Waldgebiet bei Jüterbog. Schneisen und sogenannte Schutzstreifen wie hier sollen das Feuer stoppen.
Ein Feuerwehrfahrzeug steht auf einem Weg bei einem Waldgebiet bei Jüterbog. Schneisen und sogenannte Schutzstreifen wie hier sollen das Feuer stoppen.Manuel Genolet/dpa

Das ehemals militärische Gebiet ist heute ein geschütztes Naturareal mit Wanderwegen. Die Ursache für das Feuer ist bislang unklar, angrenzende Ortschaften sind nicht betroffen. Gleichzeitig ist die Region bekannt für solche Brände. Fast jeden Sommer kommt es rund um Jüterbog zu ähnlichen Einsätzen. Besonders dramatisch war die Lage im Jahr 2023: Damals brannten etwa 700 Hektar, die Löscharbeiten dauerten rund zwei Wochen.

Brandenburg zählt ohnehin zu den besonders gefährdeten Regionen in Deutschland. Große Kiefernwälder, trockene Böden und wenig Niederschlag sorgen immer wieder für ein erhöhtes Waldbrandrisiko.

Heute gilt das Gelände als wertvolles Wildnisgebiet. Nach dem Abzug der sowjetischen Armee konnte sich die Natur dort weitgehend ungestört entwickeln. Neben Wäldern prägen Heideflächen und Sanddünen die Landschaft. Auch seltene Tierarten wie Fischotter, Wiedehopf und Bechsteinfledermaus sind hier heimisch.

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