Fliegen oder nicht fliegen? Viele Menschen in Deutschland stellen sich kurz vor den Osterferien genau diese Frage. Die Nahostkrise hat auch den Tourismus voll getroffen. Die Golfregion ist derzeit im Prinzip nicht bereisbar. Aber wie sieht es mit Zielen wie der Türkei aus? Oder Zypern?
US-Regierung rät Bürgern von Reisen nach Zypern ab
Fabian Bruhne schaut derzeit ständig Nachrichten. Der Braunschweiger will am 27. März mit seiner achtjährigen Tochter von Berlin aus nach Zypern fliegen. Doch er hat kein gutes Gefühl, ist verunsichert. Soll er überhaupt fliegen? Nach einem Drohnenangriff auf einen britischen Militärstützpunkt auf Zypern Anfang März hat die US-Regierung ihre Bürger aufgerufen, geplante Reisen auf die Mittelmeerinsel zu überdenken.
Deutschland geht nicht so weit. Eine offizielle Reisewarnung existiert nicht. Deswegen kann Bruhne seine Reise weder kostenlos stornieren noch umbuchen, auch wenn der 39-Jährige es probiert hat. „Hier wird einfach betrieblicher Profit über Menschenleben gestellt“, sagt er. „Auch wenn ich verstehe, dass es vielen Unternehmen in der jetzigen Wirtschaftslage schlecht geht.“
Umbuchung oder Stornierung hängen von offiziellen Einschätzungen ab
Gebucht hat er bei AurumTours, einem Tochterunternehmen von Check24. Der KURIER fragte beim Reisevermittler nach. Dieser schreibt: „Ob eine kostenfreie Umbuchung oder Stornierung möglich ist, richtet sich nach den jeweiligen Bedingungen des Reiseveranstalters. Diese orientieren sich unter anderem an der aktuellen Lage vor Ort sowie an offiziellen Einschätzungen, beispielsweise des Auswärtigen Amtes.“
Und da es keine offizielle Reisewarnung gibt, werden die Reisen nach wie vor angeboten.
Bruhne buchte bereits im November 2025 die Reise mit seiner Tochter nach Ayia Napa ins Adams Beach Hotel, doch Urlaubsstimmung will nicht so richtig aufkommen. 1500 Euro hat er für die Reise ausgegeben. Seine Sorge besteht vor allem darin, nicht mehr von der Insel zurückzukommen – so wie es Touristen zuletzt in Dubai erging. Er sagt: „Ich habe jetzt nicht das Geld auf der hohen Kante, um noch zwei oder drei Wochen in Hotels auf Zypern zu leben, bis ich wieder nach Hause kann.“





