Urlaub in unsicheren Zeiten

Nahost‑Krise hinterlässt tiefe Spuren auf dieser Mittelmeer‑Insel

Die Unsicherheit bleibt. Warum der Nahost‑Konflikt den Tourismus auf Zypern bremst – und wie deutsche Reiseveranstalter die Lage einschätzen.

Author - Sebastian Karkos
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Die Blue Lagoon auf Zypern ist ein schmaler und naturbelassener Strand und gehört zu den Highlights auf Zypern.
Die Blue Lagoon auf Zypern ist ein schmaler und naturbelassener Strand und gehört zu den Highlights auf Zypern.Beach Inspector

Der Nahostkonflikt hat nicht nur den Tourismus in der Region getroffen. Für Urlaubsländer wie die Vereinigten Arabischen Emirate (Dubai, Abu Dhabi), Oman oder Katar gibt es seit Ende Februar 2026 eine Reisewarnung. Aber auch in Europa leiden Regionen unter der Krise – allen voran Zypern.

Für Zypern gibt es weiter Reise‑ und Sicherheitshinweise

Nach einem Drohnenangriff auf einen britischen Militärstützpunkt auf Zypern am 2. März 2026 hatte die US‑Regierung ihre Bürger aufgerufen, geplante Reisen auf die Mittelmeerinsel zu überdenken. Deutschland ging nicht so weit. Eine offizielle Reisewarnung gab es nicht, lediglich die sogenannten „Reise‑ und Sicherheitshinweise“, die bis heute gelten.

Folge: Der Tourismus brach im Frühjahr ein und hinterließ tiefe Spuren. Auf Zypern verzweifelte man: „Wir sind Hunderte von Kilometern entfernt, es ist nur so, dass die Karte einen anderen Eindruck vermittelt“, erklärte der stellvertretende Tourismusminister Kostas Koumis. Die Regierung reagierte noch im März mit einem Tourismus‑Hilfspaket von 200 Millionen Euro.

Der malerische Hafen von Latchi befindet sich in Paphos, also im Westen von Zypern.
Der malerische Hafen von Latchi befindet sich in Paphos, also im Westen von Zypern.YAY/IMAGO

Wie sieht es aktuell aus? Das Auswärtige Amt gibt noch keine Entwarnung für Zypern und informiert: „Die Sicherheitslage in der gesamten Region bleibt höchst volatil.“ Weiter heißt es: „Es besteht das Risiko einer erneuten Verschärfung der Sicherheitslage und erneuter Einschränkungen des Flugverkehrs.“

Der Tourismus erholt sich nur langsam. Der KURIER hörte sich bei den drei größten deutschen Reiseveranstaltern um.

Im beliebten Ferienort Ayia Napa blieb im Frühjahr manch eine Sonnenliege leer.
Im beliebten Ferienort Ayia Napa blieb im Frühjahr manch eine Sonnenliege leer.YAY/IMAGO

ALLTOURS schreibt: „Nach einem sehr guten Saisonstart haben wir zu Beginn des Konflikts im Nahen Osten eine temporäre Zurückhaltung bei den Buchungen von Zypernreisen verzeichnet. Inzwischen normalisiert sich die Buchungsnachfrage wieder.“

Zypern ist vor allem bei Frühbuchern beliebt

TUI hingegen spürt nach eigenen Angaben „eine Buchungszurückhaltung. Hier gab es ein großes Volumen an Frühbuchern, während das Reiseziel aktuell eher kurzfristig gebucht wird.“

Und DERTOUR? Meldet im April für die Mittelmeer-Insel einen leisen Aufschwung: „Für Zypern zeigt sich eine stabilisierende Entwicklung im Buchungsverhalten. Nach einer Phase erhöhter Zurückhaltung bei den Reisegästen ist in den letzten drei Wochen ein klar erkennbarer Aufwärtstrend bei der Nachfrage und den Buchungseingängen zu verzeichnen. Zypern positioniert sich weiterhin als sehr attraktives Reiseziel. Wir sehen weiterhin viel Potenzial für die kommenden Buchungswochen und Monate.“

Heißt: Es geht langsam aufwärts. Doch von Normalität kann im Zusammenhang mit Zypern noch keine Rede sein.

Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema? Würden Sie derzeit eine Reise nach Zypern buchen?
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