Es ist vollbracht. Die neuen Poller in der Revaler Ecke Haasestraße in Friedrichshain sind installiert. Der KURIER berichtete zuletzt über Dennis Henkelmann, den Besitzer des Rewe-Supermarkts in der Revaler Straße. Dieser fürchtet aufgrund der Sperren Umsatzeinbußen.
Der Umweg führt Autofahrer über die Warschauer Straße
Denn wer nun vom Ostkreuz zum Gewerbegebiet möchte, muss einen Umweg über die Warschauer Straße nehmen. Die Redaktion erreichten in den vergangenen Tagen wieder zahlreiche Leserbriefe. Thema: Ihr Ärger über den nächsten Schritt zur Umsetzung des Gesamtkonzepts zur Verkehrsberuhigung im Ostkreuz-Kiez.
So schreibt ein Leser: „Alle Nachbarn, die ich gesprochen habe, sind wütend über diese Projekte. Herr Henkelmann hat vollkommen Recht. Eine Wahl hatten wir nicht, Demokratie ist Geschichte. Da meine Frau schwerbeschädigt ist und wir auf das Auto angewiesen sind, fahren auch wir jetzt leider zu einem anderen Markt. REWE in der Revaler Straße war unser Lieblingsmarkt. Unsere Wohnungsnachbarn verstehen diese Politik auch nicht und machen ihren wöchentlichen Großeinkauf notgedrungen auch in einem anderen Markt. Das sind auch um die 120 bis 140 Euro wöchentlich. Das wird Herr Henkelmann mit seinem Markt natürlich merken. Es tut uns sehr leid für ihn!“
Geht durch die Poller Zeit verloren, die Leben kosten kann?
Er ergänzt: „Was mir auch sehr große Sorgen macht: Meine Frau hatte ein schweres Aneurysma, ist jetzt pflegebedürftig. Als das passiert ist, kam es auf Sekunden an. Der Rettungsdienst war zum Glück sehr schnell, hat mich auf meinem Handy live informiert, wo sie aktuell sind. Er kam über die Modersohnbrücke. Jetzt wird durch die Poller Zeit verloren, es kann ein Leben kosten.“

Eine Leserin schreibt: „Ich kann den Supermarktleiter sehr gut verstehen. Ich bin eine betroffene Kundin, habe in diesem Rewe tatsächlich im Durchschnitt 600 bis 800 Euro ausgegeben. Das werde ich nicht mehr tun. Es war super, mit dem Auto nach der Arbeit in die Tiefgarage, einkaufen und ab nach Hause. Geht nun nicht mehr, ich fahre den Umweg über Ostkreuz und nutze nun den Edeka. Definitiv werde ich meinen Wocheneinkauf nicht mehr im Rewe machen.“

Ein Leser, der in der Gegend aufgewachsen ist, verfolgt die ganze Entwicklung seines Kiezes mit Sorge: „Ich habe das Gefühl, dass dieser Bezirk total verkommen ist. Die Menschen, die am lautesten für Gleichberechtigung im Straßenverkehr schreien, wollen am stärksten die anderen aus dem Straßenverkehr verdrängen. Meine persönliche Meinung zu dem Thema ist: Ja, es ist wichtig, die Wege zu Schulen sicherer zu machen, und ja, ich bin auch absolut einverstanden, teilweise Fahrradstraßen oder das Fahrradnetz auszubauen. Aber die komplette Verkehrsstruktur zu ändern, ist doch Wahnsinn.“




