Bittere Bilanz der Polizei

1. Mai in Berlin: 87 Festnahmen, 15 verletzte Polizisten!

Ruhigster 1. Mai seit Jahren? Berliner Polizei meldet wenige Ausschreitungen, 87 Festnahmen und 15 Verletzte.

Author - Sebastian Karkos
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Die Polizei war rund um den 1. Mai mit 5300 Beamten im Einsatz.
Die Polizei war rund um den 1. Mai mit 5300 Beamten im Einsatz.Markus Wächter/Berliner Zeitung

Die Berliner Polizei hat Bilanz gezogen. So blieb es am 1. Mai 2026 „weitestgehend störungsfrei“. Am Ende vermeldet die Polizei 87 Festnahmen und 121 Ermittlungsverfahren. 

Typische Delikte im Zusammenhang mit Demos

Darunter befinden sich typische Delikte im Zusammenhang mit Demonstrationen wie Landfriedensbruch, Angriffe auf Polizisten und Körperverletzung. Hinzu kamen Straftaten, die eher im Umfeld von Straßenfesten auftreten, darunter sexuelle Belästigung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Beleidigung.

Ein Polizeifahrzeug fährt durch die Oranienstraße in Kreuzberg.
Ein Polizeifahrzeug fährt durch die Oranienstraße in Kreuzberg.IMAGO/dts

Im Fokus stand am Freitag die „Revolutionäre 1.-Mai“-Demo von linken und linksextremen Gruppen. Rund 10.000 Demonstranten zogen am Abend durch Kreuzberg und Neukölln. Allein bei dieser Demonstration registrierte die Polizei 18 Festnahmen.

Insgesamt wurden im Laufe des Tages 15 Polizisten leicht verletzt. Nur ein Beamter musste seinen Dienst beenden – so wenige wie seit Jahrzehnten nicht an einem 1. Mai. Insgesamt waren rund um den Maifeiertag etwa 5.300 Polizisten im Einsatz.

Die "Revolutionäre 1. Mai"-Demo stand unter dem Motto "Freiheit. Frieden. Solidarität"
Die "Revolutionäre 1. Mai"-Demo stand unter dem Motto "Freiheit. Frieden. Solidarität"Sebastian Gollnow/DPA

Zum Vergleich: Zuletzt kam es 2021 zu größeren Auseinandersetzungen. Damals wurden 354 Menschen festgenommen und 93 Polizisten verletzt. Die Bilanz für das Jahr 2025 lautete: 73 Festnahmen und 13 verletzte Beamte.

Polizeipräsidentin lobt sich nach dem 1. Mai selbst

Polizeipräsidentin Barbara Slowik-Meisel lobt sich nach dem 1. Mai selbst: „Unsere über Jahrzehnte immer weiter fortentwickelte und ausdifferenzierte Strategie der Deeskalation hat sich erneut bewährt: Zurückhaltung, wenn es uns nicht braucht, enge Begleitung, wenn Straftaten drohen, konsequentes Eingreifen, wenn Straftaten begangen werden.“

Die Entwicklung geht damit weiter in die richtige Richtung. Dennoch zieht die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ein gemischtes Fazit.
„Ich wünsche meinen mindestens zehn verletzten Kolleginnen und Kollegen alles Gute und hoffe, dass der diesjährige 1. Mai keine bleibenden Spuren bei ihnen hinterlässt“, so GdP-Landeschef Stephan Weh am Samstagmorgen.

„Unsere Hauptstadt mag gern für politische Stammtischreden durch den Kakao gezogen werden. Wir haben an den letzten beiden Tagen aber einmal mehr mit Bravour bewiesen, dass wir Großlagen können wie kein anderer. Das war von A bis Z eine Meisterleistung, sowohl einsatztaktisch als auch in der Umsetzung, und verdient allergrößten Respekt.“

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Glauben Sie, dass es rund um den 1. Mai immer ruhiger wird in Berlin? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com