Die Vorarbeiten haben bereits begonnen. Am Montag sollen die Poller an der Revaler Ecke Haasestraße in Friedrichshain eingesetzt werden. Das Gewerbegebiet an der Revaler Straße (Rewe, Aldi, Budni und ein Frauen-Fitnessstudio) ist mit dem Auto vom Ostkreuz aus nicht mehr so einfach erreichbar.
Auto-Kunden müssen nun einen großen Umweg fahren
Kunden müssen nun den großen Umweg über die Warschauer Straße nehmen – wenn sie überhaupt noch kommen. „Ich kann es nicht beziffern, aber das Ganze wird mir definitiv wehtun.“ Das sagt Dennis Henkelmann, der den Rewe-Supermarkt an der Revaler Straße betreibt.
Der Kaufmann hat in den letzten Monaten eine Kundenbefragung durchgeführt. Ergebnis: Rund ein Viertel der Kunden kommt mit dem Auto. „Davon haben 21 Prozent in der Umfrage gesagt, dass sie nicht mehr kommen, wenn sie diesen Umweg fahren müssen“, so Henkelmann.
Auto-Kunden gelten als zahlungskräftig
Warum das so schmerzt, erklärt er so: „Für mich als Unternehmer sind das die besten Kunden. Die, die mit dem Auto kommen, holen zum Beispiel nicht nur Brot und Aufschnitt, sondern machen Großeinkäufe. Sie liegen pro Einkauf zwischen 60 und 80 Euro. Fußgänger bei 10 bis 15 Euro.“

Die Poller in der Revaler Straße sind Teil des Gesamtkonzepts zur Verkehrsberuhigung im Ostkreuz-Kiez. Im Zuge dieses Projekts werden die Libauer und Dirschauer Straße ab Montag auch jeweils zu Einbahnstraßen. Der eine oder andere Anwohner freut sich über das Projekt, weil weniger Durchgangsverkehr herrscht. Für andere – vor allem Autofahrer – ist es aufgrund der ohnehin knappen Parkplätze ein Albtraum. Gewerbetreibende profitieren kaum von der Verkehrsberuhigung. So wie Dennis Henkelmann.

Im Januar hat er noch einmal einen Brief mit seinem Protest ans grün geführte Bezirksamt geschickt, doch eine Antwort ist bis heute nicht gekommen. Henkelmann ist weiterhin enttäuscht über die Kommunikation im Vorfeld des Projekts. Er sagt: „Wir leben hier in einer Demokratie. Und das hat für mich nichts mehr mit Demokratie zu tun. Man muss der Bevölkerung zumindest die Wahl lassen.“




