Dass der 1. Mai in Berlin nicht wirklich normal ist, ist jedem klar. Doch die Stadt hat Fortschritte gemacht: In den vergangenen Jahren wurden die Proteste immer friedlicher. Dieses Jahr sind mehrere verletzte Polizisten zu beklagen, eine Schande. Größere Ausschreitungen gab es zum Glück nicht. Doch wer die Bilder vom Tag danach sieht, dem wird übel: Müll, Glas, leere Flaschen überall. Warum behandeln viele, die hier feiern und demonstrieren, Berlin wie den letzten Dreck?
1. Mai in Berlin: Nach den Demos kommt das Müll-Chaos
Als die Polizei schon eine recht positive Bilanz ziehen konnte, ging die eigentliche Nachbetrachtung des 1. Mai in Berlin an die Berliner Stadtreinigung. Die Arbeitskräfte der BSR hatten am Samstag alle Hände voll zu tun mit dem großen Aufräumen. Abfall, Dreck, Glassplitter und leere Flaschen überall. Ein Bild aus dem Görlitzer Park macht wütend: Es sieht aus, als wäre eine Bombe eingeschlagen.
Eine Kehrmaschine fährt über einen der Wege, die Grünanlagen und Wiesen ringsherum sind einfach komplett verdreckt. Auch einer unserer Fotografen, der bereits in den Morgenstunden unterwegs war, hat Bilder der Schande eingefangen. Auf Rasen und Wegen stapeln sich die leeren Bierflaschen. Ein Foto zeigt einen Berg aus leeren Pullen, der so groß ist, dass man ihn schon aus einiger Entfernung sehen kann. Und wer kümmert sich um den Dreck? Natürlich die tapferen Einsatzkräfte der BSR, die meinen vollsten Respekt verdienen.


Denn während alle, die hier gefeiert haben, am Sonntag noch im Bett liegen und ihren Rausch ausschlafen, müssen sie ran. Und kehren Demonstranten und Partyvolk hinterher. Schon in den vergangenen Jahren wurden nach dem Demo-Tag Hunderte Kubikmeter Müll eingesammelt. 183 waren es etwa im Jahr 2025. Um das mal zu verbildlichen: Das sind rund 1000 Badewannen voller Abfälle.
Was ist schiefgelaufen bei eurer Erziehung?
Da fragt man sich doch: Was ist schiefgelaufen in der Erziehung dieser Leute, die den Dreck hinterlassen? Ich rede nicht von all jenen, die ihre Bierflaschen fein säuberlich neben Mülleimern abgestellt oder in Glascontainer geschmissen haben. Sondern von den Dreckferkeln, die gegen irgendwas protestieren wollen, aber in Wirklichkeit nicht mal das eigene Sozialverhalten vernünftig auf die Kette kriegen.

Gut, dass man in Deutschland demonstrieren darf, auf die Straße gehen, seiner Meinung Ausdruck verleihen. Dass man dabei sämtliche Manieren fallen lässt, steht meines Wissens allerdings nicht im Grundgesetz. Ich finde, dass alle, die daran mitgearbeitet haben, dass Berlin heute so aussieht, sich in Grund und Boden schämen sollten.
Ich höre schon, wie sich jetzt einige räuspern und sagen: Ja, mein Gott, ist doch normal in Berlin, oder nicht? Ein Bahngleis ohne Kippen ist schließlich auch kein Bahngleis, oder?
Das Party-Volk ist nicht der Mittelpunkt der Welt
Es ist tragisch, dass es schon so weit gekommen ist. Mein Verständnis bekommen die Feiernden für ihr Verhalten jedenfalls nicht. Denn auch wenn sich manch einer wie der Mittelpunkt der Welt fühlen mag, wenn er im Suff mit einer Bierflasche in der Hand den 1. Mai feiert. Es gibt auch noch den Rest der Welt, der angesichts solcher Bilder einfach nur wütend ist. Und der es nicht ertragen kann, dass eine Stadt wie Berlin dank solcher Dreckferkel immer wieder so zugerichtet ist – und die Arbeit an anderen hängen bleibt.


